Köln (ABZ). – Als Vertreter der Abbruchbranche stellt der Deutsche Abbruchverband (DA) Forderungen an eine neue Bundesregierung, die außer einer Förderung der Kreislaufwirtschaft auch Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel sowie weitere für die Branche bedeutsame Themen betreffen, teilt der Verband mit. Die Forderungen sollen auf aktuelle Herausforderungen der Branche aufmerksam machen und die Politik dazu bewegen, Vereinfachungen und Erleichterungen in zentralen Themenbereichen herbeizuführen.
Im Bereich Großraum- und Schwerlasttransporte machen zu komplizierte und teilweise unnötige Genehmigungsverfahren für die Durchführung eines Schwertransportes die Branche laut Verband unflexibel, was zu Bauverzögerungen und finanziellem Mehraufwand der Abbruch- beziehungsweise Bauprojekte führe. Zudem sei die veraltete und marode Infrastruktur aus Straßen, Brücken und Schienen in Deutschland nicht mehr für die heutigen Anforderungen gewappnet.
Der DA fordert deshalb die Ertüchtigung der Infrastruktur, die
Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für Groß- und
Schwerlasttransporte sowie die Anhebung der Anhörfreigrenze für
Transporte auf 44 t Gesamtmasse.
Die Rückbaubranche sei zudem durch innovative Technik, sowohl im Rückbau selbst als auch im Recycling, dazu in der Lage, viele verbaute Materialien durch zerstörungsfreien oder -armen Rückbau respektive durch Aufbereitung wieder in den Stoffkreislauf zurückzuführen. Hierdurch könnten sowohl Primärrohstoffe geschont als auch Energie und CO2 eingespart werden. "Der propagierte politische Wille zu mehr Kreislaufwirtschaft – auch am Bau –, muss durch sinnvolle Gesetze umgesetzt werden.
Durch die momentanen gesetzlichen Vorgaben wird die Wirtschaftlichkeit zur Herstellung von Sekundärbaustoffen sowie deren Akzeptanz zusehends verringert", so der Verband. Ein Kernstück hierbei sei die Ersatzbaustoffverordnung (EBV). Der DA fordert deshalb, dass öffentliche Auftraggeber zum bevorzugten Einbau von Sekundärbaustoffen verpflichtet werden. In der EBV sollen in diesem Zusammenhang mineralische Ersatzbaustoffe als Produkt und nicht mehr als Abfall anerkannt werden.
Darüber hinaus werde die Arbeit der Baubranche zunehmend von immer neuen Gesetzen, Verordnungen und Dokumentationspflichten erschwert. der Verband fordert daher eine Harmonisierung und Zusammenführung vorhandener Verordnungen und Gesetze und die Streichung von veralteten und nicht mehr zeitgemäßen Verordnungen.