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Mit vorgefertigten Fassadenelementen umgesetzt

Vierstöckiges Holzbau-Verwaltungsgebäude in Ingelheim bietet 300 Plätze, ist modular, energieeffizient und wurde binnen 8 Monaten montiert.

Von ABZ

Ingelheim (ABZ). – Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen hat ein vierstöckiges Bürogebäude in Holzbauweise errichten lassen, das Platz für rund 300 Arbeitsplätze bietet. Rubner Ingenieurholzbau montierte die Gebäudehülle mit vorgefertigten Wandelementen, Fenstern und Pfosten-Riegel-Fassaden innerhalb von acht Monaten.

Das vom Bundesland Rheinland-Pfalz geförderte Gebäude bietet auf insgesamt rund 5000 m² Nutzfläche neben den Arbeitsplätzen auch eine Kantine und Tiefgarage. Der energieeffiziente Neubau ist laut Angaben des Herstellers modular konzipiert und dadurch einfach erweiter- oder rückbaubar.

Die vorgehängte Fassade besteht aus einer Holzrahmenkonstruktion aus Einzelelementen mit einer Verschalung aus beschichteter, vorgegrauter Weißtanne, die naturbelassen altert. Rubner hat für die Gebäudehülle rund 3840 m² Fassade mit Wandelementen, rund 566 Holz-Aluminium-Fenster und 230 m² Pfosten-Riegel-Fassaden konstruiert, vorgefertigt und montiert. Durch die Vorfertigung der Holzbauteile parallel zum Massivbau der Tiefgarage und der Treppenhäuser konnten die Holztragkonstruktion und die Außenfassade direkt nach Abschluss des Rohbaus montiert werden. Die vorgefertigten Holzrahmenbau-Wandelemente kamen mit Abmessungen von bis zu 15 x 3,5 m auf die Baustelle. Integriert im Element waren bereits sämtliche Fenster, Sonnenschutzanlagen, Blechleibungen sowie die vorvergrauten Schalungsbretter.

Der Neubau wurde vom Architekturbüro Canzler in Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement der Kreisverwaltung als viergeschossige Holzskelett-Konstruktion konzipiert. Das Volumen bildet ein langgestrecktes U, in dem mittig ein zweigeschossiger Pavillon mit Haupteingang eingestellt ist. Die Tragkonstruktion wurde von der Fast + Epp GmbH geplant und berechnet und von W. u. J. Derix in Brettschichtholz aus Birke ausgeführt, die Decken in Brettsperrholz aus Fichte. Durch gesteckte Verbindungen konnte weitgehend auf Stahlbauteile verzichtet werden, die ansonsten zur Einhaltung der Brandschutzanforderungen hätten verkleidet werden müssen. Lediglich das Untergeschoss und die Treppenhauskerne wurden in Stahlbetonweise realisiert.

Das im August 2023 fertiggestellte Gebäude wird als Verwaltungsgebäude für etwa 300 Personen genutzt. Es beherbergt in den vier oberirdischen Geschossen rund 180 Büros, Besprechungs-, Sanitär-, Technik-, Nebenräume sowie eine Kantine.

Das Untergeschoss wird als Tiefgarage, Lager sowie für die technische Gebäudeausrüstung genutzt. Mithilfe des gesteckten Tragsystems ist es bei diesem Neubau nach Angaben des Unternehmens gelungen, die Kreislaufeffektivität in großem Maßstab mitzudenken. Das Gebäude kann in Zukunft nicht nur einfach erweitert, sondern auch problemlos zurückgebaut werden. Die Bauelemente werden dann nach Material sortenrein getrennt und wieder dem Kreislauf zugeführt.

Durch die rund 2000 m³ verbauten Fichten- und Birkenhölzer wurden im Vergleich zur konventionellen Stahlbetonbauweise bereits bei der Herstellung rund 2000 t CO2 eingespart. Das KfW55-Gebäude benötigt nur 55 % der Energie eines konventionellen Neubaus. Dadurch werden jedes Jahr fast 200 t CO2 eingespart. Die Heizung wird über Kraft-Wärme-Kopplung mittels einer Holzpellet-Anlage geregelt, eine Photovoltaikanlage trägt einen Anteil am Stromverbrauch.

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