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Neue Anlage produziert hochwertige Baustoffe

Heidelberg Materials Mineralik DE hat den Steinbruch Nußloch umgerüstet, um mit SBM-Technik hochwertige Baustoffe für Rhein-Neckar herzustellen. Produktionsstart: März 2025.

Von ABZ
Im Steinbruch Nußloch
Als Nachbrecher sorgt der reversierbare Horizontal-Prallbrecher SMR 10/5/4 laut Hersteller für eine große Flexibiltät in der bedarfsgerechten Bereitstellung aller Lieferkörnungen. | Foto: SBM Mineral Processing

Nußloch (ABZ). – Nach der Einstellung der Klinkerproduktion im Zementwerk Leimen Anfang 2023 hat Heidelberg Materials Mineralik DE den traditionsreichen Steinbruch Nußloch für eine neue Nutzung umgerüstet.

Mit Aufbereitungstechnik von SBM Mineral Processing werden dort hochwertige Betonzuschlagstoffe und Straßenbaumaterialien für die Rhein-Neckar-Region hergestellt.

Der Steinbruch Nußloch lieferte seit den frühen 1960er-Jahren Kalkstein und Mergel für das Zementwerk Leimen. Nach der Produktionsumstellung musste die bestehende technische Ausrüstung durch neue Aufbereitungstechnik ersetzt werden. Mitte 2023 erhielt die österreichische SBM Mineral Processing den Zuschlag für die komplette Aufbereitungstechnik mit Primär-, Sekundär- und Tertiär-Brechstufe, jeweils mit Entstaubung, sowie der Nass-Aufbereitung aller Beton-Körnungen und Straßenbau-Schotter. Die kundenseitig gestellte Schlamm- und Abwasserbehandlung wurde in das Anlagenkonzept eingebunden.

Nach der Planfreigabe und Demontage der Altanlage begannen im April 2024 die Montagearbeiten der rund 540 t schweren Anlagenteile. Nach sieben Monaten Montage und anschließender elektrischer Installation wurde die Anlage im März 2025 in Betrieb genommen. Die Gesamtdurchlaufzeit ab Auftragsvergabe betrug knapp unter 20 Monate.

"Die Zusammenarbeit mit SBM war über den gesamten Planungs- und Ausschreibungsprozess sowie die Bauphase hinweg absolut überzeugend", erklärt Prokurist Nicki Beyerle, Leiter Produktion und Technik Süd bei Heidelberg Materials Mineralik. "Unsere technischen Vorgaben wurden voll erfüllt." Die neue Anlage nutzt vorhandene Substanz und Freiflächen rund um die bestehende Maschinenhalle. Mit 60-Kubikmeter-Aufgeber und Zweideck-Vorabscheider VARK 14/30-2 wurde der Horizontal-Prallbrecher RHS 13/16/4 auf dem angepassten Fundament des bisherigen Vorbrechers platziert. Der Vorabscheider trennt in das Brechgut 80/800, die Bypass-Fraktion 30/80 sowie die Vorabsiebung 0/32, die als Material direkt in den unqualifizierten Wegebau wandert oder bei Bedarf dem auf 0/200 gebrochenen Gestein hinzugefügt werden kann. Beschickt durch Großradlader ab Zwischenhalde oder direkt durch 50-Tonnen-Skw, erreicht der Vorbrecher laut Hersteller eine Aufgabeleistung von 350 bis 400 t/h.

Über ein rund 130 m langes, eingehaustes Land- beziehungsweise Steigförderband mit 90-Grad-Umlenkstation gelangt das Brechgut in ein 200-Kubikmeter-Puffersilo auf dem höher gelegenen Areal mit Sekundär- und Nachbrecher sowie den insgesamt vier Produktions-Siebstufen. Als Sekundärbrecher kommt der reversierbare Horizontal-Prallbrecher SMR 13/13/4 zum Einsatz. Direkt unterhalb des Puffersilos platziert, produziert dieser das Zwischenkorn 0/50 mit einer Stundenleistung bis 280 t und ist wie der nachgeschaltete Tertiärbrecher an die Entstaubung mit Verladesilo angeschlossen.

Das über Bandwaagen erfasste Zwischenkorn 0/50 gelangt auf das Doppeldeck-Waschsieb KS 24/70/2, wo es zur Weiterverarbeitung in die Fraktion 8/50, das Endkorn 2/8 sowie in die Feinfraktion 0/2 getrennt wird. Letztere durchläuft zur Entwässerung beziehungsweise Entfüllerung eine direkt unterhalb des Waschsiebes platzierte CABrex-Compactanlage der österreichischen CAB-Gruppe mit Hydrozyklon, die Sande 0/2 mm – bei Bedarf auch 0/1 mm – herstellt. Das Prozesswasser aus Waschsieb und Entwässerung gelangt zur Wiederverwertung in die anlageneigene Abwasseraufbereitung mit angeschlossener Kammerfilterpresse.

Das gewaschene Zwischenkorn 8/50 durchläuft die beiden hintereinander aufgereihten SBM-Produktionssiebmaschinen KQ 15/740/2,5 (2,5-Deck) und den Eindecker KQ 15/40/1, die alle restlichen Endkörnungen 8/16, 16/22, 22/32 sowie 32/45 herstellen. Anfallende Überschusskörnungen oder Nachbrech-Chargen zur kurzfristigen Bedarfsdeckung kleinerer Fraktionen können über ein Rückführband zum Tertiärbrecher SMR 10/5/4 (0/50; bis 80 t/h) geleitet werden.

Bei einer Produktionsleistung der Anlage von rund 280 t/h werden alle Endprodukte über Haldenbänder auf Lieferhalden mit einem Gesamtvolumen von rund 10.000 t in unmittelbarer Nähe zur Anlage gelagert und dort auf eigene oder Kundenfahrzeuge verladen, heißt es. Aufgrund der Qualität ihrer eigen- und fremdüberwachten Endprodukte plant Heidelberg Materials Mineralik DE laut eigener Aussage mittelfristig mit einer Jahresproduktion von insgesamt 400.000 t – davon anteilig 60 % Betonzuschlagstoffe und 40 % Straßenbau-Materialien. Der Personalaufwand bleibt durch weitgehend automatisierte Abläufe überschaubar: Sieben Mitarbeitende pro Schicht sind für den Gesamtbetrieb inklusive Abbau notwendig. Die Anlage ist für den saisonübergreifenden Betrieb ausgelegt – bis –3°C ist die Produktion auch ohne aufwändige Einhausung möglich. In puncto Nachhaltigkeit erhielt das neue Werk bereits kurz nach Inbetriebnahme das Nachhaltigkeits-Zertifikat in Gold des Concrete Sustainability Council (CSC).

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