Ladenburg (ABZ). – Turmdrehkrane bilden das Rückgrat moderner Baustellen. Dabei stehen Kranbetreiber vor wachsenden Herausforderungen: Stabilität, Energieeffizienz und die Integration neuer Technologien gewinnen an Bedeutung.
ABB hat spezielle Frequenzumrichter-Funktionen für Turmdrehkrane entwickelt, die nach Herstellerangaben Sicherheit, Leistung und Regelbarkeit verbessern sollen.
Die Frequenzumrichter der Serie ACS880 verfügen laut ABB über eine spezielle Software für die präzise Steuerung aller wichtigen Kranbewegungen. Dazu gehören Heben und Senken von Lasten, das Fahren des Hebezeugs entlang des Auslegers, das Wippen zur Änderung des Auslegerwinkels sowie das horizontale Schwenken des Auslegers. Weitere kranspezifische Merkmale sind die mechanische Hubwerkssteuerung, die Optimierung der Hubwerksgeschwindigkeit und Maschinensicherheitsfunktionen.
Die Kontrolle über Kranbewegungen ist nach Angaben des Herstellers sowohl für die Effizienz als auch für die Sicherheit entscheidend. Probleme wie plötzliche Lastverschiebungen und Schwingungen können zu Verzögerungen und Sicherheitsrisiken führen. Die präzise Steuerung durch ABB-Frequenzumrichter soll für gleichmäßige und störungsfreie Bewegungen sorgen.
Das Softwarepaket +N5650 Tower Crane bildet laut ABB das Herzstück der Baukransteuerung und ermöglicht präzise Anpassungen der Bewegungen. Die vorgefertigte und getestete Software soll die Entwicklungskosten für Kranbauer erheblich senken.
Fortschritte in der antriebsbasierten Bewegungssteuerungstechnologie vermeiden nach Herstellerangaben ruckartiges Heben und Senken, stoppen plötzliche Lastverschiebungen und sorgen für eine genaue Positionierung. Eine weitere Entwicklung ist die Optimierung des Anfahrmoments, das die Belastung der Hubmotoren reduziert.
Auf Baustellen arbeiten oft mehrere Krane eng beieinander, wodurch Kollisionen ein Problem darstellen können. Vollintegrierte Safety-Steuerungen wie die AC500-S von ABB unterstützen laut Hersteller Funktionen wie ausfallsichere Gleitkomma- und trigonometrische Berechnungen in Kombination mit sicherer Kommunikation. Mit diesem Ansatz können Zusammenstöße zwischen Kranen, Gebäuden und anderen Objekten frühzeitig erkannt und vermieden werden.
Zusätzlich lassen sich mit den intelligenten Sicherheitsfunktionen der ABB-Steuerung Verbotszonen einrichten, um zu verhindern, dass Lasten über Autobahnen, Schulen, Krankenhäusern und anderen sensiblen Orten aufgehängt werden. Die Möglichkeit, Hub-, Katz- und Schwenkbewegungen zu synchronisieren, verbessert nach Angaben des Herstellers die Präzision weiter.
Da Turmdrehkrane ständig zwischen Motorbetrieb beim Heben und Generatorbetrieb beim Senken wechseln, haben sie einen hohen Energiebedarf. Eine Schlüsselfunktion der Antriebe besteht laut ABB darin, dass sie Energie aus dem Absenken von Lasten und dem Bremsen zurückgewinnen und über einen gemeinsamen DC-Bus verteilen können. Dadurch wird die Energie, die sonst verloren ginge, aufgefangen und umverteilt, so dass sie für andere Kranfunktionen genutzt werden kann. In einigen Fällen kann das Antriebspaket sogar überschüssige Energie in das Netz zurückspeisen.
Alle ABB-Frequenzumrichter verfügen über die Funktion Safe Torque Off (STO), die gefährliche Bewegungen im Notfall sofort stoppt. Bei den ACS880-Frequenzumrichtern werden diese Funktionen über PROFIsafe über PROFINET ausgelöst, was eine nahtlose Kommunikation zwischen dem Frequenzumrichter und einer Sicherheits-SPS ermöglicht.
Da immer mehr Krane Fernzugriff und Cloud-Konnektivität nutzen, stellt die Cybersicherheit eine zunehmende Herausforderung dar. Kranbesitzer oder Erstausrüster können die Technologie laut ABB nutzen, um Probleme aus der Ferne zu erkennen und zu beheben. Das bedeute weniger Besuche vor Ort und weniger ungeplante Ausfallzeiten.