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Bahnhofsbrücke in zwei Abschnitten rückgebaut

Wenig Platz, Bahngleise und festgelegte Sperrpausen: Das waren die Herausforderungen, die die Max Wild GmbH beim Rückbau der Brücke am Hauptbahnhof in Hanau meistern musste.

Von ABZ
Auf engstem Raum
Brückenabbruch auf engstem Raum: Max Wild hat in zwei Bauabschnitten die Hauptbahnhofbrücke in Hanau rückgebaut. Für den Brückenüberbau wurden Einzelsegmente mittels Großkran ausgehoben. Im ersten Bauabschnitt waren gleich zwei Kräne im Einsatz, sie hoben mit 15 Hüben insgesamt 1800 Tonnen Material aus. Eine der größten Herausforderungen war der Platz. Für den Großkran wurde daher eine Art Mittelinsel zwischen den Bahngleisen geschaffen. | Foto: Max Wild

Hanau (ABZ). – Wenig Platz, Bahngleise und festgelegte Sperrpausen: Das waren die Herausforderungen, die es beim Rückbau der Brücke B 43 am Hauptbahnhof in Hanau (Hessen) zu meistern galt. Die Max Wild GmbH mit Sitz in Berkheim (Baden-Württemberg) hat die komplizierten Abbrucharbeiten übernommen.

Weil die Brücke B 43 über Gleise der Deutschen Bahn führt, erfolgte der Rückbau bei vollständiger Sperrung der unterführenden Bahnstrecken.

In zwei Bauabschnitten wurde der alte Brückenüberbau mittels Sägetechnik in Segmente unterteilt und diese anschließend mithilfe eines Krans ausgehoben. Eine besondere Schwierigkeit bargen nach Unternehmensangaben die beengten Platzverhältnisse aufgrund der angrenzenden Bahnstrecke für den Großkran und die gesamte Baustellenlogistik. Der Abbruch mit anschließendem Brückenneubau ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Stadt Hanau. "Unsere Profis aus dem Abbruch-Team haben bei diesem komplizierten Rückbau wirklich hervorragende Arbeit geleistet", betont Markus Wild, Geschäftsführer der Max Wild GmbH.

"Der Großteil der Arbeit musste in den Bahnsperrpausen passieren. Da muss dann alles Hand in Hand gehen. Deshalb haben wir extrem viel Zeit und Energie in eine gute Vorplanung gesteckt – und die hat sich ausgezahlt", so Markus Wild weiter.

Stadt Hanau mit Brückenrückbau zufrieden

Auch die Stadt Hanau als Auftraggeber ist mit dem Brückenrückbau zufrieden: "Wir waren in beiden Bauabschnitten jeweils weit vor dem eigentlichen Zeitplan fertig. Das zeigt, wie gut alle beteiligten Baufirmen zusammengearbeitet haben und wie gut sie koordiniert waren", betont Sascha Hernandez, Projektbearbeiter bei Hanau Infrastruktur Service (HIS), einem Eigenbetrieb der Stadt Hanau.

Die Abbrucharbeiten an der Hauptbahnhofbrücke (B 43) in Hanau sind Teil eines großen Gesamtprojekts: Bis 2027 soll am Hanauer Hauptbahnhof eine neue Brücke entstehen, die über die Bahngleise führt.

Die alte Brücke musste abgerissen werden, weil eine Sanierung nicht mehr möglich war. Die gesamte Rückbauplanung und -arbeiten an der 120 Meter langen alten Spannbetonbrücke hat das Abbruch-Team der Max Wild GmbH übernommen.

Die Hauptbahnhofbrücke Hanau überführt die B 43 über die Gleis- und Oberleitungsanlagen der Deutschen Bahn. Klare Anforderung für den Brückenrückbau:

Die darunter liegenden Gleise und Anlagen dürfen bei den Abbrucharbeiten nicht beschädigt werden. Das Rückbaukonzept von Max Wild beinhaltete daher zwei Verfahren: Für den Brückenüberbau wurden Einzelsegmente mittels Großkran ausgehoben. Diese Arbeiten erfolgten in zwei Bauabschnitten und während Vollsperrung der unterführenden DB-Anlagen im 24-Stunden-Betrieb. Die Unterbauten wurden mittels Hydraulikbagger konventionell abgebrochen, außerhalb der Sperrpausen. Für den Rückbau des Brückenüberbaus setzte Max Wild auf Säge- und Krantechnik. Die insgesamt 120 m lange Brücke wurde mittels Sägetechnik in Segmente unterteilt, die anschließend mithilfe eines Großkrans ausgehoben wurden.

Dabei kamen ein 700-Tonnen-Raupenkran und ein 700-Tonnen-Mobilkran zum Einsatz. Die Sägearbeiten erfolgten durch die Gebrüder Nickel GmbH, die Kranarbeiten übernahmen die Emil Egger AG und die MSG Krandienst GmbH.

Max Wild war für die gesamte Rückbauplanung mit 3D-Modell inklusive Krankonzept, die Festlegung der Abbruchsegmente und die Auslegung der Gewichtsermittlung zuständig und überwachte den gesamten Rückbauprozess.

Segmente haben Gewicht zwischen 70 und 260 Tonnen

Im ersten Bauabschnitt (Dezember 2024 bis Januar 2025) waren zwei Kräne im Einsatz, die mit 15 Hüben insgesamt 1800 t Material ausgehoben haben. Die einzelnen Brückensegmente hatten ein Gewicht zwischen 70 und 260 t und eine Länge von bis zu 28 t. Im zweiten Bauabschnitt (Februar 2025) wurde die zweite Hälfte der Brücke mithilfe eines Krans mit 16 Hüben ausgehoben. Insgesamt fielen beim Rückbau rund 6000 t Abbruchmaterial an.

Nach dem abgeschlossenen Rückbau der Bestandsbrücke folgt nun der Brückenneubau. Im August und September 2025 sollen neue Verbundfertigteilträger für die neue Brücke aufgelegt werden, bevor weitere Betonier- und Neubauarbeiten an der Brücke und den DB-Anlagen folgen.

Die Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahe ist für 2027 geplant. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 56 Millionen Euro. Die Deutsche Bahn und die Stadt Hanau übernehmen jeweils die Hälfte der Kosten, das Land Hessen bezuschusst das Projekt mit rund 18 Millionen Euro.

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