Kiel (dpa). – Vor dem Hintergrund sinkender Schiffspassagen fordert die Initiative Kiel-Canal eine Vertiefung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) um mindestens einen Meter und einen verbindlichen Ausbaupfad.
„Der Kanal ist für viele Reeder keine zwingende Route, sondern eine Option - und genau deshalb zählen Verlässlichkeit, Geschwindigkeit und Planbarkeit, sagt der Vorsitzende der Initiative, Jens B. Knudsen, der Deutschen Presse-Agentur.
„Damit der Nord-Ostsee-Kanal für die Schifffahrt wieder deutlich attraktiver wird, braucht es aus unserer Sicht vor allem eine klare strategische Trendwende.“ 2024 waren auf der wichtigen Wasserstraße 24866 Schiffe (minus 6,73 Prozent im Vergleich zu 2023) unterwegs. Die Ladungsmenge ging um 2,1 Prozent auf knapp 75,6 Millionen Tonnen zurück. Dafür wurden die Schiffe immer größer. Die sogenannte Bruttoraumzahl, die rechnerische Gesamtgröße eines Schiffes, stieg von 5476 auf 5688.
Notwendig sei ein verbindlicher Ausbaupfad inklusive eines zeitnahen Beginns des zweiten Bauabschnitts der Oststreckenerweiterung, sagt Knudsen. „Nur so kann dauerhaft zusätzliche Kapazität geschaffen und die Leistungsfähigkeit des Kanals langfristig gesichert werden.“
Die sogenannte Oststrecke zwischen Rendsburg und Kiel ist eine Engstelle des Kanals, in der große Schiffe bei entgegenkommendem Verkehr in sogenannte Kanalweichen fahren müssen. Im November wurde im Beisein von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) der erste von insgesamt drei Abschnitten zwischen Großkönigsförde und Schinkel offiziell freigegeben. Seit 2023 gilt für Schiffe auf dem Kanal ein Langsamfahrgebot von Tempo 12. Zuvor durften etwas kleinere Containerschiffe noch Tempo 15 fahren. Dadurch dauert eine Passage von Kiel nach Brunsbüttel und umgekehrt etwas länger.