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Wohnungsbau bleibt rückläufig

Der Wohnungsbau in Deutschland ist seit drei Jahren rückläufig; 2024 endete mit 18.600 Baugenehmigungen, 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Neubauförderung und Bürokratieabbau wird von Verbänden gefordert.

Von ABZ

Berlin (ABZ). – "Zum Jahresende fällt unsere Bilanz für 2024 sehr enttäuschend aus. Seit nunmehr drei Jahren kennen die Genehmigungszahlen im Wohnungsbau nur eine Richtung: Abwärts", kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Tim-Oliver Müller, die jüngst vom Statistischen Bundesamt bekanntgegebenen Genehmigungszahlen für Oktober 2024.

"Das Jahr endet, wie es begonnen hat – katastrophal. Der Wohnungsbau kommt nicht aus dem Tal heraus", mahnt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) anlässlich der Daten. Demnach wurden im Oktober nur rund 18 600 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt – rund 4100 weniger als im Oktober 2023. "Nach vielen Monaten mit hohen zweistelligen Rückgängen liegen wir daher nun auf dem Niveau von 2012. Eine Bodenbildung ist noch lange nicht in Sicht", sagte Müller.

Vom anhaltenden Genehmigungsrückgang seien unverändert alle Gebäudekategorien betroffen. Pakleppa dazu: "Damit bleibt das Genehmigungsvolumen im Talsohlenniveau der letzten Monate hängen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat gibt es einen Rückgang um 1 Prozent, gegenüber 2022 sind es sogar minus 27 Prozent." Bei den Mehrfamilienhäusern genehmigten die Behörden circa 9550 Wohneinheiten (WE) und damit rund 27 Prozent weniger als im Vorjahr. Auf die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser entfielen knapp 4400 genehmigte WE, ein Rückgang um 6 Prozent.

"Angesichts dieser Zahlen dürfte die Wohnraumknappheit eines der wichtigsten Themen im vorgezogenen Bundestagswahlkampf werden. Ich frage mich allerdings, ob die Instrumente in den bisher bekannten Wahlprogrammen wirklich helfen werden", führt Müller aus.

Auf der Agenda der nächsten Bundesregierung müsse zwingend eine zielgenaue und verlässliche Förderung von bezahlbarem Wohnungsbau stehen – ebenso essenziell sei die Absenkung von bürokratischen Hindernissen und die sinnvolle Begrenzung staatlich verordneter Gebäudeanforderungen. Das derzeitige Bundeskabinett hat in diesem Sinne zwar den Gesetzentwurf für den Gebäudetyp E in guter und richtiger Absicht beschlossen. "Gut gemeint ist allerdings noch nicht gut gemacht. Denn das vorliegende Gebäudetyp-E-Gesetz führt selbst nach Meinung des Bundesgerichtshofs zu noch mehr Rechtsunsicherheit der Vertragsparteien, statt Vereinfachungen zu ermöglichen. Dieses Gesetz sollte den Bundestag so also nicht mehr passieren und eine neue Bundesregierung täte gut daran, es in eine bessere und praktikablere Form zu bringen." Wichtig sei doch, dass gesetzliche Vereinfachungen den Baufirmen ermöglichten, rechtssicher von kostenintensiven Anforderungen beziehungsweise. den allgemein anerkannten Regeln der Technik abzuweichen, selbstverständlich unter Einhaltung aller Sicherheitsstandards.

"Der Rückgang der Baugenehmigungen hält nun schon seit 29 Monaten an. Bereits 2023 wurden die mindestens 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr weit verfehlt. Mit circa 250.000 Wohnungen, die in diesem Jahr fertig werden, spitzt sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiter zu", fasst Pakleppa zusammen.

Zusätzlich zu den hohen Zinsen, den überzogenen Bauvorgaben und gestiegenen Baukosten ist die haushaltslose Zeit laut ZDB ein weiterer Unsicherheitsfaktor für die Bauwilligen. Deutschland brauche dringend eine verlässliche, langfristige Wohnungsbaupolitik – einen Neustart Wohnungsbau. Dazu gehörten klare Rahmenbedingungen, eine Reform der Bauvorschriften und eine Wiederbelebung der Neubauförderung. "Denn die jetzige Entwicklung hat fatale Konsequenzen. Immer weniger Menschen glauben noch an ihren Traum vom Eigenheim. Immer weniger wird in den Mietwohnungsbau investiert", sagte Pakleppa. Der Appell des ZDB an die kommende Regierung: "Der Wohnungsbau muss oberste Priorität in einem starken Bauministerium bekommen, in dem die Kompetenzen für den Bau, die Sanierung und die Förderung gebündelt sind."

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