Stuttgart (ABZ). | Bauen, Baustoffe und Dienstleistungen: Mit diesen drei Geschäftsfeldern hat die Stuttgarter Unternehmensgruppe Wolff & Müller 2025 nach eigenen Angaben eine Jahresleistung von 1,092 Milliarden Euro erzielt. Im Vergleich zu 2024 entspricht das einem Plus von rund 5 Prozent.
„2025 war geprägt von Unsicherheiten in Politik und Wirtschaft. Infrastrukturprojekte und Bauinvestitionspakete haben sich verzögert und die Bauwirtschaft gebremst. Trotzdem ist die Entwicklung bei uns positiv. Für unsere Sparte Tief- und Straßenbau war es ein Rekordjahr. Im ganzen Geschäftsfeld Bauen haben wir Großprojekte gewonnen und konnten das Jahr insgesamt mit einem Auftragsbestand von 1,071 Milliarden Euro und Auftragseingängen von 900 Millionen Euro abschließen – beide Werte liegen etwa ein Drittel über dem Vorjahr“, sagt Dr. Roland Bosch, Geschäftsführer der Wolff & Müller Holding. Das Unternehmen hat 2250 Mitarbeitende an 24 Standorten in Deutschland.
Dass sich das Unternehmen in einem schwierigen Umfeld so gut behauptet habe, hänge mit der eigenen „Strategie 2030“ zusammen. Danach habe die Unternehmensgruppe die Weichen gestellt, um bei Leistung, Personal und Ergebnis zu wachsen. „Wir konzentrieren uns auf Bausegmente, die Lösungen bieten für die großen Megatrends unserer Zeit, wie Dekarbonisierung, Digitalisierung und Gesundheit, und investieren gezielt in Zukunftsfelder“, sagt Dr. Bosch. Dazu zählen Infrastrukturen für die Energie- und Verkehrswende sowie serielle, ressourcenschonende Bauweisen. Das stärke die Nachfrage in vielen Sparten, sichere Beschäftigung und mache das Familienunternehmen resilienter.
Die Leistung im Geschäftsfeld Bau (961 Millionen Euro) verteilt sich auf den Hoch- und Industriebau (408 Millionen Euro), den Tief- und Straßenbau einschließlich Spezialtiefbau (267 Millionen Euro), den Ingenieurbau (56 Millionen Euro) sowie auf Baubeteiligungen, zum Beispiel an der polnischen ERBUD-Gruppe und deren Modulbau-Spezialist MOD21 (230 Millionen Euro). Auf das Geschäftsfeld Baustoffe entfallen rund 32 Millionen Euro, auf das Geschäftsfeld Dienstleistungen 20 Millionen Euro. Das derzeit größte Bauvorhaben im Hoch- und Industriebau ist das Projekt „Wohnen, Leben und Parken“ für das Robert Bosch Krankenhaus in Stuttgart. Ende 2025 starteten zudem die Bauarbeiten für ein Großprojekt in Berlin-Mitte, das Life-Science-Zentrum iQ Space.
Auch das serielle Bauen nimmt laut der Gruppe Fahrt auf: In Mannheim errichtet Wolff & Müller für ALDI Süd derzeit ein Gebäude mit 193 Studierendenwohnungen und einer Filiale des Nahversorgers; die Apartments entstehen in Holzmodulbauweise.
Im Tief- und Straßenbau seien der Leitungs- und Netzbau, die schienengebundene und die unterirdische Infrastruktur sehr gefragt. Das größte Bauprojekt in dieser Sparte ist die Gleichstromtrasse SuedOstLink: Wolff & Müller verantwortet den rund 42,5 Kilometer langen Abschnitt zwischen Könnern und Weßmar in Sachsen-Anhalt. Von der Deutschen Bahn kam ebenfalls ein Großauftrag, das Unternehmen baut die Außenanlagen im ICE-Werk Dortmund-Hafen.
Um die Wachstumsziele der Strategie 2030 zu erreichen, stärkt Wolff & Müller seine Präsenz vor Ort. So ist zum Beispiel Berlin seit Anfang 2025 eine eigenständige Niederlassung, und die Niederlassung Dresden wird zum 1. Juli 2026 eine Geschäftsstelle in Leipzig eröffnen. Die Unternehmensgruppe setzt darüber hinaus auf strategische Beteiligungen und Zukäufe. Sie ist seit Oktober 2025 mit 50 Prozent an den Unternehmen Häring Spezialtiefbau und Spezial-Grundbau-Service Bau beteiligt.