Erlangen (ABZ). – Welcher Gerüstbauer kennt nicht das Problem "freistehende Fassadengerüste"? Ganz ähnlich ist die Aufgabenstellung, Gerüste zu stabilisieren, weil über viele Höhenmeter keine Anker gesetzt werden können.
Auch wenn die Aufgabenstellung unterschiedlich und jedes Mal komplex ist, bieten die Gerüste der MJ-OPTIMA-Familie laut Hersteller eine einfache Lösung für beide Probleme.
Die Stabilisierung mit einer vor dem Hauptgerüst angeordneten Scheibe soll mit dem MJ OPTIMA sehr einfach zu realisieren sein: Am Knoten einen Riegel nach außen anschlagen, einen Stiel davor und eine Diagonale einsetzen, zuletzt noch einen Riegel von einer Scheibe zur nächsten – und die Stabilisierung ist fertig. Es muss nichts gekuppelt werden.
(siehe Ankerüberbrückung, Zeichnung) Die Ausführung folgt einem völlig klaren und übersichtlichen Plan. Das führt zu einer schnellen, einfachen und fehlerfreien Montage. Die Breite der Stabilisierung kann der Baustelle immer angepasst werden. Sonderteile kommen nicht zum Einsatz.
Die statischen Nachweise sind übersichtlich und dadurch schnell und kostengünstig. Bei einer Bauabnahme erübrigen sich lange Diskussionen um Kleinigkeiten oder Ausführungen. Beim Arbeiten an Böschungen oder auf unebenem Untergrund kann das System den Gegebenheiten angepasst werden. Die Logistik erfordert keine Lösungen für überlange Bauteile oder Ähnliches.
Eine besondere Situation stellen in diesem Zusammenhang Fertighaus-Bauweisen dar. Nach dem Guss der Bodenplatte wird das Gerüst freistehend erstellt. Das Haus wird später aus Fertigteilen in das Gerüst hineingebaut.
Der Gerüstbauer hat dabei mit Innengeländern zu arbeiten, die beim OPTIMA-System immer möglich sind. Zusätzlich bietet OPTIMA die Möglichkeit, auch die Innengeländer voreilend einzubauen.
Weiterhin wird an der Traufseite oft ein circa 3 bis 5 m hohes Gerüst gefordert, das mit Außenkonsole und Dachfangwand auszurüsten ist – und das zu einem Zeitpunkt, bevor das Haus mit Wänden und entsprechender Ankermöglichkeit gestellt ist. Auch dabei könne das MJ OPTIMA in einer Bauweise mit zwei Gerüstscheiben bei nur drei Gerüststielen überzeugen. Schneller und besser soll man diese Problemstellung in den meisten Fällen nicht lösen können, heißt es.
Oft entsteht bei den genannten Problemstellungen die Erfordernis einer Ballastierung der Gerüste. Auch dabei soll der Gerüstbauer mit MJ OPTIMA für alle Eventualitäten und Ausführungsformen gut vorbereitet sein. So sei es möglich, in den Verbreiterungsfeldern auf Belagriegeln und Belagebenen Ballast anzuordnen. Dabei kann die Arbeitsfläche im Hauptgerüst immer freigehalten werden. Egal, ob für die Ballasttierung große Betonsteine mit einem Kran oder kleinere Einheiten wie Bauzaunsteine per Hand aufgelegt werden – das System bietet die Möglichkeiten.
In Situationen, in denen die Gerüstverankerungen nur in großen Höhenabständen möglich sind, hat man bisher oft Gitterträger senkrecht vor dem Gerüst als Ertüchtigung angeordnet. Dabei zeigt eine sach- und fachgerechte Ausführung meist horizontale Rohre, die am Innen- und Außenstiel des Gerüstes angekuppelt sind und nach außen aus dem Gerüst herausstehen. An diese Rohre werden dann die senkrechten Gitterträger wieder mit zwei Kupplungen angeschlagen. Es entsteht so eine Menge an "Kuppelei, Einmesserei und Fummelei", wenn die Kupplungen wieder die Diagonalstrebe der Gitterträger treffen.
Nicht zu vergessen die "Meckerei" der Gerüstnutzer über die eingeschränkte Durchgangshöhe im Bereich der Gerüstrohre. All das soll mit einer einfachen Riegel- und Diagonalkonstruktion im System MJ OPTIMA einfach, übersichtlich sein und ohne die überlangen und unhandlichen Gitterträger schnell gelöst werden können.
Mit dem System OPTIMA kommt man laut MJ Gerüst also unter dem Strich weg von einer fallweisen Vor-Ort-Lösung, die zwar oft baupraktisch funktioniert, weil versierte Monteure mit gutem Fachwissen ein ordentliches Gerüst erstellt haben, jedoch immer einen Einzelfallnachweis benötigt. Es geht also hin zu systematischen Lösungen aus dem Baukasten mit Modulriegeln und OPTIMA-Stielen – und weg von der Verwendung von Sonderbauteilen.
Die Vorzüge von MJ OPTIMA hat auch Thomas Au, Gerüstbauermeister aus Nürnberg, erkannt. Vor zwei Jahren hat er bereits den Wechsel vom Rahmengerüst zum aufgelösten Stielsystem von MJ komplett abgeschlossen und schwört auf dessen Vorteile. "Nicht nur ich, sondern meine gesamte Mannschaft hat sich für diesen Wechsel entschieden", erklärt Au. "Und wir haben diese Entscheidung nie bereut."
Eines seiner jüngsten großen Projekte war die Sanierung des Heinrich-Hertz-Quartiers in Erlangen. Sechs Mehrfamilienhäuser aus den Jahren 1962/63 erhielten dort im Rahmen einer energetischen Sanierung einen komplett neuen Fassadenaufbau. Die vorgefertigten Fassadenmodule in Holzrahmenbauweise mit integrierter Dämmung, Fenstern, Verschattung und Lüftung hatten eine Stärke von gut 50 cm und wurden von oben mit dem Kran an Ort und Stelle verbracht.
"Verankerungen konnten wir daher nirgends setzen, so haben wir das OPTIMA freistehend montiert." Dies erfolgte durch Stütztürme aus MJ COMBI-Modulgerüst, die einfach per Keilverbindung an das Fassadengerüst angeschlagen wurden. Bei der notwendigen Ballastierung im Fuß der Türme entschied sich der Gerüstbauermeister für Betonsystemsteine.