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Branche steuert auf einen Fachkräfteengpass zu

Der HDB-Report warnt vor Fachkräftemangel im Straßenbau. Trotz Umsatzsteigerung sinken reale Einnahmen. Kleinbetriebe dominieren, große erwirtschaften mehr.

Von ABZ

Berlin (ABZ). – Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) hat jüngst mit dem neuen "Branchenreport 2024" zum Bau von Straßen eine Analyse vorgelegt (liegt der ABZ vor), die über die aktuelle Entwicklung der Straßenbau-Branche Auskunft gibt.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass die Straßenbau-Branche auf einen Fachkräfteengpass zusteuert: Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen, die älter als 55 Jahre sind, lag 2023 bei 27 Prozent (2000: 13 Prozent). Die Betriebe haben demnach zwar die Zahl ihrer neuen auszubildenden Straßenbauer von 2017 bis 2021 wieder erhöht, von 1650 auf 1960. 2022 ging die Zahl aber wieder auf 1850 zurück. Des Weiteren haben 594 Auszubildende ihre Ausbildung vorzeitig aufgelöst, davon 19 Prozent im 3. Lehrjahr.

Die Straßenbaubetriebe hatten im Juni 2023 noch 94 620 Beschäftigte. Im Gesamtjahr 2023 haben die Betriebe des Bauhauptgewerbes einen Umsatz im Straßenbau von 18,8 Milliraden Euro erwirtschaftet. Das waren nominal zwar 4,2 Prozent mehr als 2022, aufgrund der starken Baupreissteigerungen ging der Umsatz aber real um 5,8 Prozent zurück. Die Zahl der Betriebe lag im Juni 2023 um 8,5 Prozent, die Zahl der Beschäftigten um 25 Prozent unter dem Niveau von 1995. Der nominale Umsatz im Gesamtjahr 2023 lag hingegen um 70 Prozent höher. "Real war dies allerdings ein Rückgang von 15 Prozent", so die Autoren.

Auf die Kleinbetriebe mit 1 bis 19 Beschäftigten entfallen aktuell 65 Prozent der Betriebe, sie erwirtschaften mit 15 Prozent aller Beschäftigten aber nur 10 Prozent des Umsatzes. Auf die größeren Betriebe mit 200 und mehr Beschäftigten entfallen zwar nur 2,7 Prozent der Betriebe, sie erwirtschaften mit 27 Prozent der Beschäftigten aber 32 Prozent des Umsatzes. Für den Straßenverkehr (Stand 1. Januar 2023) stehen in Deutschland insgesamt rund 230.000 Kilometer überörtliche Straßen zur Verfügung, "Der Bund leistet nicht einmal die Hälfte der Straßenbauausgaben der Gebietskörperschaften. 40 Prozent leisten die Gemeinden, 12 Prozent die Länder", informiert die Analyse. Ferner seien Auftragseingang und Umsatz im Straßenbau seit 2021 preisbereinigt im Trend rückläufig, bei nahezu gleichbleibendem Arbeitseinsatz.

Im Juni 2023 hatten 2930 Betriebe des Bauhauptgewerbes laut Analyse ihren Tätigkeitsschwerpunkt (mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes) im Bau von Straßen. Von diesen sitzen die meisten (460) in Bayern, gefolgt von NRW (436) und Niedersachsen (324).

Zum aktuellen Zustand des Straßennetzes hält die Studie fest, dass sich 13 Prozent der Autobahnen und 7 Prozent der Bundesstraßen in einem sehr guten Zustand befinden. Bei 82 Prozent der Autobahnen und 77 Prozent der Bundesstraßen besteht den Angaben zufolge kein besonderer Handlungsbedarf. 5 Prozent der Autobahnen und 13 Prozent der Bundesstraßen bedürfen demnach einer intensiven Beobachtung und gegebenenfalls einer Planung von Maßnahmen zur Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit. 1 Prozent der Autobahnen und 3 Prozent der Bundesstraßen haben einen Gebrauchswert erreicht, bei dem "die Einleitung von verkehrsbeschränkenden oder baulichen Maßnahmen" zeitnah zu prüfen sei. Der Report kann von Mitgliedern des HDB kostenfrei bezogen werden.

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