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NHW recycelt Brandschutztüren für Bauprojekt

Die NHW recycelt sechs Brandschutztüren, um Ressourcen zu schonen. Ein komplexer Prozess mit Behörden und Firmen führte zur Wiederverwendung mit neuer Zulassung.

Von ABZ
Ressourcen sparen mit alten Türen
Eine alte Brandschutztür, die ausgebaut wurde und noch bis 2027 eine offiziell gültige Zulassung besaß. | Foto: NHW

Frankfurt am Main (ABZ). – Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte|Wohnstadt (NHW) hat sechs Brandschutzelemente aus einem abzubrechenden Bürogebäude für ein neues Bauprojekt zweitverwertet.

Das Pilotprojekt zeigt laut dem Projektentwickler die Möglichkeiten und Herausforderungen beim Recycling von sicherheitsrelevanten Bauteilen auf.

Mit über 50 % Müllaufkommen sowie 40 % der CO2-Emissionen trägt die Baubranche eine große Verantwortung bei Ressourcenschonung und Müllreduzierung. "Es ist nicht einfach, bei der Vielzahl von Vorschriften, Normen, Gesetzen und Verordnungen die Wiederverwendung von Bauteilen im Bauablauf zu platzieren", erklärt Robert Lotz, Fachbereichsleiter und Initiator des Re-Use am Bau bei der NHW.

In einem großen Büroareal in Frankfurt-Niederrad ergab sich für das NHW-Team die Möglichkeit für umfängliches Urban Mining. Das Team um Lotz sichtete vor Ort das Potenzial und wählte Produkte aus, die sich für eine weitere Nutzung eignen würden. Projektleiter Ralf Büttner identifizierte Brandschutztüren vom Typ T30-1-RS-FSA aus dem Jahr 2014, die in einem seiner Projekte erneut zum Einsatz kommen könnten.

"Das Wiederverwenden von Brandschutztüren ist der Heilige Gral beim Recyceln", scherzt Lotz. Problematisch dabei: Nach dem Ausbau verlieren die Türen ihre ursprüngliche Zulassung und wären somit als Abfall zu deklarieren. Bei der hohen Qualität der Türen war dies laut NHW ein "No go" für die Experten.

Büttner sammelte alle vorhandenen Dokumente und kam zu dem Ergebnis, dass eine Wiederzulassung möglich sei: Die Türen besaßen noch eine bis 2027 gültige Zulassung, alle Unterlagen des Herstellers lagen vor, ebenso die Abnahme durch den Sachverständigen sowie alle Protokolle der jährlichen Wartungen.

Brandschutzelemente wiederzuverwenden erfordert neben der Kooperation aller am Bauprozess Beteiligten auch das Einbinden der zuständigen Behörden, so die Verantwortlichen. Über den Profilhersteller der sechs Brandschutzelemente wurde ein zugelassenes Unternehmen gesucht, das diese professionell ausbauen, bewerten, sichern und umbauen konnte. Nach intensiven Gesprächen wurde die Firma Alutech in Eschborn bei Frankfurt beauftragt. Sie besitzt die fachliche Qualifizierung für die Herstellung und Montage zugelassener Brandschutz-Türelemente, informiert die Nassauische Heimstätte.

Für die offizielle Bewertung der Brandschutzelemente band die NHW das IFT Rosenheim als unabhängiges Prüfinstitut ein. Ein IFT-Mitarbeiter war beim Ausbau der Elemente zugegen, überzeugte sich von deren Qualität und lieferte Hinweise für die Wiedermontage.

Nach Vorabklärung mit dem Ministerium für Wirtschaft in Wiesbaden als Oberste Baubehörde und dem zuständigen Regierungspräsidium in Darmstadt entschied man sich für eine vorhabenbezogene Bauartgenehmigung (vBG). Ein halbes Jahr später einigten sich alle Beteiligten auf die Wiederverwendung mit einer "angepassten Kennzeichnung": Das offizielle Typenschild des Erstherstellers wird entfernt und durch ein neues mit der vBG-Nummer ersetzt.

"Was wie eine Abfolge geplanter Schritte aussieht, war in Realität ein ambitionierter und herausfordernder Abstimmungsprozess", resümiert Robert Lotz.

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