Le Havre/Frankreich (ABZ). – Technisch und logistisch war es eine Herausforderung: Im Rahmen des Ausbaus des Fernwärmenetzes in der französischen Stadt Le Havre hatte das Straßenbauunternehmen A.L.B. TP aus Heuqueville Start- und Zielgrube für die Durchführung einer Bohrung unter Straßenbahngleisen für die Verlegung der Fernwärmerohre zu erstellen. Mit einer schlagkräftigen Lösung aus einer Hand, bei der erstmals bei einem Projekt eine Kombination aus Grabenverbau und Vibrationstechnik zum Einsatz kam, konnte die terra infrastructure GmbH laut eigener Aussage mit ihren Produkten dazu beitragen, dass die Tiefbaumaßnahme sicher, wirtschaftlich aber auch wesentlich schneller als geplant durchgeführt werden konnte.
Das Fernwärmenetz der Communauté Urbaine Le Havre soll bis 2025 von 12 auf 60 km erweitert werden. Mit dieser Maßnahme möchte man deutlich mehr Kunden den Zugang zu sauberer und günstiger Energie ermöglichen, heißt es. Für die Verlegung der neuen Fernwärmeleitung musste im Verlauf des Projektes unter anderem eine Bahnlinie unterquert werden. Die hierfür nötige 10 x 3 m große Startgrube und die 4 x 3 m große Zielgrube für die grabenlose Ausführung in rund 5 m Tiefe erstellte das ausführende Unternehmen mit technologischer Unterstützung und einem leistungsstarken Equipment von terra infrastructure.
Insbesondere das Baufeld stellte die Baupartner vor Herausforderungen. Die Baustelle im Zentrum von Le Havre mit seiner engen Bebauung bot nur wenig Platz für die Lagerung der eingesetzten technischen Gerätschaften und des benötigten Materials.
Hinzu kam, dass der sehr sandige Boden und der bei 2 m anstehende Grundwasserspiegel eine Grundwasserabsenkung erforderlich machte. Vor diesem Hintergrund setzten sich die Baupartner das Ziel, eine praktikable und gleichzeitig kostengünstige Lösung zu finden. "In dieser Situation haben wir für unseren Kunden ein Paket geschnürt, dass alle Anforderungen in hohem Maße erfüllt hat", erinnert sich Daniel Houllé, Vertriebsleiter terra infrastructure. "Es bestand im Wesentlichen aus dem Zusammenspiel von Grabenverbausystem und Vibrationstechnik – eine auch für uns ungewöhnliche spartenübergreifende Kombination, die wir zum ersten Mal bei einem Projekt angeboten haben." Hierzu gehörten verbauseitig, neben dem E+S Dielenkammerelement, 100 kaltgewalzte Spundwandprofile 6/8 in einer Baulänge von 7 m.
Das genannte Dielenkammerelement diente dabei als Einstell- und Gurtungselement für die Kanaldielen. "Es wird insbesondere in Bereichen eingesetzt, die von querlaufenden Leitungen stark durchzogen werden und der Großflächenverbau nicht zum Einsatz kommen kann", sagt Houllé weiter. Die Kanaldielen wurden in den 5 m tiefen Start- und Zielgruben mit einer Müller-Baggeranbauvibrationsramme der HFBV-Serie 2 m tief in den Untergrund gerammt.
Die HFBV-Serie – in Le Havre kam eine MS-5 HFBV zum Einsatz – mit variablem statischem Moment versprach maximale Leistung bei minimaler Bodenerschütterung. Damit eigenen sie sich ideal für Einsätze im innerstädtischen Spezialtiefbau oder für Arbeiten in schwingungssensibler Umgebung.
Die Gerätekombination aus einer Hand hat die Baupartner überzeugt. Daniel Houllé und die Bauleitung des ausführenden Unternehmens waren sich laut eigenem Bekunden einig, dass die synergetischen Effekte wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Unterquerung des Bahnkörpers technisch sauber, aber auch wirtschaftlich und deutlich schneller als im Bauzeitenplan vorgesehen, durchgeführt werden konnte.