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Sany testet vollelektrischen 23-Tonnen-Bagger SY215E

Sany testet den elektrischen Raupenbagger SY215E bei KIBAG in der Schweiz. Nach anfänglicher Skepsis begeistern niedriger Lärm, kein Gestank und geringe Betriebskosten.

Von ABZ
Praxistest in der Schweiz
Das vollelektrische Sany-Modell des Typs SY215E zeigt im Testeinsatz auf einer Baustelle der KIBAG in der Schweiz, was heutzutage schon möglich ist. Mit 23 Tonnen Einsatzgewicht und leistungsstarkem Lithium-Eisenphosphat-Akku arbeitet der Bagger leise, emissionsfrei und zuverlässig unter realen Bedingungen. Der Testeinsatz ist Teil der KIBAG-Initiative zur CO2-Reduktion und hebt den Verantwortlichen zufolge die Vorreiterrolle von Sany im Bereich elektrifizierter Baumaschinen hervor. | Foto: KIBAG

Boppard (ABZ). – Der chinesische Baumaschinenhersteller Sany testet seinen vollelektrischen 23-Tonnen-Raupenbagger SY215E unter realen Bedingungen bei der KIBAG in der Schweiz. Das Schweizer Bau- und Baustoffunternehmen prüft die Elektromaschine seit einigen Wochen auf verschiedenen Baustellen und in unterschiedlichen Einsatzbereichen.

Organisiert wurde der Testeinsatz von der Firma Multi Handling, dem Putzmeister-Partner für Sany-Baumaschinen in der Schweiz. Die KIBAG verfolgt das Ziel, den Dieselverbrauch und CO2-Fußabdruck zu senken und bis 2050 komplett emissionsfrei zu arbeiten.

Anfangs herrschte laut Angaben der Beteiligten eine gewisse Skepsis gegenüber der Elektromaschine. Man war unsicher, ob eine vollelektrische Maschine einen ganzen Arbeitstag auf der Baustelle durchhalten und die geforderte Leistung erbringen würde.

Die KIBAG setzte den SY215E unter realen Bedingungen im Aushub, bei klassischen Erdbauarbeiten sowie im Recyclingbereich ein.

Maschinist Roger Britt von der Kibag zeigte sich nach mehreren Einsatztagen begeistert: "Die Steuerung ist praktisch identisch mit einem normalen Bagger. Aber was auffällt, ist die Ruhe. Kein Lärm, kein Gestank, einfach nur arbeiten."

Sany hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren ein breites Portfolio an elektrifizierten Maschinen entwickelt. Das Angebot reicht vom Teleskoplader über Hafenkräne und Reachstacker bis hin zu Walzen, Minibaggern, Radladern und schweren Raupenbaggern. Die Elektromaschinen sind mit modernen Lithium-Eisenphosphat-Akkus ausgestattet. Diese gelten laut Hersteller als besonders sicher, da sie thermisch stabil sind und kaum Überhitzungs- oder Brandrisiken bergen.

Mit bis zu 5000 Ladezyklen sollen sie langlebig und wirtschaftlich sein. Die Akkus sind frei von Kobalt und anderen giftigen Materialien.

Die Elektromaschinen zeichnen sich nach Firmenangaben durch einen geringen Wartungs- und Serviceaufwand aus, da viele typische Verschleißteile von Verbrennungsmotoren entfallen. Dadurch reduzieren sich nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die Stillstandzeiten.

Trotz eines höheren Anschaffungspreises amortisieren sich die Elektromaschinen laut Sany durch die niedrigeren laufenden Kosten in kurzer Zeit. "Wir sind es schon gewöhnt, dass die Kunden skeptisch sind", berichtet Theo van Horck, Putzmeister Regional Sales Manager für die Schweiz.

"Die meisten meinen, dass sie auf der Baustelle Einbußen haben, wenn sie eine Elektro-Maschine einsetzen. Da ist es am besten, man testet die Maschinen einfach selbst in realen Einsätzen." Sany beschränkt sich beim Thema erneuerbare Energien nicht auf den Maschinenbau. Mit dem Geschäftsbereich "Sany Renewable Energies" entwickelt und fertigt das Unternehmen in China auch Windkraftanlagen und Solarpaneele.

Interessierte finden Sany auf der NordBau auf dem Freigelände Nord am Messestand N142.

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