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Denkmalschutz und Modernisierung erfolgreich in Einklang gebracht

Von ABZ
Umnutzung eines Industriedenkmals
Das Ensemble Waterworks Rückfront mit neugeschaffenen Austritten und Terrassen. | Foto: Hager

Hamburg (ABZ). – Mit subtilen Ergänzungen und behutsamen Eingriffen haben Hamburger Architekten ein historisches Pumpwerk zum preisgekrönten Wohnquartier aufgewertet.

Direkt am Hamburger Elbufer, mit Blick auf Hafenkräne und Containerriesen, ist in den vergangenen Jahren ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Wohnquartier entstanden: Sieben Villen beziehungsweise Wohnungen, die in den Speichern und Hallen eines ehemaligen Pumpwerks Raum fanden. Mindestens ebenso bemerkenswert wie Lage und Blick ist die Arbeit des Hamburger Büros BiwerMau Architekten, die den leerstehenden Industriebau aus dem 19. Jahrhundert in ein außergewöhnliches Wohnprojekt fürs 21. Jahrhundert verwandelt haben.

Die strengen Auflagen des Denkmalschutzes erfüllten die Architekten dabei mit subtilen Eingriffen und einer behutsamen Weitererzählung der Baugeschichte. "Die architektonische Generationenkette bleibt hier gewahrt", lobt die Jury des Bundes Deutscher Architekten, der die Neuerfindung des alten Pumpwerks mit seinem BDA Preis Hamburg belohnte, "der Geist des Gemäuers bleibt flüssig."

In die ehemaligen Speicher und bis zu 20 m tiefen Maschinenhallen bauten die Architekten sieben höchst individuelle Villen und Apartments. Bei den Zuschnitten dieser Häuser-im-Haus setzten BiwerMau auf kontrastreiche Kombinationen unterschiedlichster Kubaturen. Teilweise treffen 7 m hohe Hallendecken auf Galeriegeschosse mit ganzen 2,5 m Höhe – eine offene Apartment-meets-Loft-Kombination, die für die Bewohner Quadratmeter zum Leben schafft, ohne deshalb Raumgefühl zu kosten.

"Uns war klar, dass es bei den Waterworks nicht um Alt gegen Neu gehen kann, sondern um subtiles Einfügen", sagt Projektleiter Thomas Mau. "Wo immer möglich, haben wir historische Bausubstanz und die Spuren der Vergangenheit erhalten." Auf diese Weise retteten die Bauplaner so viele Spuren des 19. Jahrhunderts wie möglich hinüber ins 21. Jahrhundert. Stahlträger und Holzdecken wurden gesandstrahlt, ertüchtigt und erhalten.

Die alten Ziegelwände ließen die Planer lediglich grob reinigen, die Leitungen für Schalter und Steckdosen der Berker Serie 1930 in mühsam freigekratzte und danach wieder verfugte Ziegelzwischenräume verlegen. Die an historischen Vorbildern orientierte Schalterserie wurde teilweise in der Variante aus Original Rosenthal-Porzellan verbaut – ein Detail, das historische Bausubstanz und zeitgenössische Technik auf ideale Weise zusammenbringt. Wo sie ihrem Projekt neue Elemente hinzufügten, bedienten sich die Architekten an einem reduzierten Werkstoffrepertoire aus Schiefer, Holz, Backstein und Beton. Diese Materialreduktion wirkt auf das verschachtelte Ensemble extrem beruhigend und begeisterte letztlich auch die BDA-Jury: "Zentral für die gelungene Transformation von Industrie- zu Wohnarchitektur ist die Rauheit beim Innenausbau mit offenem Mauerwerk, robusten Materialien wie Stahl und Massivholz bis hin zu Bakelitschaltern."

Die Waterworks bilden somit ein gebautes Beispiel, wie historischer Bestand durch einen Umbau nicht entstellt, sondern zeitgemäß aufgewertet werden kann.

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