Berlin (dpa). – Hohe Mieten in den Großstädten führen aus Sicht der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zu einer steigenden Zahl an Pendlern. "Weil das Wohnen in Deutschlands Großstädten nach jahrelangen teils exorbitanten Mietsteigerungen für viele Beschäftigte nicht mehr bezahlbar ist, bleibt für sie als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei", sagte der Vorsitzende Robert Feiger nach einer Mitteilung der Gewerkschaft.
Feiger berufe sich auf jüngste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA), nach denen im ersten Halbjahr 2020 rund 13 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland täglich ihre Stadt oder ihren Landkreis auf dem Weg zu Arbeit verließen. Das waren rund 200 000 mehr als ein Jahr zuvor. Darüber habe zuvor die "Rheinische Post" berichtet. Nach einer früheren Datenauswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung pendelten zuletzt sogar 19,3 Millionen Beschäftigte, 4,4 Millionen mehr als im Jahr 2000. Die Zunahme liegt den Angaben zufolge vor allem am Beschäftigtenzuwachs in den vergangenen Jahren. In der Bauwirtschaft seien lange Anfahrtswege besonders verbreitet.
