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Neue Recyclinganlage für Mineralwolle in Ferndorf

Knauf investiert 30 Millionen Euro in eine neue Recyclinganlage in Ferndorf, Österreich. Die Anlage wird ab Ende 2026 betrieben und dient der Rücknahme von Mineralwolle aus Bau- und Sanierungsabfällen.

Von ABZ
Knauf Insulation Recyclinganlage in Ferndorf, Österreich
Mit der Anlage soll eine Infrastruktur für die Rücknahme und Aufbereitung von Mineralwolle-Abfällen aus Bau, Sanierung und Rückbau entstehen. | Foto: Fotostudio Glanznig

Ferndorf|Österreich (ABZ) | Für eine neue Recyclinganlage von Knauf Insulation im österreichischen Ferndorf, Kärnten, ist nach Angaben der Knauf Gruppe die Baugenehmigung erteilt worden. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben 30 Millionen Euro in die Anlage, in der künftig Mineralwolle wie Glaswolle und Steinwolle recycelt und als Rohstoff wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden soll. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2026 geplant.

Mit der Anlage soll eine Infrastruktur für die Rücknahme und Aufbereitung von Mineralwolle-Abfällen aus Bau, Sanierung und Rückbau entstehen. Hintergrund ist unter anderem das in Österreich ab dem 1. Januar 2027 geltende Deponierungsverbot für sogenannte künstliche Mineralfasern, zu denen Glas- und Steinwolle zählen. Damit gewinnt nach Angaben von Knauf der Aufbau von Rücknahme- und Recyclingstrukturen an Bedeutung.

Die Anlage in Ferndorf ist laut Herstellerangaben darauf ausgelegt, Mineralwolle aus ganz Österreich anzunehmen und aufzubereiten. Gemeinsam mit der ABCO Abfallconsulting GmbH soll dafür ein österreichweites Sammelsystem aufgebaut werden. Über die Plattform mineralwolle-recycling.com können private Bauherren und Bauunternehmen bereits Big Bags für die Sammlung bestellen. ABCO übernimmt nach Angaben von Knauf die Abholung und den Transport zum Standort Ferndorf sowie das Qualitätsmanagement.

Verbindliche Übernahmekontrollen sollen dabei die Materialqualität entlang des Prozesses sichern. Ab Spätsommer 2026 sollen in einem österreichweiten Netz von Übernahmestellen auch größere Mengen in Big Bags zurückgenommen werden. Dabei erfolgt eine getrennte Sammlung von Glaswolle, Steinwolle und Tektalan.

In Ferndorf soll das gesammelte Material noch in diesem Jahr in einem patentierten Schmelzverfahren zu Granulat verarbeitet werden. Dieses kann nach Angaben von Knauf ohne weitere Aufbereitung beispielsweise im rund 125 Kilometer entfernten Knauf Insulation Werk in Škofja Loka, Slowenien, als Rohstoffersatz eingesetzt werden.

»Das ist ein wichtiger Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft, mit einer Bedeutung für ganz Österreich«, sagt Joachim Wieltschnig, Geschäftsführer der neuen Recyclinganlage. »Wir schonen natürliche Ressourcen und unterstützen gleichzeitig die österreichische Bauwirtschaft bei der Umsetzung der kommenden regulatorischen Anforderungen.«

Knauf bezeichnet Investitionen in die Kreislaufwirtschaft als Teil der eigenen Strategie zur Rohstoffversorgung. Neben dem Recycling von Mineralwolle investiert die Unternehmensgruppe nach eigenen Angaben auch in das Recycling von Gips. Dazu wurden bereits Joint Ventures mit lokalen Partnern in Bayern und Frankreich angekündigt.

Im bayerischen Neuhof an der Zenn soll bis 2027 eine Gipsrecyclinganlage entstehen. Nach Angaben von Knauf soll dort eine Anlage errichtet werden, die dem Unternehmen zufolge zu den modernsten ihrer Art zählt. Dr. Uwe Knotzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Knauf Gruppe: »Wir treiben das Thema Recycling voran. Knauf nutzt seine technologische Kompetenz und arbeitet mit Partnern zusammen, um Produkte zu schaffen, die das Bauen der Zukunft ermöglichen: erschwinglich, nachhaltig und intelligent.«

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