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Recyclingziegel erlangt Marktreife

Schlagmann Poroton bringt ab 2025 den "POROTON-R0,8", einen Recyclingziegel für Innenwände, auf den Markt, um Ressourcenschonung im Bauwesen zu fördern.

Von ABZ
Von der Baustelle auf die Baustelle
Mit dem "POROTON-R0,8" stellt Schlagmann Poroton einen Recycling-Ziegel vor, der aus recycelten und wiederaufbereiteten Ziegeln und rein keramisch ohne ein zusätzliches, künstliches Bindemittel wie beispielsweise Zement geformt wird. Dabei steht das R für Recycling-Ziegel, die Zahl 0,8 steht für die Rohdichte 0,8 kg/dm3 des Ziegels. | Foto: Schlagmann Poroton

Zeilarn (ABZ). – Schlagmann Poroton bringt nach eigenen Angaben ab Januar 2025 den ersten rein keramischen Recyclingziegel auf den Markt. Der "POROTON-R0,8", ein Innenwandziegel aus über 30 % Recyclingmaterial, erfülle höchste bauphysikalische Anforderungen und markiere den Start der nachhaltigen Produktserie "POROTON-R". Zukünftig sollen weitere Einsatzbereiche folgen.

Mit dem "POROTON-R0,8", einem vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) zugelassenen Bauprodukt, leitet Schlagmann Poroton eine neue Ära des ressourcenschonenden Bauens ein. Der marktreife Innenwandziegel vereint laut Hersteller Umweltbewusstsein und höchste Qualität: Er besteht zu über 30 % aus Recyclingmaterial und bietet gleichzeitig die hohen bauphysikalischen Standards und guten Produkteigenschaften konventioneller Ziegel. Die Zahl 0,8 steht für die Rohdichte des Ziegels mit der Einheit kg/dm3. Sie gibt die Masse bezogen auf das Volumen an und ist ein Kennzeichen für das Steingewicht.

"Mit dem POROTON-R0,8 beweisen wir, dass Nachhaltigkeit und Qualität Hand in Hand gehen können. Dieser innovative Ziegel spart wertvolle Primärrohstoffe und zeigt, dass klimafreundliches Bauen in der Praxis funktioniert. Bauen nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip ist das Ziel. Das ist die Zukunft des Bauens und mit dem POROTON-R0,8 sind wir auf dem richtigen Weg", betont Johannes Edmüller, Geschäftsführer Schlagmann Poroton.

Die Bauindustrie gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftszweigen und trägt daher eine besondere Verantwortung für eine klima- und umweltfreundliche Zukunft. Gerade hier sind Abfallvermeidung und das Recycling von Bauabfällen im Sinne der Ressourcenschonung unverzichtbar.

Wertvolle Rohstoffe erhalten

Durch sinnvolle und innovative Recycling- und Wiederaufbereitungsverfahren können zunehmend wertvolle Rohstoffe und hochwertige Materialien erhalten und in den Stoffkreislauf wieder zurückgeführt werden. Schlagmann Poroton setzt sich deshalb aktiv für eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft ein. Um der Wegwerfgesellschaft am Bau entgegenzutreten, forscht das Unternehmen bereits seit 2014 im firmeneigenen Forschungszentrum Ziegel intensiv an Mauerziegeln, die aus recyceltem und wiederaufbereitetem Ziegelmaterial und ganz ohne zusätzliche Bindemittel wie Zement hergestellt werden können.

Ein wichtiger Bestandteil der zirkulären Produktvision bei Schlagmann ist ein eigenes Rückholsystem, um Ziegelbruch und -verschnitt vor Ort auf den Baustellen zu sammeln. So werden seit 2016 bei Perlitziegel-Lieferungen auch Recyclingcontainer zur Verfügung gestellt, damit das wertvolle Ziegel- und Perlitmaterial zur Aufbereitung und Wiederverarbeitung an den Hersteller zurückgeführt werden kann. Hinzu kommt eine restlos abfallfreie Ziegelproduktion, bei der anfallende Ausschussware und Schleifstaub wieder in den Herstellungsprozess einfließen.

Mehr als 30 Prozent Sekundärmaterial

Die Marktreife des innovativen "POROTON-R0,8" markiert damit zweifellos einen ersten Meilenstein in der ressourcenschonenden Ziegelherstellung. Durch den Einsatz von mehr als 30 % Sekundärmaterial reduziert der Poroton-Planziegel, der speziell für die Verarbeitung von Innenwänden vorgesehen ist, den Verbrauch an Primärrohstoffen und senkt zugleich die CO2-Emissionen bei der Herstellung signifikant.

Der "POROTON-R0,8" ist jedoch erst der Anfang einer zukunftsfähigen Kreislaufwirtschaft bei Schlagmann Poroton: In den kommenden Jahren plant das Unternehmen, die Produktserie "POROTON-R" für weitere Anwendungsbereiche zu erweitern, um das Potenzial von Recyclingmaterialien im Bausektor voll auszuschöpfen. Die bisherigen Ergebnisse des Forschungsprojekts im Forschungszentrum Ziegel zeigen nach Unternehmensangaben bereits, dass es zukünftig möglich sein wird, Recyclingziegel mit bis zu 70 % Sekundärmaterialien und einem innovativen, emissionsarmen Produktionsverfahren herzustellen. Ein zentrales Element ist dabei die strombasierte Mikrowellentechnologie beim Trocknen und Brennen der Ziegel, die mehr als 50 % der bisherigen Primärenergie einsparen wird.

"Mit den POROTON-R-Ziegeln setzen wir neue Maßstäbe für die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Der POROTON-R0,8 ist erst der Anfang – wir planen, das Potenzial von Recyclingmaterialien weiter auszubauen und damit den ökologischen Fußabdruck der Ziegel nachhaltig zu reduzieren", so Edmüller.

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