Zum Inhalt springen

Entscheidungen im Stundentakt getroffen

Schnelle Entscheidungen, wie bei der Brückensanierung bei Bad König, sind möglich. Innovation und gemeinsames Handeln sind für Deutschland notwendig.

Von ABZ
Zeller Brücke B 45 bei Bad König
Nach vier Wochen erfolgte die Vergabe der kompletten Rückbauleistung der Brücke, als Generalunternehmer, an die Firma Reisch Sprengtechnik GmbH. | Foto: Reisch Sprengtechnik

Peißenberg. – Keine Frage, sondern eine Forderung: Was wir benötigen, ist nicht weniger als ein gesellschaftspolitisches Bewusstsein für notwendige Veränderungen. Wir haben immense Aufgaben vor uns, die mit sofortigem Beginn gelöst werden müssen.

Die Inkonsequenzen dessen wären erhebliche soziale Spannungen in unserer Gesellschaft.

Ich möchte hier die Infrastruktur hervorheben, mit bereits erfolgten Lösungsansätzen, die durchaus auf alle anderen Gesellschaftsbereiche übertragen werden können. Beispielhaft werde ich dies anhand eines soeben erfolgten Infrastrukturprojekts erläutern: Die Zeller Brücke B 45 bei Bad König wurde stillgelegt wegen Einsturzgefahr. Unmittelbar betroffen waren hiervon die Eisenbahnlinie sowie der Lkw- und Personenverkehr. In der Konsequenz mussten Spediteure, Anlieger und Pendler erhebliche Umwege und Kosten in Kauf nehmen, um ihre entsprechenden Aufgaben durchzuführen.

Man kann trefflich darüber diskutieren, warum diese Brücke aus dem Jahr 1961 nicht schon lange erneuert wurde. Dies ist jedoch bedeutungslos. Entscheidend ist vielmehr, was jetzt die Lösung des Problems ist. Eine sofortige und eigens gegründete Taskforce der Hessen Mobil wurde ins Leben gerufen. Innerhalb von zwei Wochen wurde eine pauschalfunktionale Ausschreibung mit einer Seite Leistungsverzeichnis an verschiedene Marktteilnehmer versendet, zur Vergabe an den günstigsten Bieter.

Nach vier Wochen erfolgte die Vergabe der kompletten Rückbauleistung der Brücke, als Generalunternehmer, an die Firma Reisch Sprengtechnik GmbH. Entscheidend war hier, dass durch diese Vergabeart, die Innovation und Entscheidungsgeschwindigkeit in maximaler Form von allen Projektbeteiligten gelebt wurde. Hier wurden Entscheidungen von Naturschutz, Wasserschutz, Eisenbahn, Infrastruktur, Logistik, Abbruch/Sprengen, Erdbau, 80 t Behelfsbrückenbau im Stundentakt getroffen. Alle, auch die Anlieger und Betroffenen, wurden informiert und eingebunden. Das schafft Vertrauen. Wir konnten zusammen in vier Wochen realisieren, wofür normalerweise sechs Monate benötigt werden. Das ist es, was ich mir für eine neue Deutschlandgeschwindigkeit vorstelle. Es ist möglich, wir haben es zusammen bewiesen und diese Geschichte wird mit dem Neubau der Brücke fortgeschrieben. Es ist ein politisches Pilotprojekt und das können wir auf alle gesellschaftlichen Bereiche übertragen, wenn wir es wollen und uns manchmal auch nur auf den kleinsten, gemeinsamen Nenner verständigen.

Und noch einmal: Wir müssen es alle zusammen tun, sonst bekommen wir unweigerlich die sozialen Verwerfungen über ein viel zu niedriges Wirtschaftswachstum mit voller Härte zu spüren. Abschließend möchte ich auch aus eigener Erfahrung sagen: Arbeit kann durchaus Freude bereiten und jeder muss sich dafür auch die entsprechende Perspektive schaffen. Diese beginnt mit der individuellen Bewusstseinswerdung und endet idealerweise in unserer Gesellschaft im Konsens. Lasst uns in Deutschland wieder zu den Tugenden der Leistungsbereitschaft und eines Miteinanders zurückkehren. Die Belohnung ist eine zufriedene Gesellschaft. Ein ganz besonderer Dank an alle Betroffenen und Projetbeteiligten auf eine gute Zukunft Deutschlands.

-----------------------------------------------------------------

Der Autor ist Gesch.ftsführender Gesellschafter der Firma Reisch Sprengtechnik GmbH.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Messen und Veranstaltungen

Alle anzeigen

Weitere von ABZ

Alle anzeigen