Fellbach (dpa). – Die Krise im baden-württembergischen Bausektor spitzt sich zu. Im vergangenen Jahr genehmigten die Ämter im Neubau gut 6600 Wohnhäuser und mehr als 2600 Nichtwohngebäude wie Büro- und Verwaltungsgebäude. Das geht aus Daten des Statistischen Landesamtes hervor.
Zusammengenommen sind das rund 4200 Neubauvorhaben oder 31,2 Prozent weniger als im ohnehin schwachen Vorjahr. Das ist ein historischer Tiefstand: In der bis 1950 zurückreichenden Zeitreihe der Statistiker findet sich für keine der Kategorien ein niedrigerer Wert. Das bestätigte eine Sprecherin. Das gilt demnach auch für die Zahl der zum Bau freigegebenen Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Sie sank um mehr als ein Viertel – von gut 28 300 im Vorjahr auf knapp 20 700. Allein seit 2021 hat sich die Zahl mehr als halbiert.
Noch nicht aufgelistet wurde hingegen die Zahl neuer Wohnungen, die 2024 im Bestand oder in Nichtwohngebäuden genehmigt wurden. Frühere Statistiken zeigen, dass in diesen Kategorien wenige Tausend Wohnungen pro Jahr fallen. Das Tief zeigt sich auch bei den 50 Sparkassen im Südwesten. Ihr Neugeschäft mit Krediten für den privaten Wohnungsbau hat sich etwas erholt. Das Volumen lag 2024 mit 8,5 Milliarden Euro den Angaben zufolge rund 30 Prozent über dem schwachen Vorjahr. Gut 85 Prozent davon entfielen auf die Finanzierung von Bestandsimmobilien. "Impulse für den Neubau fehlen", sagte Sparkassenpräsident Matthias Neth.