Hamburg (ABZ). – Schulterschluss dreier Großunternehmen: Die Daimler Truck AG (Daimler Truck), die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Kawasaki Heavy Industries wollen Grundlagen für die Versorgung Deutschlands mit Flüssigwasserstoff schaffen.
Die Unternehmen haben im Rahmen der internationalen Fachmesse "Hydrogen technology World Expo" eine gemeinsame Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet. Der Aufbau einer zuverlässigen Lieferkette für grünen Flüssigwasserstoff über den Hamburger Hafen ins deutsche Binnenland soll geprüft werden.
In den kommenden Monaten wollen die Partner die logistischen Anforderungen für den Umschlag und Weitertransport per Straße und Schiene untersuchen. Darüber hinaus zielt die Initiative darauf ab, weitere Unternehmen und Institutionen zu gewinnen, um ein Konsortium entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette aufzubauen.
Dr. Andreas Gorbach, Mitglied des Vorstands von Daimler Truck: "Europa wird bei grüner Energie auch zukünftig auf Importe angewiesen sein – hier wird Wasserstoff eine Schlüsselrolle spielen. Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung und wir werden mehr Initiativen dieser Art brauchen, um Europas Führungsrolle beim Thema Flüssigwasserstoff zu stärken." Mit dem Mercedes-Benz GenH2 Truck hat der Hersteller bereits einen Prototyp entwickelt, der mit Flüssigwasserstoff betrieben werden kann. Ziel ist die industrielle Serienfertigung wasserstoffbetriebener Lkw ab den frühen 2030er-Jahren.
Annette Walter, Chief Financial Officer von HHLA: "Wasserstoff ist ein Schlüssel zur klimaneutralen Zukunft – und wir bei der HHLA wollen diese Entwicklung aktiv mitgestalten. Flüssigwasserstoff spielt dabei eine zentrale Rolle, da er unabhängig von Pipelines transportiert werden kann – ein großer Vorteil für Mobilität, Logistik, Luftfahrt und insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen."
Kei Nomura, der als Executive Central Manager in der Hydrogen Strategy Division von Kawasaki Heavy Industries tätig ist, sagte über das Vorhaben: "Kawasaki Heavy Industries verfügt über bewährte Technologien und umfassende Erfahrung in der Produktion, Lagerung, dem Transport und der Entgegennahme von Flüssigwasserstoff. Dieses Know-how werden wir nutzen, um den Aufbau eines Wasserstoffversorgungsnetzes in Europa zu unterstützen. Auch künftig setzen wir auf globale Partnerschaften, um die Nutzung von Flüssigwasserstoff auszuweiten und die Dekarbonisierung zu beschleunigen."
Kawasaki arbeitet schon jetzt mit Behörden und Unternehmen auf der ganzen Welt an der frühzeitigen Etablierung einer Wasserstoff-Lieferkette.
Die Unternehmensgruppe plant die Entwicklung und Inbetriebnahme von Flüssigwasserstoff-Schiffen in unterschiedlichen Größen – mit bis zu 160.000 m³ LH2 an Bord. Künftig sollen auch mit heutigen LNG-Carriern vergleichbare Schiffe gebaut werden.