Bonn (ABZ). - Die Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) fordert angesichts stark steigender Baustoffpreise eine Reform der Preisanpassungsmechanismen bei Bauverträgen. In einem Schreiben an Bundesbauministerin Verena Hubertz warnt der Verband vor erheblichen Belastungen insbesondere für den mittelständisch geprägten Straßenbau.
Hintergrund sind die Marktverwerfungen infolge des Iran-Krieges. So habe sich der Preis für Bitumen seit Beginn des Konflikts teilweise verdoppelt. Da viele Bauunternehmen an Festpreise gebunden seien, gerieten selbst wirtschaftlich gesunde Betriebe zunehmend unter Druck, erklärte BVMB-Vizepräsident Jürgen Faupel bei einer Tagung des Arbeitskreises Straße/Brücke bei Frankfurt.
Bei dem Treffen mit rund 80 Vertretern aus Bauwirtschaft und öffentlicher Hand bestand Einigkeit darüber, dass die bisherigen Regelungen nicht mehr ausreichen. BVMB-Geschäftsführer Daniel Jonas verwies darauf, dass starke Preisschwankungen inzwischen häufiger auftreten – ähnlich wie bereits während der Corona-Pandemie und nach Beginn des Ukraine-Krieges.
Die BVMB spricht sich deshalb für eine dauerhafte und vereinfachte Preisgleitung aus, die neben Baustoffen auch Lohn- und Gerätekosten berücksichtigt. Dies solle als fester Bestandteil von Bauverträgen etabliert werden, um mehr Planungssicherheit und eine fairere Risikoverteilung zu schaffen.
