Im Berliner Priesterweg hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg erstmals das großflächige Abfräsen von Kopfsteinpflaster getestet. Auf einer Länge von 250 m wurden rund 1200 m² Pflaster bearbeitet, um die Befahrbarkeit für Radfahrer zu verbessern..
Berlin (ABZ). – Das Verfahren wurde im März 2025 angewendet, um einen fehlenden Lückenschluss der Nord-Süd-Radroute vom Südkreuz in den Südwesten der Stadt zu schaffen. Laut Bezirksstadträtin Dr. Ellenbeck hätte eine ursprünglich geplante Asphaltierung eine zusätzliche Versiegelung bedeutet, was neue Entwässerungsbauten erforderlich gemacht hätte.
Die Ergebnisse wurden vor Ort präsentiert
"Das wäre mit hohen Kosten verbunden, komplex in der Genehmigung gewesen und widerspricht den Zielen einer nachhaltigen Stadtgestaltung", erklärte die Stadträtin. Mit dem Fräsverfahren bleibe das alte Pflaster erhalten, das Regenwasser könne lokal versickern und der Fahrkomfort für den Radverkehr werde deutlich erhöht. Das Ergebnis wurde am im Frühjahr Verkehrsexperten aus den Bezirken, der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, dem NUDAFA-Projekt der Technischen Hochschule Wildau, der infraVelo, der Bezirksverordnetenversammlung sowie dem FahrRat Tempelhof-Schönebergs vorgestellt.
Laut Angaben des Bezirksamts ergeben sich im Vergleich zur Asphaltierung mehrere Vorteile: Die Kopfstein-Optik bleibt erhalten, es entsteht eine gleichmäßige Oberfläche zum Befahren. Fahrgeräusche werden gemindert und Regenwasser kann weiterhin versickern. Die Methode bietet nach Angaben der Verantwortlichen die Möglichkeit, besonders denkmalgeschützte Kopfsteinpflasterflächen mit weniger Aufwand zu sanieren. Die Maßnahme weist laut Bezirksamt eine positive Kosten-Nutzen-Bilanz auf. Dem Pilotprojekt waren erste Forschungen an der Technischen Hochschule Wildau vorausgegangen. Die Arbeiten führte das Unternehmen Fräsdienst E.Feind durch.
Verkehrswegen aus Asphalt, Beton und Natursteinpflaster
Das Grinding- und Grooving ist laut Erc Feind eine Technologie zur Oberflächenbehandlung von Verkehrswegen aus Asphalt, Beton und Natursteinpflaster. Dabei werde eine Oberflächentextur in die Fahrbahn eingeschnitten, welche je nach Problemstellung zielgerichtet die geforderten Eigenschaften verbessert.
Grundlage dieser Technologie ist eine für das Grinding und Grooving spezialisierte Maschine der Firma Wirtgen. Diese verfügt über eine schnelldrehende Welle inklusive Schneidwerkzeug und einer Direktabsaugung an der Maschine, so der Unternehmer.