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Die Gebäudehülle der Zukunft

Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) lud am 25. September 2025 zum 20. Deutschen Fassadentag in das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart ein.

Von ABZ
20. Deutscher Fassadentag
Ein vom Architekten Frei Otto gestalteter Pavillon bot den Rahmen für den 20. Deutschen Fassadentag. | Foto: Dennis Neuschaefer Rube

Stuttgart (ABZ). – Fassaden sollen künftig weit mehr leisten als nur den Schutz des Gebäudes. Wie sie zur Anpassung an den Klimawandel beitragen können, wurde kürzlich in Stuttgart diskutiert.

Der Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e. V. (FVHF) lud am 25. September 2025 zum 20. Deutschen Fassadentag in das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart ein. Der Veranstaltungsort war der ikonische Pavillon von Frei Otto, der einen idealen Rahmen bot.

Vor etwa 140 Gästen eröffnete FVHF-Geschäftsführer Wolfgang Häußler die Jubiläumsveranstaltung mit einem Appell an die Baubranche, Verantwortung für die Klimawende zu übernehmen und lobte die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF), die Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Gestaltungsfreiheit und Kreislaufwirtschaft vereine.

Im Anschluss rief Prof. Dr. Lucio Blandini, Leiter des ILEK, zur engeren Verzahnung von Forschung, Planung und Industrie auf: Innovationen müssten schneller in reale Anwendungen überführt werden. "Es reicht nicht mehr, Innovationen für Fachpublikationen zu entwickeln – wir müssen sie gemeinsam mit Partnern umsetzen, testen und weiterentwickeln", sagte Blandini.

Anhand des adaptiven Demonstratorhochhauses D1244 – einem modularen Forschungsturm mit rückbaubaren Fassaden-Mock-ups – zeigte er, wie sich Hüllen als Testfelder nutzen lassen. Die Systeme reichen von faserbasierten Leichtbaufassaden über kinetische Sonnenlenksysteme bis hin zu Doppelfassaden.

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Christina Eisenbarth (TU Darmstadt) das Forschungsprojekt HydroSKIN vor und zeigte, wie textilbasierte Fassadensysteme zur urbanen Klimaanpassung beitragen können.

Die mehrlagige Leichtstruktur nimmt Regenwasser direkt an der Fassade auf, filtert es und führt es – je nach Bedarf – der Gebäudeversorgung oder der natürlichen Verdunstungskühlung zu.

Dr. Federico Giovannetti vom Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) richtete den Blick auf ein anderes Potenzial der Gebäudehülle: ihre Nutzbarkeit als Wärmequelle für Wärmepumpensysteme. In seinem Vortrag präsentierte er aktuelle Forschungsprojekte, in denen vorgehängte hinterlüftete Fassaden als thermisch aktive Bauteile untersucht werden.

In weiteren Vorträgen ging es um die vertikale Begrünung, Fassaden als Wasserspeicher sowie um das Potenzial von Fassaden zur Stromgewinnung. Laut FvhF machten die Vorträge deutlich deutlich, dass die vorgehängte hinterlüftete Fassade weit mehr als eine Baukonstruktion sie – sie werde zur klimaaktiven Gebäudehülle, die Energie erzeuge, Wasser speichere und Städte kühle.

Zum Abschluss dankte FVHF-Vorstandsvorsitzender Andreas Reinhardt allen Referierenden und Gästen für die Beiträge und Diskussionen. Nach dem offiziellen Teil nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die besondere Atmosphäre unter dem Zeltdach von Frei Otto für Gespräche, Austausch und Vernetzung mit den Referenten.

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