Der Konzern Strabag erzielte im Jahr 2025 sein bislang bestes Ergebnis. Dies teilten der Vorstandsvorsitzende Stefan Kratochwill und Strabag-Finanzvorstand Christian Harder im Rahmen der Strabag-Bilanzpressekonferenz mit, die kürzlich stattfand. ABZ-Redakteurin Julia Bremer schaltete sich zum Livestream hinzu, um sich über das vergangene Strabag-Jahr zu informieren.
Wachstumstreiber waren der Infrastrukturbau in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser sowie der High-Tech-Industriebau, hieß es im Rahmen der Konferenz. Herausfordernd wirkten der späte Haushaltsbeschluss in Deutschland und fehlende kommunale Mittel in Österreich. Auf Konzernebene konnte Strabag diese Entwicklungen erneut mehr als ausgleichen und hebt damit die Widerstandsfähigkeit des integrierten Geschäftsmodells hervor.
Stefan Kratochwill (Strabag-Vorstandsvorsitzender), Leistung, Umsatz und Auftragsbestand: »Wir haben im Jahr 2025 konsequent an der Umsetzung unserer Strategie 2030 gearbeitet. Mit dem Markteintritt in Australien, dem Ausbau unseres Wasserinfrastrukturgeschäfts sowie Lösungen für leistbares Wohnen ist es uns gelungen, entscheidende Schritte zu setzen. Gleichzeitig haben wir ein operativ starkes Ergebnis erwirtschaftet. Strategiekonformes Wachstum und weitere Fortschritte in der Profitabilität führten dazu, dass wir bei Leistung, Auftragsbestand und EBIT-Marge neue Höchstwerte erreicht haben.«
Der Strabag-Konzern steigerte die Leistung im Geschäftsjahr 2025 um 6 % auf 20.423,95 Millionen Euro und erzielte in allen operativen Segmenten Zuwächse. Der konsolidierte Konzernumsatz erhöhte sich um 7 % auf 18.714,28 Millionen Euro. Zum Umsatz trugen die operativen Segmente Nord + West 40 %, Süd + Ost 39 % sowie International + Sondersparten 21 % bei.
Im Jahresverlauf 2025 überschritt der Auftragsbestand der Strabag erstmals die 30-Milliarden‑Euro‑Marke und lag zum Jahresende bei 31.374,55 Millionen Euro, was einem Plus von 6 Milliarden Euro beziehungsweise 24 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Auftragsbestand konnte vor allem entlang der strategischen Wachstumsmärkte Mobilitäts‑, Energie‑ und Wasserinfrastruktur sowie High‑Tech‑Bauten ausgebaut werden.
Ertragslage
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im Jahr 2025 um 15 % auf 1.882,82 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge stieg im Jahresvergleich von 9,4 % auf 10,1 % an und erreichte damit erstmals ein zweistelliges Niveau. Im Einklang mit den Investitionen im Rahmen der Strategie 2030 und der gestiegenen Asset-Basis nahmen die Abschreibungen erwartungsgemäß um 9 % auf 635,59 Millionen Euro zu.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 17 % auf 1.247,23 Millionen Euro deutlich an; die EBIT-Marge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 6,1 % auf hohe 6,7 %. Maßgeblich für die höher als erwartete EBIT-Marge waren unter anderem positive Effekte aus Großprojekten in Deutschland und im internationalen Geschäft, insbesondere im Infrastrukturbereich. Unterstützend wirkten zudem milde Witterungsverhältnisse in Deutschland, die gegen Jahresende zu einer höheren Kapazitätsauslastung führten.
Das Zinsergebnis lag in der Berichtsperiode bei soliden 40,97 Millionen Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 75,42 Millionen Euro. Maßgeblich für diese Entwicklung waren einerseits niedrigere Einlagenzinsen und andererseits drehte das im Zinsergebnis enthaltene Kursergebnis mit -10,79 Millionen Euro stärker ins Negative (2024: -0,4 Millionen Euro). Die Ertragsteuerquote erhöhte sich ausgehend von einem niedrigen Niveau leicht auf 28,5 %. Das Ergebnis nach Steuern lag mit 920,96 Millionen Euro um 11 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.
Auf Minderheitsgesellschafter entfiel ein Anteil am Ergebnis von 4,68 Millionen Euro, nach 5,33 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis nahm im Jahresvergleich um 11 % auf 916,28 Millionen Euro zu und erreichte seinen bisher höchsten Wert. Das Ergebnis je Aktie belief sich 2025 auf 7,94 Euro, gegenüber 7,35 Euro im Jahr 2024.
Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz informierten Stefan Kratochwill und Christian Harder zudem über die Bilanzsumme im Jahresvergleich, das Eigenkapital des Konzerns, den Cashflow aus der Geschäftstätigkeit sowie den Cashflow aus der Investitionsfähigkeit und ebenjenen aus der Finanzierungstätigkeit. Ebenso thematisierten die Herren die Erwartungen von Strabag für das Jahr 2026 sowie ein paar Punkte aus der »Strategie 2030«. Was es mit diesen Aspekten im Detail auf sich hat, das können Sie im Juni in der Print-Ausgabe unserer ABZ lesen.