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Elektrische Kehrmaschinen gewinnen an Bedeutung

Winnenden (ABZ). | Elektrisch angetriebene Kehrmaschinen gewinnen in kommunalen Fuhrparks und bei Dienstleistern zunehmend an Bedeutung.

Von ABZ
Im kommunalen Einsatz
Auch wenn die Kehrmaschine einen normalen Arbeitseinsatz ohne Zwischenladen erledigen kann, sollte die Infrastruktur genügend Lademöglichkeiten beispielsweise für Sondereinsätze bei hohem Schmutzaufkommen bieten. | Foto: Kärcher

Winnenden (ABZ). | Elektrisch angetriebene Kehrmaschinen gewinnen in kommunalen Fuhrparks und bei Dienstleistern zunehmend an Bedeutung. Nach Angaben von Kärcher liegt der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge für die kommunale Reinigung in Ländern wie Schweden, Norwegen oder der Schweiz bereits bei bis zu 50 %. Gründe dafür seien unter anderem strengere Umweltvorgaben, geringere Wartungsaufwendungen und niedrigere Geräuschbelastungen im täglichen Einsatz.

Vor allem bei typischen kommunalen Reinigungsarbeiten könnten E-Kehrmaschinen dieselbetriebene Fahrzeuge inzwischen in vielen Bereichen ersetzen. Grenzen sieht das Unternehmen derzeit vor allem dort, wo sehr lange Fahrstrecken zurückgelegt werden müssen oder die notwendige Ladeinfrastruktur fehlt.

Ein wesentlicher Vorteil elektrisch betriebener Kehrmaschinen liegt laut Kärcher in der Reduktion von CO2-Emissionen. Viele Kommunen seien inzwischen verpflichtet, entsprechende Vorgaben und Klimaschutzziele umzusetzen. Elektrisch betriebene Fahrzeuge würden daher zunehmend Bestandteil kommunaler Beschaffungsstrategien.

Neben den Emissionen spiele auch die Geräuschentwicklung eine wichtige Rolle. E-Kehrmaschinen arbeiten nach Herstellerangaben deutlich leiser als Fahrzeuge mit Dieselmotor. Das reduziere die Belastung für Fahrer, Anwohner und Passanten, insbesondere bei Reinigungsarbeiten in Wohngebieten oder in den frühen Morgenstunden.

Auch der Fahrerkomfort verbessere sich durch den elektrischen Antrieb. Da kein Dieselmotor vorhanden sei, entfallen laut Kärcher viele Vibrationen, die bei konventionellen Maschinen während eines langen Arbeitstages auftreten. Zudem reduziere sich der Wartungsaufwand, weil beispielsweise kein Ölwechsel erforderlich sei.

Wer kommunale Fahrzeugflotten auf elektrische Kehrmaschinen umstellen möchte, sollte laut Kärcher bereits im Vorfeld die örtlichen Rahmenbedingungen analysieren. Dazu gehören unter anderem Streckenprofile, Einsatzdauer und Ladeinfrastruktur.

Besonders bei anspruchsvollen Einsätzen mit langen Fahrwegen oder vielen Steigungen müsse geprüft werden, ob ausreichend Ladepunkte mit der notwendigen elektrischen Absicherung vorhanden sind. Gleichzeitig empfiehlt das Unternehmen, Fahrzeuge auszuwählen, die eine komplette Arbeitsschicht ohne Zwischenladen absolvieren können.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Rekuperation. Wie bei anderen Elektrofahrzeugen wird Bewegungsenergie beim Bremsen oder bei Bergabfahrten zurückgewonnen und in elektrische Energie umgewandelt. Diese Energie wird anschließend wieder in die Batterie eingespeist.

Nach Angaben von Kärcher kann dieser Prozess die Einsatzdauer der Maschinen verlängern und damit die Einsatzplanung erleichtern. Einige Fahrzeuge bieten zusätzlich die Möglichkeit, die Rekuperation per Knopfdruck zu verstärken, um mehr Energie zurückzugewinnen.

Zu den zentralen Kriterien bei der Anschaffung zählen laut Hersteller Kapazität, Reichweite und Energieeffizienz der Fahrzeuge. Gleichzeitig müssten die Maschinen im kommunalen Alltag ausreichende Fahrleistungen bieten. Dazu gehören unter anderem Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h im Straßenverkehr sowie eine ausreichende Steigfähigkeit.

Auch die Größe des Kehrgutbehälters sei entscheidend. Ein größerer Behälter ermögliche längere Einsatzzeiten, ohne dass die Arbeit durch häufiges Entleeren unterbrochen werden müsse. Darüber hinaus verweist Kärcher auf Vorteile von Maschinen mit zwei getrennten Batteriepacks. Trete an einem Batteriesystem ein technisches Problem auf, müsse nicht die gesamte Batterie ersetzt werden. Das könne Wartungskosten reduzieren und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge erhöhen.

Für den täglichen Einsatz sei zudem wichtig, dass Komponenten wie Akkus oder Onboard-Ladegeräte so verbaut werden, dass die Fahrzeuge weiterhin unkompliziert gereinigt werden können. Nach Herstellerangaben sollten auch innenliegende Bauteile gegen Wasser geschützt sein, damit die Reinigung mit dem Wasserschlauch möglich bleibt.

Neben der Technik sieht Kärcher auch die Schulung der Anwender als wichtigen Bestandteil der Elektrifizierung kommunaler Fuhrparks. Eine angepasste Fahrweise und ein sachgerechter Umgang mit Rekuperation und Ladezyklen könnten die Reichweite und Effizienz der Fahrzeuge beeinflussen.

Deshalb empfiehlt das Unternehmen, bei der Wahl des Herstellers auf Beratungs- und Schulungsangebote zu achten. Dadurch ließen sich die Möglichkeiten elektrisch betriebener Kehrmaschinen im Arbeitsalltag besser nutzen.

Elektrische Kehrmaschinen können laut Kärcher je nach Fahrzeugtyp auch mit weiteren Anbaugeräten ausgestattet werden. Dazu zählen beispielsweise Schrubbdecks oder Frontkehrwalzen für leichte Schneefälle. In Regionen mit hohen Schneemengen seien dagegen häufig größere Fahrzeuge mit Allradantrieb erforderlich.

Bei der Steuerung von Anbaugeräten sieht das Unternehmen Vorteile in hydraulischen Systemen. So könne der Wechsel von Anbaugeräten einfacher durchgeführt werden, ohne dass elektrisch geschulte Fachkräfte erforderlich seien. Ein weiterer Vorteil zeige sich bei Blockaden, etwa durch Schachtdeckel oder Hindernisse. Wird ein hydraulisch angetriebener Besenmotor blockiert, stoppt der Ölfluss nach Angaben des Unternehmens automatisch und setzt sich nach dem Lösen der Blockade fort. Bei elektrisch angetriebenen Systemen könne der Motor dagegen weiterlaufen und dadurch beschädigt werden.

Nach Einschätzung von Kärcher wird die Elektrifizierung kommunaler Reinigungsflotten in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Ausschlaggebend dafür seien neben gesetzlichen Vorgaben vor allem Fortschritte bei Batterietechnik, Reichweite und Ladeinfrastruktur.

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