Garching | Anlässlich des »Zeppelin-Medientages« in Garching, präsentierte Matthias Benz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH und CEO, die Geschäftszahlen 2025. Das vergangene Jahr war für den Zeppelin Konzern ereignisreich und strategisch bedeutend. ABZ-Redakteurin Alexandra Westermann war vor Ort.
Trotz eines weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis vor Steuern von 135 Millionen Euro. »Das Geschäftsjahr 2025 war für den Zeppelin Konzern ein Jahr besonderer Ereignisse, wichtiger strategischer Entscheidungen und richtungsweisender Weichenstellungen«, sagte Benz. »In einem weiterhin anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld ist es uns gelungen, den Konzern gezielt weiterzuentwickeln und den Fokus noch stärker auf Kundenorientierung, Effizienz und operative Exzellenz auszurichten.«
Ein Meilenstein des Jahres war demnach die Übernahme der PEPP Group B.V. im Juni 2025 – die größte Akquisition in der Geschichte des Unternehmens. Mit ihr baut Zeppelin seine Marktpräsenz insbesondere in den Niederlanden und Norwegen deutlich aus und erschloss zusätzliche Potenziale im Caterpillar-Geschäft. »Durch diese Akquisition konnte Zeppelin seine internationale Präsenz gezielt ausbauen und zusätzliche Service- und Marktpotenziale erschließen«, betonte Benz. Die Integration der neuen Gesellschaften wird 2026 abgeschlossen und soll einen wesentlichen Baustein der strategischen Weiterentwicklung bilden. Bei voller Konsolidierung der Akquisition erwartet die Zeppelin Gruppe einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro im Jahr 2026.
Im Zuge der Neuausrichtung wurden die bisherigen fünf Strategischen Geschäftseinheiten (SGEs) auf vier reduziert. Die neue SGE Construction Industry & Mining bündelt die Kompetenzen der früheren Baumaschinen-Einheiten und stärkt die internationale Marktbearbeitung. Die Zusammenführung habe, so Benz, »die Marktbearbeitung geschärft, Abläufe vereinfacht und die Grundlage für weiteres Wachstum gelegt«. Gleichzeitig wurden Verantwortungsbereiche um zusätzliche Regionen erweitert.
Ein Höhepunkt des vergangenen Jahres war die bauma 2025, die sich zur erfolgreichsten Messe der Unternehmensgeschichte entwickelte habe. Der gemeinsame Auftritt mit Caterpillar erzielte laut Benz eine außergewöhnlich hohe internationale Resonanz, starke Besucherzahlen und einen Rekordauftragseingang. »Die Messe war ein kraftvolles Signal für Wachstum und Effizienz der Maschinentechnologie – für Zeppelin ebenso wie für die gesamte Branche«, erläuterte Benz. Die bauma stärkte die Marktpositionierung und zeigte, dass Kunden zunehmend integrierte Lösungen aus Produktivität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit erwarten.
Zeppelin investierte 2025 außerdem gezielt in digitale Services, vernetzte Maschinen und Assistenzsysteme. Über 2.000 Remote-Einsätze ermöglichten es, Reaktionszeiten zu verkürzen, Stillstände zu reduzieren und die Produktivität der Kunden messbar zu steigern. Ein weiterer Meilenstein war der Neubau des zentralen Ersatzteillagers in Köln, das künftig eine schnellere, effizientere und teilweise automatisierte Versorgung sicherstellen soll, informiert das Unternehmen.
Nachhaltigkeit bleibe ein integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. 2025 wurden elektrische und emissionsarme Lösungen weiter ausgebaut, Maschinenlebenszyklen verlängert und erste alternative Energietechnologien. Dazu hat Zeppelin Mitte 2025 ihr erstes eigenes mobiles Brennstoffzellen-Aggregat vorgestellt, das bereits erfolgreich in der Praxis getestet werden konnte. Für das Unternehmen ist es ein Meilenstein für die mobile, wasserstoffbasierte Stromversorgung auf Baustellen, in der Schifffahrt und weitere Bereiche.
Die systematische Erfassung von Energie- und Emissionsdaten schafft Transparenz und ermöglicht eine gezielte Steuerung von Maßnahmen, heißt es seitens des Unternehmen. Externe Bewertungen, darunter sehr gute Ergebnisse bei EcoVadis, bestätigen den eingeschlagenen Kurs.
Mit der Einführung der Z VOICE Pulse Checks stärkte Zeppelin nach eigenen Angaben die interne Kommunikation und das Engagement der Mitarbeitenden. Talentprogramme, internationale Entwicklungsformate und ein neues Arbeitgeberversprechen (»Leidenschaft für Lösungen. Go ahead. Mit Zeppelin.«) unterstreichen die Bedeutung einer modernen, wertschätzenden Unternehmenskultur. Der hohe Fachkräftebedarf, besonders in technischen Berufen, veranlasst das Unternehmen Assistenzsysteme und Automatisierung zu verbessern. Zusätzlich gibt es flexible Arbeitsmodelle sowie Entwicklungsperspektiven und Unternehmenskultur als wichtige Kriterien für Bewerber. Zeppelin will aktiv die Arbeitswelt von morgen gestalten und die Attraktivität technischer Berufe stärken.
»Unsere Mitarbeitenden haben mit Engagement, Fachkompetenz und großer Lösungsorientierung gezeigt, was Zeppelin ausmacht. Ihr Einsatz, ihr Zusammenhalt und ihr Wille sind die Grundlage für unseren Erfolg«, so Benz.
Für 2026 erwartet der Konzern eine vorsichtige konjunkturelle Belebung, so Benz. Gleichzeitig bleibe das Umfeld volatil. Der Fokus liege daher auf Effizienzsteigerungen, hoher Serviceverfügbarkeit und dem Ausbau digitaler Lösungen. Zu berücksichtigen sei die aktuelle Lage im Nahen Osten, die die größte Energiekrise hervorgerufen habe, die es je gegeben hat. Ein Krisenstab beobachtet daher die Energiepreise, um zeitnah reagieren zu können. Ein verstärkter Trend zu elektrischen Maschinen lasse sich noch nicht erkennen, da der Preis noch zu hoch sei.
»Entscheidend für den Erfolg im kommenden Geschäftsjahr bleiben eine konsequente Kostendisziplin, wirkungsvolle Maßnahmen zur Ergebnissicherung sowie die Bereitschaft, konzernweit zusammenzuarbeiten und globale Synergien zu heben«, erklärte Benz abschließend.