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Energetisches Update und neuer Wohnraum

In München werden zwei Mehrfamilienhäuser der Baugenossenschaft Hartmannshofen e. G. energetisch modernisiert, aufgestockt und mit vorgefertigten Holzfassaden saniert.

Von ABZ
Serielle Sanierung und Aufstockung
In München werden derzeit zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren aufgestockt und mittels serieller Sanierung energetisch modernisiert. | Foto: James Hardie

München (ABZ). – In München werden derzeit zwei Mehrfamilienhäuser aus den 1960er-Jahren aufgestockt und mittels serieller Sanierung energetisch modernisiert. Die Maßnahmen erfolgen im bewohnten Zustand, wobei ein hoher Vorfertigungsgrad für kurze Bauzeiten sorgt..

Die fünfgeschossigen Punkthäuser der Münchener Baugenossenschaft Hartmannshofen e. G. werden von der B&O Bau Bayern GmbH nach dem Energiesprong-Prinzip saniert und um drei zusätzliche Stockwerke in Holzmassiv- und Holzrahmenbauweise nachverdichtet. Zu den 50 Bestandswohnungen kommen so 24 neue Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 1900 m² hinzu.

Der Gebäudebestand ist laut Deutscher Energie-Agentur (Dena) für ein Drittel des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Rund drei Viertel der 22 Millionen Gebäude in Deutschland müssen bis 2045 energetisch saniert werden, um die gesetzlichen Klimaziele zu erreichen. Die Sanierungsquote verharrt jedoch auf niedrigem Niveau, was unter anderem an aufwendigen Planungen, hohen Kosten und fehlendem Fachpersonal liegt. Als Alternative zu individuellen Sanierungsplänen rückt das Prinzip der seriellen Sanierung mit vorgefertigten Holzfassaden nach dem niederländischen "Energiesprong"-Konzept in den Fokus. Statt einer Summe vieler Einzelleistungen werden seriell skalierbare Lösungen für Fassade und Dach entwickelt und als Gesamtpaket realisiert. Der hohe Vorfertigungsgrad in den Werkstätten der Holzbauunternehmen reduziert den Anteil handwerklicher Arbeit auf der Baustelle.

Bei den Münchener Punkthäusern erhält die Bestandsfassade statt eines klassischen Wärmedämmverbundsystems eine neue Hülle aus Holzrahmenelementen, die mit fertig eingebauten Fenstern vor der Fassade der Bestandsbauten montiert wird. Die vorhandenen Balkone wurden abgeschnitten und werden später durch neue, thermisch getrennte ersetzt. Die geschosshoch vorgefertigten Fassadenelemente wurden in den Werkstätten der Huber & Sohn GmbH & Co. KG aus Eiselfing hergestellt. Sie bestehen aus einem Holzrahmenbau (160 mm) mit Gefachdämmung aus Mineralwolle WLG 035. Die Konstruktion wird außenseitig mit fermacell Gipsfaserplatten (18 mm) und einer Fassadenschutzfolie mit waagerecht aufgebrachter Lattung aus Nadelholz zur Befestigung der Fassadenbekleidung geschlossen. Der Hohlraum zwischen den neuen Fassadenelementen und der alten Fassade wird mit 90 mm Mineralwolle WLG 035 gedämmt.

Da die Nordseite der Gebäude für die Feuerwehr nicht erreichbar war, wurde für diesen Bereich eine schwer entflammbare Fassadenbekleidung gefordert. Die Wahl fiel auf Hardie Architectural Panel Fassadentafeln mit der Oberflächenvariante "gebürsteter Beton". Die großformatigen Fassadentafeln aus Faserzement (3048 x 220 mm) sind nicht brennbar (Baustoffklasse A2-s1, d0) und können für Fassaden in allen Gebäudeklassen eingesetzt werden.

Die Faserzement-Fassadentafeln wurden auch im gesamten Erdgeschoss sowie in Sturzbereichen über den Fenstern und in Fensterlaibungen montiert. Ein schmales, etwa 60 cm hohes Band markiert den Übergang zwischen Bestandsbau und Aufstockung. Die Fassaden wurden in der Farbe Kieselgrau ausgeführt. Die einzelnen Wandelemente kamen auf Wechselbrücken mit einem Tiefbettsattelauflieger zur Baustelle und wurden vor Ort mit einem Hochbaukran versetzt. Die Ablastung der vertikalen Lasten der Wände erfolgte für alle fünf Geschosse über Konsolen am Sockel.

Zur Aufnahme der Horizontallasten wurden die Wände geschossweise mit Stahlwinkeln in den Betongeschossdecken des Bestandsbaus verankert. "Die Schwierigkeit war vor allem, die Fassadenelemente zwischen dem bestehenden Gerüst, das für den Rückbau des Daches sowie für die spätere Aufstockung benötigt wurde, und der Bestandsfassade teilweise über fünf Geschosse hinweg einzufädeln", beschreibt Martin Nachtwey, Teamleiter Projektbau bei Huber & Sohn, die Herausforderung. Die Dämmung der einzelnen Elemente erfolgte vor Ort und wurde geschossweise eingeblasen. Nach Angaben von Huber & Sohn betrug die Arbeitsvorbereitung vor Produktionsbeginn im Werk für beide Häuser circa 15 Wochen.

Für die Herstellung der Wandelemente im Werk benötigten die Mitarbeiter eine Woche pro Geschoss, für die fünf Geschosse der beiden Häuser insgesamt zehn Wochen. Vor Ort konnte innerhalb von nur drei Tagen jeweils eine Etage fertiggestellt werden. Mit Rücksicht auf die Mieter, die während der gesamten Maßnahme in den Bestandsbauten wohnen blieben, entschloss sich das ausführende Unternehmen laut eigener Aussage, die Montage der Wandelemente stockwerksweise und nicht fassadenweise auszuführen. Da jede Wohnung über mehrere Fassadenseiten verfügte, mussten die Monteure so nur einmal in die einzelnen Wohnungen, um von innen die Anschlüsse der Fensterleibungen herzustellen.

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