Frankfurt am Main (ABZ). – Der Berufsverband für Immobilienfachleute RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) stellt in seinem jüngst veröffentlichten Global Construction Monitor Q1 2025 fest, dass ein weiterer Anstieg der weltweiten Bautätigkeit erwartet wird.
Die Ergebnisse der Erhebung deuten für das Quartal auf eine Verlangsamung des Wachstums in der gesamten Baubranche hin, wobei die Handelsspannungen die Stimmung in einigen Bereichen trüben. Nichtsdestotrotz seien die Zwölfmonatserwartungen für die Arbeitsauslastung in allen Sektoren auf weltweiter Ebene nach wie vor positiv, auch wenn sie sich im jüngsten Erhebungszeitraum etwas abgeschwächt haben, so der Verband.
Auf globaler Ebene verzeichnete der Gesamtindex CSI (Construction Sentiment Index) im ersten Quartal einen Wert von +9, gegenüber +17 im Vorquartal. Dies zeigt eine leichte Abschwächung der Dynamik, auch wenn das Gesamtbild vorerst noch leicht positiv ist. Aufgeschlüsselt nach den einzelnen Weltregionen verschlechterte sich der CSI demnach in der Region APAC (Asien Pazifik) merklich und lag bei -5 gegenüber +11 im letzten Quartal. Dies ist der schwächste Wert für diese Region seit dem dritten Quartal 2020.
Auch in Nord-, Mittel- und Südamerika ging der Index zurück, wenngleich der Wert von +23 im ersten Quartal (gegenüber +35 im vierten Quartal) immer noch im expansiven Bereich liegt, so der RICS. Parallel dazu verbesserte sich der CSI in Europa im ersten Quartal leicht und erreichte einen Wert von +11 gegenüber +6 im Vorquartal. Dennoch bleibt das jüngste Feedback für Europa im Vergleich zu anderen Teilen der Welt etwas vorsichtiger. Derweil weist MEA mit +31 den stärksten CSI-Wert im weltweiten Vergleich auf, was auf ein weiteres solides Wachstum hindeutet.
Auf Länderebene zeigen die stärkste aktuelle Dynamik die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, die weiterhin ein robustes Wachstum der Aktivitäten verzeichnen, wobei jeder Teilsektor einen soliden Aufschwung erfährt. Auch Indien, Sri Lanka und Spanien sind in ihren jeweiligen Regionen die Spitzenreiter, informiert der Verband.
Auch wenn die Rückmeldungen für die USA weiterhin eindeutig positiv seien, habe sich das Wachstumstempo (in Bezug auf den Nettosaldo) in letzter Zeit abgekühlt, wobei die Dynamik im Gewerbeimmobilienbau und Infrastrukturbereich leicht nachgelassen habe. Interessanterweise seien die Ergebnisse in Kanada deutlich schwächer als bei der letzten Erhebung, da der Nettosaldo der Arbeitsauslastung von zuvor +11 Prozent auf -10 Prozent zurückging.
„Dies ist der erste durchweg negative Wert für das Land seit der ersten Jahreshälfte 2020“, so der Verband, sehr wahrscheinlich sei dies im Zusammenhang mit der Sorge über die Handelspolitik der USA zu betrachten. Daneben melden China und Hongkong laut RICS weiterhin besonders schlechte Ergebnisse, die durch eine sinkende Arbeitsauslastung in allen Sektoren gekennzeichnet sind. Darüber hinaus berichteten 90 Prozent der Befragten auf dem chinesischen Festland, dass eine unzureichende Nachfrage den Markt bremse (der höchste Anteil an Nennungen dieses Problems im Vergleich zu allen anderen untersuchten Ländern).
Weitere zentrale Ergebnisse der Erhebung: Asien Pazifik bleibt die Region mit den größten Herausforderungen, während die Region Mittlerer Osten und Afrika weiterhin starkes Wachstum verzeichnet. In Europa seien Anzeichen einer Verbesserung erkennbar, wobei Infrastrukturaktivitäten zunehmend als Wachstumsmotor angesehen werden. In Deutschland steige der Baustimmungsindex steigt deutlich von -12 auf +38.
Susanne Eickermann-Riepe, Vorsitzende des RICS European World Regional Board (EWRB): „Der globale Construction Index bleibt zwar positiv, schwächt sich aber ab. Dagegen erholt sich Europa weiter und auch Deutschland zeigt einen deutlichen Sprung ins Positive. Hoffentlich nicht nur getragen durch das große Infrastrukturpaket und die damit verbundene Hoffnung auf Wachstum. Der Infrastrukturbereich ist und bleibt der Trendgeber bei der erwarteten Arbeitsauslastung, aber auch der private Wohnungsbau legt zu. Deutschland verzeichnet hier einen deutlichen Anstieg. Im Gegensatz dazu zeigt sich ein eher flacher Trend bei Gewerbeimmobilien.“