Wolfsburg (ABZ). – Die Firma F. Beissner aus Niemetal hat die 246 m lange Wo2-Brücke über den Mittellandkanal bei Wolfsburg abgebrochen. Für die letzte Phase des Rückbaus kam eine eigene Pontonanlage zum Einsatz, auf der sieben Cat-Kettenbagger 336 arbeiteten.
Die 1975 errichtete Brücke auf der Bundesautobahn 39 überquerte den Mittellandkanal und die Bahnstrecke Hannover–Berlin. Bauliche Mängel durch alkalireaktive Zuschläge im Beton und korrodierte Spannbewehrung gefährdeten laut Angaben des Unternehmens die Tragfähigkeit der Verkehrsachse. Für das Projekt investierte F. Beissner in eine eigene Koppelanlage im siebenstelligen Bereich. "Damit haben wir in Zukunft ganz andere Möglichkeiten beim Rückbau", sagt Geschäftsführer Jens Uhlendorf.
Modular aufgebaut
Die modular aufgebaute Anlage lässt sich auf dem Landweg transportieren und individuell zusammenbauen – maximal auf einer Fläche von 1200 m². Beim Rückbau der Wo2-Brücke bestand die Anlage aus drei Pontons, die aus 32 Einzelpontons gebildet wurden. Der Zusammenbau erfolgte drei Wochen vor Arbeitsbeginn im Wolfsburger Hafen. Per Schubboot wurden die Pontons zum 2 km entfernten Einsatzort gebracht und dort nebeneinander befestigt, um den kompletten Kanal zu überspannen.
Eingesetzt wurden sieben Cat-Kettenbagger 336, ein Cat-Mobilbagger M322 und ein Cat-Radlader 966. Die Arbeitsgeräte verteilten sich auf die gesamte Länge des 75 m langen Brückenfelds und bearbeiteten es von verschiedenen Seiten aus. Die Brücke bestand aus zwei Teilbauwerken mit jeweils sechs Pfeilern – einem zweistegigen vorgespannten Hohlkasten über sieben Felder. Jedes Teilbauwerk hatte eine Breite von rund 19 m zwischen den Geländern und eine Fahrbahnbreite von 15,5 m.
Im Vorfeld musste per Gutachten ermittelt werden, welchen Belastungen die Pontons ausgesetzt waren und welche Geräte darauf arbeiten durften. "Normalerweise erfolgt der Abbruch von einem festen Untergrund aus. Wir stellten die Bagger auf das Medium Wasser, auf dem sie sich horizontal und vertikal bewegten", erklärt Uhlendorf.
Statische Herausforderungen
Die 40-Tonnen-Bagger waren auf den Pontons nicht fest fixiert. Parameter wie Windlast und Wellengang mussten berücksichtigt werden. Mit Fortschritt des Abbruchs wurde mehrfach die Position der Pontonanlage versetzt, um Bewegungen der Bagger auf den Pontons zu minimieren. Sämtliche Zwischenräume wurden mit Stahlmatten und Baggermatratzen ausgelegt, damit kein Bauschutt ins Wasser gelangte. Die Brücke wurde kleinstückig abgebrochen, während Bewehrungsstahl bewusst lang gelassen wurde, um das Risiko fallender Teile zu reduzieren.
Nach Abschluss der Arbeiten überprüfte das Team mit Sonartechnik von einem Boot aus, ob Material ins Wasser gefallen war. Nach zwei Tagen konnten die 20 Mitarbeitenden Vollzug melden. Die Pontons wurden per Schubboot zurück in den Hafen zur Demontage gebracht. Laut den Verantwortlichen plant die F. Beissner GmbH weitere Projekte für dieses Jahr, bei denen die Koppelanlage wieder zum Einsatz kommen wird.
Die Firma Zeppelin Baumaschinen ist in diesem Jahr mit ihren Maschinenlösungen auch auf der RATL vertreten. Interessierte finden das Unternehmen unter der Standbezeichnung Peter-Gross-Bau Areal P3/F256.