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Wie werden die Leitungsnetze zukunftsfähig?

Das 38. Oldenburger Rohrleitungsforum thematisiert Strategien für zukunftsfähige Leitungsnetze. Diskutiert werden Herausforderungen in Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie neue Ansätze im Netz- und Anlagenmanagement.

Von ABZ
38. Oldenburger Rohrleitungsforum
Versorgungsnetze müssen so ausgelegt werden, dass sie Schwankungen in Wasserdargebot und Nachfrage flexibel ausgleichen können. | Foto: GKV – istockphoto.com

Oldenburg (ABZ). – Unter dem Leitthema "Alt und Neu – Strategien für Netze von morgen" widmet sich das 38. Oldenburger Rohrleitungsforum der Frage, wie eine zukunftsfähige Netzarchitektur geschaffen werden kann. Die Veranstaltung ist auf den 5.und 6. Februar 2025 terminiert.

Die unterirdische Infrastruktur bildet das technische Fundament der modernen Gesellschaft. Millionen Kilometer an Leitungen und Kanälen sichern täglich die Versorgung mit Wasser, Energie, Wärme und Daten oder gewährleisten die Ableitung von Abwasser. Aber diese Netze sind komplex und über viele Jahre gewachsen.

Zudem verändern anhaltende Urbanisierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung die technischen und betrieblichen Anforderungen. Nach Angaben des Veranstalters sind Konzepte gefordert, die Bestand und Neubau zu einem zukunftsfähigen Gesamtsystem integrieren: Bestandsnetze müssen gezielt ertüchtigt werden, zugleich braucht es neue Infrastrukturen – etwa moderne Wärmenetze oder überregionale Leitungen für Strom, Wasserstoff, Wasser und CO2.

Auf dem Oldenburger Rohrleitungsforum soll es zum Dialog über praxisnahe Aspekte eines optimierten Netz- und Anlagenmanagements kommen. Das Forum startet mit einem Informations- und Networking-Abend: Es werden Impulse gesetzt zum Risikomanagement, zu einem verantwortungsvollen Umgang mit kritischer Infrastruktur und zur Zukunft des Gasverteilnetzes.

Große Bandbreite

An den beiden Folgetagen soll es um die gesamte Bandbreite des Tief- und Leitungsbaus gehen. Ein zentrales Thema ist die Wasser- und Abwasserwirtschaft. "Auch wenn Deutschland insgesamt über ausreichende Ressourcen verfügt, entstehen regional zunehmend Wasserengpassgebiete. Längere Trockenphasen, sinkende Grundwasserneubildung und steigende Verbrauchsspitzen erfordern ein neues Denken in Planung und Betrieb", erklärt Mike Böge, Geschäftsführer des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V.

Auch strategische Ansätze zur Substanzerhaltung und Weiterentwicklung von Kanalnetzen, die über eine tradierte Sanierungslogik hinausgehen, sollen im Tagungsgeschehen berücksichtigt werden. "Diskutiert werden datenbasierte Instandhaltungsstrategien sowie neue technische Standards für Inspektion, Monitoring und Qualitätssicherung", skizziert Böge.

Das Energiesystem wird ebenfalls thematisiert. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem strukturellen Umbau der Netzinfrastruktur – von bestehenden Gas- und Wärmenetzen über neue Stromkorridore bis hin zu den ersten CO2-Transportleitungen. Ein anderer Aspekt in diesem Kontext ist die Umstellung bestehender Gasnetze auf Wasserstoffbetrieb.

Fokusthema Werkstoffe

Seit jeher zum Kern des Oldenburger Rohrleitungsforums gehören Werkstofffragen. 2026 stehen die Werkstoffgruppen Beton, Kunststoff, Stahl und Guss im Fokus – jeweils mit Blick auf Ressourceneffizienz, Langlebigkeit und Klimaschutz. Mit der "Diskussion im Café" bietet das Forum am Donnerstag einen offenen Raum für den fachlichen Austausch. Drei moderierte Gesprächsrunden werden zentrale Querschnittsthemen der Branche aufgreifen.

Neben dem Fachlichen steht auch der persönliche Austausch im Vordergrund. Der traditionelle Oldenburger Grünkohlabend bietet Gelegenheit, Gespräche fortzusetzen, Kontakte zu pflegen und Kooperationen zu vertiefen – ein fester Bestandteil des Forums, der zeigt, dass technischer Fortschritt im Dialog entsteht.

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