Bleniotal/Schweiz (ABZ). –Der Staudamm Val Malvaglia im Tessin wurde 1959 als Teil eines groß angelegten Projekts zur Nutzung der Wasserkraft im Schweizer Bleniotal in Betrieb genommen. Die doppelt gekrümmte Bogenstaumauer mit einer Höhe von 92 m und einer Kronenlänge von 292 m dient seither als Ausgleichsbecken für das Kraftwerk Biasca, das eine Fallhöhe von 680 m nutzt und zu den leistungsstärksten Anlagen der Region zählt.
Die gesamte Infrastruktur, zu der auch die Stauseen Luzzone und Carassina sowie die Kraftwerke Olivone und Luzzone gehören, wurde zwischen 1956 und 1963 errichtet.
Im Sommer 2025 wurde im Rahmen der laufenden Instandhaltung eine komplexe Rundrüstung mit Außen- und Innenkranz am Abflussbauwerk des Staudamms vorgenommen. Dadurch konnte die Montage einer Schutzgitterkonstruktion vorbereitet werden. Diese soll zur Verbesserung der hydraulischen Sicherheit und der Sedimentabfuhr dienen. Das ausführende Unternehmen war die Moponta SA, ein regionaler Gerüstbauspezialist mit Sitz im Tessin.
Für das Projekt am Staudamm wurden rund 20 t modulares RINGSCAFF-Gerüstsystem des Hagener Herstellers Scafom-rux eingesetzt.
Die Rüstung wurde auf Basis eines digitalen 3D-Modells geplant, das zuvor mittels Drohne und Punktewolke erstellt worden war. Dieses Modell diente dem Metallbauer als Grundlage für die Konstruktion des Schutzgitters und ermöglichte gleichzeitig eine präzise Abstimmung der Gerüstplanung, so die Beteiligten.
Ableitung des Eigengewichts der Konstruktion
Die Montage begann mit dem Aufbau eines kreisrund um den Abfluss laufenden Außenpodests, das allerdings nirgendwo aufstand, sondern frei am Abfluss verankert werden musste. Dann folgte die segmentweise Vormontage der Innenrüstung, die anschließend per Kran in ihre finale Position gehoben wurde. Eine besondere Herausforderung bestand laut Bauleiter Giuliano Barbisan in der Ableitung des Eigengewichts der Konstruktion sowie in der exakten Platzierung der Gerüstelemente, um die spätere Metallkonstruktion nicht zu behindern.
Die Wahl des RINGSCAFF-Systems erwies sich laut Barbisan aufgrund seiner flexiblen Handhabung als ideal, da im laufenden Rüstungsprozess Anpassungen hinsichtlich einzelner Feldlängen nötig waren, um die späteren Metallbauarbeiten nicht zu beeinträchtigen. Die Rüstung bleibt für etwa vier Monate bestehen.
Spezialisiert auf Gerüstmontagen aller Art
Das Unternehmen Moponta SA wurde 1989 gegründet und beschäftigt derzeit 15 Mitarbeitende. Die Firma ist in Riazzino ansässig und im gesamten Schweizer Kanton Tessin aktiv. Laut eigenen Angaben ist man spezialisiert auf Gerüstmontagen aller Art – von Fassaden- und Industriegerüsten über Sonderbauten bis hin zu Eventstrukturen.
Besonders hervorgehoben wird die Flexibilität und Präzision des Teams. Zu den Referenzprojekten zählt unter anderem die Einrüstung einer Eishalle, die mit einem Notdach von 4500 m² und einer Spannweite von 46 m versehen wurde. Das Unternehmen sagt von sich selbst, es sei kein Projekt zu klein, zu kühn oder zu groß.