Zum Inhalt springen

Schwimmkran tauscht Hydraulikzylinder aus

Von ABZ
Am Emssperrwerk
Koloss am Haken: Per Schwimmkran wurden die neuen Hydraulikzylinder eingehoben. | Bild: Lippe/NLWKN

Gandersum/Aurich (ABZ). – Nach 23 Jahren Betrieb haben Korrosionsschäden an den Hydraulikzylindern des Emssperrwerks bei Gandersum einen aufwändigen Austausch erforderlich gemacht. Mit einem Schwimmkran wurden drei der jeweils über 30 Tonnen schweren und elf Meter langen Zylinder ausgebaut.

Das Emssperrwerk hat nach Angaben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bereits 20 Mal zuverlässig vor Sturmfluten geschützt. Die Lage mitten im Fluss stellt jedoch besondere Anforderungen an Material und Wartung. Der dauerhafte Kontakt mit Umwelteinflüssen und salzigem Emswasser hat an den Kolbenstangen der Hydraulikzylinder Korrosionsschäden verursacht.

"Nach dreiundzwanzig Jahren Einsatz unter den hier herrschenden fordernden Bedingungen haben die Zylinder das Ende ihrer Einsatzzeit erreicht", erklärt ein Sprecher des NLWKN. Die abplatzende Beschichtung führe zu scharfkantigen Rändern und drohe, Dichtungen zu beschädigen. Die Betriebsstelle Aurich des NLWKN ist für den Betrieb des Sperrwerks zuständig, das laut Angaben zu den größten Europas zählt.

Bereits 2023 waren einzelne Hydraulikzylinder erneuert worden, die konstruktionsbedingt in Ruhestellung besonders tief im Wasser standen. In dieser Woche wurde der Austausch dreier weiterer Zylinder an den angrenzenden Sperrwerkspfeilern fortgesetzt. Aufgrund der Lage mitten in der Ems und des hohen Gewichts der Bauteile konnten die Arbeiten nur von einem Schwimmkran aus durchgeführt werden.

"Für alle Beteiligten eine echte Millimeterarbeit, die grundsätzlich nur außerhalb der Sturmflutsaison und bei günstigen Witterungsbedingungen durchführbar ist", betont der NLWKN-Sprecher. Bei starkem Wind und Wellengang sei die Gefahr zu groß, das Küstenschutzbauwerk und seine Technik durch unbeabsichtigten Kontakt zu beschädigen.

Der NLWKN setzt nach eigenen Angaben wie bereits 2023 auf eine Mischung aus Austauschen und Instandsetzen. Die ausgehobenen drei Zylinder wurden durch eigens angefertigte Neuteile ersetzt. Sie sollen in den kommenden Monaten einer Generalüberholung unterzogen werden. Im August ist ein zweiter Arbeitsschritt geplant, bei dem die überholten Zylinder wieder eingebaut werden, um die verbliebenen schadhaften Altzylinder zu ersetzen.

Auswirkungen auf die Schifffahrt haben die Arbeiten laut NLWKN nicht. "Die Drehsegmentverschlüsse in den Schifffahrtsöffnungen funktionieren nach einem anderen Prinzip als die Nebenöffnungen des Sperrwerks, die mit Hubtoren ausgestattet sind. Sie waren deshalb nicht betroffen", so der Sprecher.

Das Emssperrwerk schützt die Anlieger an der Ems und im Leda-Jümme-Gebiet vor Sturmfluten. Es kehrt Sturmfluten ab, die höher als 3,70 m über Normalnull auflaufen und gewährleistet nach Herstellerangaben einen höheren Sicherheitsstandard als eine kontinuierliche Anpassung der 110 km langen Hauptdeiche entlang der Unterems. Die Staufunktion sichert zudem bei Schiffsüberführungen die Flexibilität des Schifffahrtsweges Ems zwischen Papenburg und Emden.

ABZ

ABZ

Gebaut wird überall, und das zu jeder Zeit! Die Allgemeine Bauzeitung begleitet das gesamte Baugewerbe. Schnell, sachlich und neutral - so sind wir Deutschlands meistgelesene Baufachzeitung geworden.

Alle Artikel

Weitere in Marktentwicklung

Alle anzeigen

Weiter keine Trendwende in Sicht

Von dpa
/

Weitere von ABZ

Alle anzeigen