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Wunschrezeptur für Estrichsand

Technik in Kieswerk Brandrübel verbessert Sandqualität, reduziert abschlämmbare Bestandteile von 24% auf 0,4%, setzt energie- und kosteneffiziente Lösungen ein.

Von ABZ
Anlagenkonzept reduziert Anteil abschlämmbarer Bestandteile
Die City Equip Anlagenkonzept von Christophel reduziert den Anteil abschlämmbarer Bestandteile von > 10 % auf < 0,5 %, erläutert Christophel. | Foto: Christophel

Schmölln (ABZ). – "Viele Wege führen nach Rom" lautet ein bekanntes Sprichwort. Manche sind dabei besonders beschwerlich – andere enden in Sackgassen. Ähnlich verhält es sich mit der Aufbereitung von Sanden. Schöpfräder oder Tankklassierer, Zyklontechnik, Wirbelstromabscheider, Sandschnecken, Attritionszellen und vieles mehr, haben ihre Berechtigung am Markt.

Das Kieswerk Brandrübel GmbH & Co. KG betrieb ein Schöpfrad mit Sandschnecke und Zyklon, als laut eigener Angabe die Sandqualität den gestiegenen Marktanforderungen nicht mehr gerecht wurde. Im bestehenden Kieswerk sollte ein Betonsand mit 0,5 % < 63 µ bei mindestens 60 t/h Leistung produziert werden. Die durchschnittliche Aufgabensieblinie verfügte über 24 % abschlämmbarer Anteile bezogen auf den Rohsand. Aus dem Waschprozess standen 280 m³ Wasser pro Stunde zur Verfügung.

Der Preisdruck in Sachsen erfordere allerdings ein Konzept mit kleiner Investitionssumme und geringem Energieverbrauch. Der technische Leiter im Unternehmen prüfte und verwarf laut eigener Aussage Überlegungen bis Christophel/Lübeck einen Vorschlag aus bezahlbarer und bewährter Technik unterbreitete.

Im Dezember 2021 übernahm die erste Sandschnecke WSS 800 das Sand-Wasser-Gemisch vom Waschsieb. Die etwa 6250 mm lange, 800 mm Durchmesser große Schnecke fördert den Sand aus der Wasserzone in die Entwässerungszone zum Schneckenaustrag. Über die Positionierung des Zulaufes entscheidet der Betreiber, ob Feinstanteile gehalten oder ausgetragen werden sollen. Die Schneckenflügel reiben und rollen die Sandkörner zum Austrag. Verunreinigungen werden vom Gestein abgerieben und lösen sich im Wasser auf. Die spezielle Aufstromeinrichtung sorge zusätzlich für die Reduzierung der überschüssigen Feinstsandanteile.

So soll der Anteil Abschlämmbarer bereits im ersten Arbeitsschritt auf etwa 2 % reduziert sein. Für viele Kieswerke wäre das bestimmt ein gutes Ergebnis. In Brandrübel reicht das nicht. Eine zweite Schnecke wurde direkt unter der ersten Schnecke positioniert. Entsprechend des ersten Prozesses wurde der zweite Waschgang "eingelegt". Die gesetzten Ziele wurden dem Betreiber zufolge übererfüllt. 24 % abschlämmbarer Anteile wurden auf 0,4 % "geprügelt".

Im Pumpenvorlagebehälter werden die ausgespülten Sande mit dem Wasser zusammengeführt und in den für diese Aufgabenstellung ausgelegten Zyklon zur Feinstsandrückgewinnung gepumpt. Eine speziell konstruierte Steuerung übergibt die rückgewonnenen Feinstsande anteilig auf Halde oder auf das Entwässerungssieb, das zur Nachentwässerung hinter der der zweiten Schnecke fungiert.

Durch diese letzte Steuerung entscheidet der Anlagenfahrer, ob der rückgewonnene Feinstsand als 0 bis 1 mm Sand verkauft, dem Estrichsand anteilig oder komplett zugeführt wird.

Mit der laut Unternehmen erfolgreichen Inbetriebnahme führen die Kollegen des Kieswerk Brandrübel verschiedene Testreihen durch, wobei sie die verschiedenen Wassermengen für den Aufstrom in Sandschnecke Nr. 1 und Sandschnecke Nr. 2 dokumentierte und mit den gezogenen Sieblinien abglich.

"Rezeptoptimierte Betonsande sparen Zement und reduzieren so die CO2-Belastung. Insbesondere Kieswerkbetreiber mit höherem Feinstsandanteil kleiner 0,25 Millimeter oder abschlämmbarer Bestandteile führen mitunter einen teuren, aussichtslosen Kampf zur Qualitätsverbesserung durch den Fortbetrieb mit bestehender Alttechnik. Die Sandaufbereitung ist kein gottgegebenes Urteil. Durch die passende technische Lösung lassen sich Investitionen schnell amortisieren", führt Rüdiger Christophel weiter aus.

"Viele Wege führen nach Rom" – Stolz kann man sein, wenn nach der Ankunft auch rückblickend festgestellt wird, dass der gewählte Weg der Beste war, so Christophel.

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