Azendorf (ABZ). – Für mehr Klimaschutz am Bau: Der Armierungsmörtel maxit multi 300 C erweitert nach eigenen Angaben ab sofort die auf Pflanzenkohle basierende Produktreihe des Herstellers Maxit.
In seiner Ursprungsversion sei der faserverstärkte Mörtel bereits als dickschichtiger, mineralischer Kleber und Armierungsmörtel sowie als Schlussbeschichtung für WDV-Systeme aus Polystyrol oder Mineralwolle zum Einsatz gekommen. Nun wird ihm energiearm hergestellte Pflanzenkohle als Zuschlagstoff beigemischt, informiert der Hersteller. Der maxit multi 300 C sei daher in der Lage, dauerhaft CO2 zu speichern. Der dem Produktnamen hinzugefügte Buchstabe C soll hierauf hinweisen. Maxit hat den Mörtel im Januar auf der Leitmesse BAU 2025 in München erstmals der Fachwelt präsentiert.
Pflanzenkohle ist laut Maxit ein hochporöses, aus pflanzlichen Reststoffen hergestelltes Material, das in der industriellen Praxis vielfältige Anwendungen findet – etwa als Bodenverbesserer in der Landwirtschaft, als Reduktionsmittel in der Metallurgie oder als Halbleiter in der Elektronik.
Ihren Nutzen für die Herstellung klimaschonender Baustoffe hat die Maxit-Gruppe nach eigenem Bekunden schon vor Längerem erkannt. Pflanzenkohle ermögliche die Umwandlung von Gebäuden zu Kohlenstoffsenken. Mit jedem Kilogramm Pflanzenkohle in einer Gebäudehülle bleibe das Äquivalent von einem Kilogramm CO2 langfristig der Atmosphäre entzogen, da der eingelagerte Kohlenstoff ursprünglich von Pflanzen aus der Atmosphäre aufgenommen worden sei, mikrobiell aber nur im Laufe von Jahrtausenden abgebaut werden könne.
Pflanzenkohle wird Maxit zufolge hergestellt, indem Biomasse auf 400 bis 800° unter Ausschluss von Sauerstoff erhitzt wird. Dies geschieht mittels Pyrolyseverfahren in einem kontrollierten technischen Prozess, der ohne Zufuhr externer Energie abläuft, so das oberfränkische Unternehmen.
maxit multi 300 C soll als dickschichtiger, wasserabweisender Kleber konzipiert sein. Er ist nach Herstellerangaben feinkörnig, leicht zu verarbeiten und gilt als nicht brennbar (A1). Seine Rezeptur basiere überwiegend auf Zement, Weißkalkhydrat, klassierten mineralischen Zuschlägen, Fasern sowie neuerdings auch Pflanzenkohle als Zuschlagstoff.
Für die Anwendung des Produkts als Kleber von WDVS-Platten fehle zwar noch die Zulassung, als Armierungsmörtel mit Gewebeeinlage auf Unterputzen über kritischen Untergründen könne der maxit multi 300 C jedoch schon jetzt verwendet werden, ebenso zur Überarbeitung von Altputzen und gerissenen Putzfassaden. Das Bauprodukt soll insgesamt über eine besonders hohe Klebekraft verfügen, zudem sockelgeeignet und filzbar sein.
"Mit seiner CO2-optimierten Zusammensetzung ist er umweltbewussten Planern und Bauherren eine wertvolle Hilfe bei der Erlangung nationaler und internationaler Umweltzertifikate", sagt Johannes Eberlein, Leiter Produktmanagement bei Maxit. Für Verarbeiter ändere sich hingegen nichts.