Rohrdorf (ABZ). – Das Abwärmekraftwerk im Zementwerk Rohrdorf produziert seit Januar 2024 zertifizierten Grünstrom. Wie das Unternehmen mitteilt, belegt ein von einem Umweltgutachter erstellter Herkunftsnachweis, dass rund ein Drittel der 18,3 Millionen kWh Strom, der 2024 im Kraftwerk produziert wurde, aus erneuerbarer Energie stammt.
Im Jahresdurchschnitt lag der biogene Anteil bei 34 %. Rund 6 Millionen Kilowattstunden Strom aus biogenen Quellen wurden 2024 im Rohrdorfer Abwärmekraftwerk erzeugt. Diese Menge entspricht nach Unternehmensangaben der Versorgung von 1700 Haushalten für ein Jahr. Die Einspeisung wurde von einem Umweltgutachter im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes registriert.
Das Rohrdorfer Abwärmekraftwerk erhielt bereits im Jahr seiner Fertigstellung, 2011, den "Energy Efficiency Award" von der Deutschen Energieagentur (dena). In dem Verfahren wird aus bisher ungenutzter Abgaswärme Wasserdampf erzeugt. Dieser treibt eine Turbine an, die über einen Generator elektrischen Strom erzeugt. Mit der Verstromung der Abwärme erzeugt das Zementwerk bis zu einem Drittel seines gesamten Stromverbrauchs selbst.
In den letzten Jahren stieg der Anteil biogener Brennstoffe, wie etwa Papier, Pappe, Baumwollreststoffe und Altreifen stetig an. Offiziell anerkannt wird die Grünstromproduktion aber erst mit der Zertifizierung, der ein neunmonatiger Antrags- und Prüfungsprozess vorausgegangen war.
"Die nun offiziell anerkannte, umweltfreundliche Stromproduktion unseres Abwärmekraftwerks ist eine sehr gute Nachricht für Rohrdorfer", erklärt Dr. Christopher Ehrenberg, technischer Leiter der Rohrdorfer Zementsparte. "Da Zement in unserem Transportbeton sowie unseren Fertigteilen und Betonwaren enthalten ist, verbessert sich automatisch auch der CO₂-Fußabdruck dieser Rohrdorfer-Produkte. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern mittlerweile auch ein Wettbewerbsvorteil, da der Markt für CO₂-reduzierte Baustoffe spürbar wächst."
Bis 2030 soll der durchschnittliche Anteil biogener Brennstoffe – und damit die Grünstromproduktion – laut Rohrdorfer weiter steigen.