Stuttgart (ABZ) | Das radioaktive Edelgas Radon gelangt durch undichte Stellen
in der Gebäudehülle in Innenräume. Gesetzliche Vorgaben
machen effektive Radonschutzsysteme bei Neubau und Sanierung mittlerweile zur Pflicht. Sika hat hierfür entsprechende Abdichtungssysteme entwickelt.
Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran in Böden und Gesteinen entsteht. Da das deutsche Strahlenschutzgesetz Bauherren bei Neubauten und Sanierungen verbindlich dazu verpflichtet, bauliche Maßnahmen zur Reduzierung des Radoneintritts zu ergreifen, gewinnen Schutzsysteme zunehmend an Bedeutung. Das unsichtbare und krebserregende Gas kann über undichte Stellen in der erdberührten Gebäudehülle ins Innere gelangen. Vor diesem Hintergrund bietet die Firma Sika Deutschland ein aufeinander abgestimmtes Sortiment an Abdichtungssystemen und Bodenbeschichtungen, deren Wirksamkeit von unabhängigen Instituten durch Prüfungen bestätigt wurde, heißt es in einer Mitteilung.
Die technischen Vorgaben für das radondichte Bauen sind in der DIN/TS 18117 geregelt, wobei die Radondichtheit ein integraler Bestandteil der normgerechten Abdichtungsplanung ist. Der Schutz auf Bodenniveau stellt neben lüftungstechnischen Systemen die effektivste Methode dar, um Bauwerke vor dem Gas zu schützen.
Hierbei werden Öffnungen und Durchdringungen in der Gebäudehülle mit Dichtstoffen oder Bändern verschlossen und eine Radonschutzbarriere installiert. Das Portfolio des Herstellers umfasst wasserdichte Membranen, Dichtstoffe und Spezialbeschichtungen, die zeitgleich als Abdichtung gegen Feuchtigkeit fungieren.
Im Bereich der Bodenbeschichtungen steht mit Sikafloor-264 Plus eine zwei-komponentige Epoxidharz-Verlaufsbeschichtung und hochpigmentierte Versiegelung zur Verfügung, die von der IAF-Radioökologie geprüft wurde. Für Bereiche mit chemischen Beanspruchungen umfasst das Sortiment die Systeme Sikafloor-392 und Sikafloor-392 ECF, welche auch als elektrostatisch ableitfähige Variante lieferbar sind.
Die zwei-komponentige Epoxidharzbeschichtung Sika-floor-2640 ergänzt die Produktpalette für abgestreute, befahrbare Parkhaus- und Tiefgaragenbeläge nach OS 8 oder als Rollbeschichtung für Industrieböden.
Für die Abdichtung von Rissen sowie Arbeits- und Dehnfugen wurde das Sikadur-Combiflex TF System entwickelt, das dreidimensionale Bewegungen aufnimmt und druckwasserdicht ist. Als Frischbetonverbund-System mit Hybridverbund und integriertem Hinterlaufschutz für den Neubau kommt SikaProof A+ zum Einsatz, während sich SikaProof P 12 als nachträglich applizierbares Verbundsystem auf FPO-Basis für Sanierungen im Bestand eignet.
Für erdberührte Bauteile gemäß DIN 18533-1 und -3 sowie für Becken und Behälter gemäß DIN 18535-1 und -3 bietet der Hersteller die flexible mineralische Abdichtung SikaTop-126 Pro an, die eine CE-Kennzeichnung als OS 5b (DI) Oberflächenschutzsystem nach EN 1504-2 und DIN V 18026 besitzt. Die Einbindung von Radonschutzmaßnahmen direkt in der Planungsphase bietet laut Angaben des Unternehmens deutliche Kostenvorteile im Vergleich zu einer nachträglichen Sanierung erdberührter Bauteile. Zudem verbessern radondichte Konstruktionen die Gesamtqualität der Gebäudehülle und leisten einen Beitrag zur Energieeffizienz des Bauwerks. Planer sichern durch die frühzeitige Berücksichtigung nicht nur die gesetzlichen Mindestanforderungen ab, sondern tragen auch zur langfristigen Nutzbarkeit und zum Werterhalt der Immobilie bei.
Die übergeordnete Sika Gruppe ist ein international tätiges Unternehmen der Spezialitätenchemie, das Systeme zum Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärken und Schützen im Bauwesen und in der Industrie entwickelt.