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60 Jahre DAF-Produktion in Belgien

DAF Trucks Vlaanderen feiert 60 Jahre industrielle Innovation in Belgien. Erfahren Sie, wie kontinuierliche Investitionen die Produktion transformiert haben.

Von ABZ
Sechs Jahrzehnte industrieller Stärke und Innovation
Fahrerhaus-Produktion damals bei DAF Trucks. | Foto: DAF Trucks

Vlaanderen/Belgien (ABZ). – Sechzig Jahre nach Produktionsbeginn gehört DAF Trucks Vlaanderen zu den fortschrittlichsten Automobilherstellern in Europa, teilt DAF Trucks mit.

Was 1966 mit der Produktion von Lkw-Fahrerhäusern begann, habe sich zu einer hochmodernen Fabrik für Fahrerhäuser und Achsen entwickelt, die eine Schlüsselrolle im internationalen Produktionsnetz von DAF Trucks spielt. Mit kontinuierlichen Investitionen in Technologie, Nachhaltigkeit und Belegschaft nehme DAF in Belgien eine wichtige Position in der Industrie ein.

Um die steigende Nachfrage an DAF-Lkw zu erfüllen, musste die Produktionsstätte Mitte der 1960er-Jahre erweitert werden. Am Standort in Eindhoven gab es zwar genügend Platz, aber in der Region waren nicht genügend Arbeitskräfte verfügbar. DAF entschied sich daher für die belgische Region Kempen, in der nach der Schließung von Bergwerken und regionalen Diamantschneidewerkstätten eine große Zahl von Arbeitskräften zur Verfügung stand. Entlang der Autobahn A 13 bei Oevel wurde eine Fläche von 400 000 Quadratmetern erworben. Der Kaufvertrag wurde am Tag vor Weihnachten des Jahre 1964 unterzeichnet. Der Bau einer 12 000 Quadratmetern großen Fabrik begann fast sofort, und das Werk wurde im ersten Halbjahr 1966 in Betrieb genommen.

Seit 1966 sind Lkw von DAF ein wichtiger Bestandteil von „Made in Belgium“ – am 5. Mai jenes Jahres liefen die ersten vier Fahrerhäuser vom Band. Wie schnell sich die Produktion ausweitete, zeigt sich allein an der Tatsache, dass bereits am 5. Juli das 1000. Fahrerhaus von Oevel nach Eindhoven transportiert wurde. Am 26. August konnte DAF Vlaanderen stolz verkünden, dass sie bereits „jede Art von Fahrerhaus“ herstellen konnten.

Inzwischen lief die neue Lackiererei bereits auf vollen Touren. Nachdem zwei beeindruckende Pressen von Müller am 1. Dezember von Eindhoven nach Belgien umgelagert wurden – ein Vorgang, der zwei Monate dauerte – wurde das Unternehmen wirklich „selbsttragend“. Schon wenige Monate später beschloss DAF, das Fahrerhauswerk zu erweitern, um sich auf die für 1968 bevorstehende Einführung einer ganz neuen Generation von Lkw mit revolutionären Kippfahrerhäusern vorzubereiten.

Die hohe Qualität der von DAF Vlaanderen hergestellten Fahrerhäuser war laut dem Hersteller der Grund dafür, dass das schnell wachsende DAF-Unternehmen im Jahr 1971 auch das Achsenwerk von Eindhoven nach Westerlo verlagerte. Ein neues 13 000 Quadratmetern großes Werk wurde zur bestehenden Produktionslinie hinzugefügt, sodass sich die Fassade entlang der Autobahn auf 380 Meter verlängerte. Die Mitarbeiteranzahl stieg kontinuierlich in Richtung der 1000er-Marke.

Komplett neues Werk

Im Jahr 1985 wurden weitere umfangreiche Investitionen in DAF Vlaanderen getätigt. Zur Fahrerhauslackierung wurde ein komplett neues Werk gebaut – zu der Zeit das umweltfreundlichste in ganz Europa. Die Investitionen in das DAF-Werk für Achsen und Fahrerhäuser wurden in den letzten zehn Jahren fortgesetzt. Tatsächlich wurden in den letzten 10 Jahren mehr als 650 Millionen Euro in Westerlo investiert, vor allem zur Unterstützung der komplett neuen Lkw-Generation, die in den letzten Jahren eingeführt wurde.

Eines der markantesten Beispiele für die jüngsten Investitionen ist die Eröffnung einer neuen, modernen Lackiererei für Fahrerhäuser, die fast 150 Meter lang ist und 3000 verschiedene Farben auftragen kann. Die hochmodernen Lackierroboter bieten ein Höchstmaß an Qualität und minimieren gleichzeitig den Farbverbrauch.

Zudem wurde ein komplett neues Fahrerhauswerk gebaut. Im Bereich „Karosserie“ arbeiten rund 145 Roboter nacheinander, um die weißen Fahrerhaus-Rohkarosserien vollautomatisch herzustellen. Anschließend werden sie im Bereich „Verkleidung“ nach Kundenspezifikation fertiggestellt. Ergonomie und optimale Arbeitsbedingungen wurden besonders berücksichtigt: Viel Licht, minimaler Lärm und höhenverstellbare Fahrerhäuser, um die Arbeit an ihnen zu erleichtern, sind nur einige Beispiele, so DAF Trucks.

Im Achsenwerk wurden in den letzten zehn Jahren vollautomatisierte Produktionslinien eingeführt, um die Leistung zu steigern, die Qualität weiter zu verbessern und die Arbeitsbedingungen weiter zu optimieren. Die Achslackieranlage wurde komplett modernisiert, wobei moderne Roboter den Farbverbrauch und die Umweltbelastung drastisch reduzieren.

Achse vom Band

Wie bei allen anderen DAF-Werken erfolgt die Produktion bei DAF Vlaanderen „sequenziell“ in Übereinstimmung mit dem Just-in-Time-Prinzip. Das bedeutet, dass Fahrerhäuser und Achsen zum exakt richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge (ausgehend von den Kundenbestellungen) an das DAF-Montagewerk in Eindhoven und an Leyland Trucks in Großbritannien geliefert werden. Das PACCAR Production System baut darauf auf, dass es immer Raum für weitere Verbesserungen gibt und dass die Mitarbeiter besser als alle anderen wissen, wie ihre Arbeit noch besser, intelligenter und effizienter erledigt werden kann, erklärt der Hersteller. 2021 ging die dreimillionste in Westerlo produzierte Achse vom Band und in diesem Jahr wird DAF Vlaanderen sein anderthalbmillionstes Fahrerhaus herstellen.

„Sechzig Jahre Produktion in Belgien ist eine Hommage an die Generationen von Mitarbeitern, die DAF in Westerlo zu dem gemacht haben, was es heute ist: einem ultramodernen, zukunftsorientierten Produktionsstandort. Und natürlich ist es auch eine fantastische Anerkennung für unsere 2000 Mitarbeiter und 1000 Zulieferer, darunter etwa 400 in Belgien“, so Jos Habets, Mitglied des DAF-Vorstands und verantwortlich für die Produktion. „Dank ihres Engagements und ihrer Motivation sind wir in der Lage, Lkw zu bauen, die in puncto Zuverlässigkeit, Komfort und Qualität branchenführend sind. Mit unseren laufenden Investitionen in DAF Trucks Vlaanderen N.V. hat unser belgisches Werk eine vielversprechende Zukunft vor sich.“

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