Breitnau (ABZ). – Zum Jahresende 2024 hat ein zwölfköpfiges Team der B+H Bau im Auftrag der Deutschen Bahn eine Straßenüberführung in Breitnau erneuert, etwa 30 km östlich von Freiburg. Die Brücke führt über die Bahnstrecke 4300, auf der die "Höllentalbahn" unterwegs ist, die den Schwarzwald von Westen nach Osten quert und als steilste Bahnstrecke Deutschlands gilt.
Die neue Brücke im Höllental ist 6 m hoch, 13 m lang und 5 m breit. Für die Erstellung der Bohrpfahlstützwände und der Widerlagerflügel wurden Schalungslösungen von Paschal eingesetzt. Ein Widerlager ist der Teil des Unterbaus einer Brücke, der den Übergang zwischen Brückenbauwerk und dem Bahndamm bildet. Die Ausführungsplanung stammt vom Ingenieurbüro Wehrle in Regensburg. Die Deutsche Bahn investiert insgesamt 2,2 Millionen Euro für eine starke Schiene im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald.
Von Ende Mai bis Anfang Juni 2024 wurde der Zugverkehr eine Woche lang gesperrt, um die alte Brücke abzureißen. Zudem wurde eine Bohrpfahlstützwand aus 39 Bohrpfählen erstellt, die 15 m tief sind. Sie dient dazu, das Gleis auf einer Hangseite in einem Bereich von knapp 600 m² zu schützen und den Hang abzustützen. Nick Meiners ist der zuständige Projektleiter bei der Firma B+H Bau.
Er erinnert sich: "Die Bodenverhältnisse vor Ort – der Boden besteht aus Gestein und Granit – haben die Bohrarbeiten erschwert. Zudem erforderten die engen Platzverhältnisse ein hohes Maß an Organisation und Planung." Meiners stimmte sich daher eng mit dem Projektleiter der Deutschen Bahn, Alexander Schmidt, ab.
Von Juni bis August wurden die Widerlager errichtet, dessen Wände bis zu 6 m hoch sind. Um die Standfestigkeit zu erhöhen und erdbebensicher zu bauen, wurden unter den Widerlagern zwölf Gründungspfähle im Boden eingebracht. "Um diese Gründungspfähle herzustellen, die neun Meter tief sind, sind wir in dieser Zeit mit einem 75 Tonnen schweren Bohrgerät in den Gleisbereich eingefahren", erläutert der Projektleiter von B+H Bau. Um die Pfahlkopfplatten zu betonieren, wurde die Paschal-Schalungslösung LOGO.3 verwendet.
Herausforderung des Brückenbauprojekts
Zur Organisation gehörte auch eine angepasste Verkehrsführung der viel befahrenen B 31. "Die Ausweichstrecke war circa einen Kilometer lang. Während der Bauarbeiten mussten die An- und Abtransporte zur Baustelle also genau durchdacht sein", erklärt Meiners eine weitere Herausforderung des Brückenbauprojekts.
Beide Widerlager wurden zudem während des laufenden Zugverkehrs hergestellt, also in unmittelbarer Nähe zum Gleis, was einige Sicherheitsmaßnahmen mit sich brachte. Beispielsweise weisen alle Maschinen, mit denen unmittelbar in Gleisnähe gearbeitet wird, eine Schwenkbegrenzung auf.
Für das 1,25 m hohe Fundament der Widerlager kamen 80 m² der Rasterschalung von Paschal zum Einsatz. Für die geraden Wände des Widerlagers wurden 110 m² der Wandschalung LOGO.3 verwendet, für die gerundeten Wände kamen die LOGO-3-Systeme in Kombination mit der Trapezträgerrundschalung mit Klammerverbindung (TTK) zum Einsatz. Etwa 150 m² waren nötig, da die Schalung für den Bau des zweiten Widerlagers umgesetzt wurde.
Vorbereitung durch die Schalungsplaner
Eugen Schmidt ist der Schalungsfachberater, der auf Paschal-Seite das Projekt koordiniert. Er sagt: "Für die gebogenen Wände wurde die TTK bereits im Werk in Steinach vorgerundet; insgesamt gab es fünf verschiedene Radien von 2,05 bis 18,15 Meter. Es wäre aber auch möglich, die Schalung vor Ort ohne viel Aufwand anzupassen."
Der Projektleiter von B+H Bau, Nick Meiners, ist zufrieden mit der Vorbereitung durch die Schalungsplaner von Paschal: "Wir konnten auf der Baustelle ohne größere, vorherige Aufwendungen die Schalungselemente nach den von Paschal erstellten Plänen aufbauen." Der Verkehr über die Brücke und damit über die Höllentalbahn kann nun wieder rollen. Auch auf der bauma ist Paschal dabei. Zu finden ist das Unternehmen unter der Standbezeichnung FN.618/2.