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Aus Lagerhalle wird Forschungszentrum

Im dänischen Østbirk hat der Dachfensterhersteller Velux eine 30 Jahre alte Lagerhalle zu einem modernen Forschungs- und Entwicklungszentrum umgebaut.

Von ABZ
55 Prozent der Materialien eingespart
Der Dachfensterhersteller Velux hat eine 30 Jahre alte Lagerhalle in Østbirk zu einem Forschungs- und Entwicklungszentrum umgebaut. Das LKR Innovation House bietet 500 Mitarbeitenden Arbeitsplätze für die Weiterentwicklung von Dachfenstern. Durch die Bestandsnutzung konnten nach Herstellerangaben über 55 % der Materialien eingespart werden, die für einen Neubau erforderlich gewesen wären. Das Architekturbüro Praksis Arkitekter verwandelte die 9500 m² große Lagerhalle in ein 14 000 m² großes Arbeitsumfeld. Grundlage war ein Holzgebäude aus dem Jahr 1995. | Foto: Velux/Adam Mørk

Østbirk/Dänemark (ABZ). – Im dänischen Østbirk hat der Dachfensterhersteller Velux eine 30 Jahre alte Lagerhalle zu einem modernen Forschungs- und Entwicklungszentrum umgebaut.

Das LKR Innovation House bietet nun ungefähr 500 Mitarbeitenden Arbeitsplätze für die Weiterentwicklung von Dachfenstern und anderen Produktinnovationen.

Durch die Nutzung des Bestands konnten nach Herstellerangaben über 55 % der Materialien eingespart werden, die für einen Neubau erforderlich gewesen wären. Das Architekturbüro Praksis Arkitekter verwandelte die 9500 m² große Lagerhalle in ein 14.000 m² großes Arbeitsumfeld. Grundlage war ein Holzgebäude aus dem Jahr 1995, das seinerzeit als "Experiment aus Holz" errichtet worden war. Lars Kann-Rasmussen, Sohn des Firmengründers und damaliger Vorstandsvorsitzender, hatte damals die Vision verfolgt, ein Gebäude vollständig aus Holz zu errichten. Wo möglich, wurden Beton und Stahl durch unbehandeltes Holz aus dänischen und schwedischen Wäldern ersetzt.

"Unser übergeordnetes Ziel war es, so viel wie möglich vom Gebäude zu erhalten und es in die Zukunft zu führen", beschreibt Architektin Mette Tony von Praksis Arkitekter den Umbauansatz. Die wichtigste Aufgabe bestand darin, Tageslicht in das Gebäude zu bringen. Dafür wurden zwei begrünte Atrien in den geschlossenen Baukörper eingeschnitten.

Zusätzlich gestalteten die Architekten das Dach mit Velux-Produkten: 387 elektrisch betriebene Schwingfenster, zwei Ausstiegsfenster mit Türfunktion und 26 Modular Skylights kamen zum Einsatz, alle mit Dreiverglasung.

Für den Sommerschutz erhielten alle Dachfenster außenliegende Hitzeschutz-Markisen, die Modular Skylights innenliegende Sonnenschutz-Rollos. Beim Umbau konnten laut Velux mehr als die Hälfte der ursprünglichen Materialien erhalten werden. Die ursprüngliche Betonplatte, bestehende Dachkonstruktionen und tragende Holzbalken aus Brettschichtholz sowie die hölzernen Fassaden blieben erhalten oder wurden umgenutzt. Das Holz der bestehenden Fassade wurde für die Dämmung der Außenwand demontiert und anschließend wieder montiert.

Die in den Ausschnitten für die Innenhöfe entfernten Brettschichtholzrahmen kamen in Nebengebäuden oder als upgecycelte Möbel wieder zum Einsatz. Holzschnitte aus neuen Fensteröffnungen wurden bei den Fassaden der Innenhöfe verwendet. Der vorhandene Betonboden konnte unverändert weiter genutzt werden.

Das Gebäude setzt auf natürliche Ressourcen und energetische Optimierung. Über ein intelligentes System zur natürlichen Lüftung, gesteuert über 400 Win-dowMaster WMX 804 Kettenantriebe, wird ganzjährig eine bedarfsorientierte Frischluftzufuhr gewährleistet. Die mehr als 400 Velux-Fenster reduzieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung und unterstützen das passive Raumklima-Management.

Nach Herstellerangaben liegt der CO2-Fußabdruck mit 4,6 kg CO2e/m²/Jahr weit unter den dänischen Vorschriften für Bürogebäude und auch unter dem ab 2029 geltenden Grenzwert von 6,1 kg CO2e/m²/Jahr.

Die Gestaltung des thermischen Komforts erfolgte anhand des adaptiven Komfortmodells, das die Auswirkungen des Außenklimas auf den Innenraumkomfort berücksichtigt.

Das LKR Innovation House besteht aus verschiedenen Bereichen, die sowohl ineinandergreifen als auch unabhängig voneinander genutzt werden können. Das lichtdurchflutete Foyer im Osten dient als Ausstellungs- und Besprechungsbereich sowie als Showroom und Empfangsbereich. Die Werkstätten befinden sich im linken Flügel, die meisten Büroräume im rechten Flügel an der Nordfassade. Im Zentrum liegt die Kantine, die von den beiden begrünten Innenhöfen umgeben ist. Im Westen befinden sich die gesicherten Forschungseinrichtungen.

"Mit diesem beeindruckend renovierten und neu gestalteten Gebäude verfügen wir nun über ein bestens ausgestattetes Innovationszentrum", sagte Tina Mayn, Executive Vice President Products & Innovation der Velux Gruppe, nach Abschluss des Umbaus. Der Energiebedarf des Gebäudes liegt bei 38,6 kWh/m² jährlich. Die Bauzeit erstreckte sich von Februar 2023 bis Mai 2025.

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