Berlin (ABZ). – Das Bauunternehmen Wolff & Müller hat den Auftrag für den schlüsselfertigen Bau des iQ space Berlin-Mitte erhalten. Das zehngeschossige Gebäude für biomedizinische Forschung und Innovation entsteht nördlich des Berliner Hauptbahnhofs mit einer Gesamtfläche von rund 20 000 m2.
Das Investitionsvolumen beträgt nach Aussage der Projektverantwortlichen rund 200 Millionen Euro. Entwickelt wird das Zentrum von iQ spaces – dem Life-Science-Spezialisten von Rockstone Capital Partners – und UBS Asset Management in Kooperation mit der Bayer AG, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health in der Charité. Wolff & Müller übernahm die Baustelle am 20. November 2025 und begann mit den Arbeiten.
Der Auftrag umfasst die schlüsselfertige Realisierung ab der Baugrube sowie die Planungsleistungen ab Leistungsphase 5 und den Bau der Außenanlagen. Die Hauptleistungen sollen laut Unternehmen bereits Ende 2027 abgeschlossen sein, die Gesamtfertigstellung ist für April 2028 vorgesehen.
Das Stuttgarter Bauunternehmen hatte sich Ende 2024 in einem mehrstufigen Auswahlverfahren für die Preconstruction-Phase durchgesetzt. In dieser Phase ermittelten die Bauherren, ihre Planer und der Projektsteuerer SMV gemeinsam mit Wolff & Müller das Bausoll. Die frühe Einbindung des Bauunternehmens ermöglichte es nach Angaben des Unternehmens, technische und organisatorische Lösungen frühzeitig abzustimmen und Bauabläufe effizient zu planen.
„Die größte Herausforderung des Projektes ist die extrem kurze Bauzeit von zwei Jahren. Hier kommt uns die Preconstruction-Phase zugute, dank der wir inhaltlich bereits zum Baustart tief im Projekt stecken“, sagt Ingmar Linde, Leiter der Wolff & Müller Hoch- und Industriebau Niederlassung Berlin. Für die Umsetzung des komplexen Schlüsselfertigbau-Projekts setzt das Unternehmen auf digitale und prozessoptimierte Methoden.
Zum Einsatz kommen Building Information Management (BIM) und Lean-Anwendungsfälle wie Taktplanung und -steuerung, Kanban und Shopfloor Management. Bei innerstädtischen Großprojekten stellt auch die Baustellenlogistik eine Herausforderung dar. Für die Lagerung von Baumaterialien, die Anlieferung und den Einsatz von Maschinen steht nur wenig Platz zur Verfügung. Wolff & Müller hat für die unterschiedlichen Projektphasen ein mehrstufiges Logistikkonzept entwickelt.
Der iQ space Berlin-Mitte ist Teil des Bayer Open Innovation Campus am Nordhafen von Berlin. Herzstück des Vorhabens ist das Berlin Center for Gene and Cell Therapies, das sowohl einen auf Start-ups ausgerichteten Incubator als auch eine GMP-Pilotproduktionsanlage für Gen- und Zelltherapien umfasst. GMP steht für „Good Manufacturing Practice“ und bezeichnet strenge Qualitätsstandards für die Herstellung von Arzneimitteln und medizinischen Produkten.
Träger der Incubator-Gesellschaft sind die Bayer AG und die Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die GMP-Pilotproduktionsanlage steht unter der Trägerschaft des Berlin Institute of Health und wird von der Probiogen AG betrieben. Ein weiterer zentraler Nutzer des Gebäudes ist das Bayer Co.Lab als Innovations- und Kooperationshub für Biotech-Start-ups und Partnerunternehmen. Das Projekt zählt laut Angaben der Beteiligten zu den größten Life-Science-Entwicklungsprojekten in Europa. Das Ziel ist, Innovationen schneller für Patienten verfügbar zu machen, indem Spitzenforschung, klinische Praxis und Industrie zusammengebracht werden.