Regau (ABZ). – Die Aurachbrücke bei Regau/Ohlsdorf ist mit ungefähr 50 m Höhe die höchste Brücke der Westautobahn A 1. Nach mehr als sechs Jahrzehnten Betrieb wurde ihre Neuerrichtung unumgänglich.
Zwischen 2022 und Ende August 2025 erfolgte daher im Auftrag der Asfinag der Komplettneubau bei laufendem Verkehr mit täglich bis zu 50 000 Fahrzeugen.
Um den Verkehrsfluss während der Bauzeit sicherzustellen, wurde zunächst eine provisorische Seitenbrücke errichtet. Bereits dabei kam die Josef Seidl Betonbohr- und Sägedienst GmbH zum Einsatz: Im Herbst 2023 wurden die durch die Errichtung des Tragwerks im Freivorbauverfahren (Waagebalkenprinzip) erforderlichen fixen Auflager an den fünf Brückenpfeilern mit Bohr- und Schneidetechnik freigeschnitten.
Nach Abschluss des Neubaus der Seitenbrücke begann der Rückbau der beiden Tragwerke der insgesamt 420 m langen Bestandsbrücke. Im Bereich der Bahntrasse war ein konventioneller Abbruch des Brückentragwerks mit Abbruchbaggern nicht möglich. Dort wurde der Rückbau ausschließlich mit Bohr- und Schneidetechnik durchgeführt, zum Einsatz kamen Seilsägen, Wandsägen und Fugenschneider. Diese Arbeiten erfolgten im Januar und Februar 2024 unter winterlichen Bedingungen mit Temperaturen teils unter -10 °C.
Nach dem Neubau der beiden Tragwerke im Freivorbauverfahren mussten erneut die fixen Auflager für die endgültige Lagerung freigeschnitten werden. Der spektakuläre Höhepunkt der Bauarbeiten folgte im Mai 2025: Das rund 15 000 t schwere Tragwerk der Seitenbrücke wurde hydraulisch, millimetergenau und quer auf die neu errichteten Pfeiler mit einem sogenannten Querverschub verschoben. Dieses Verfahren stellte laut Beteiligten selbst für die Asfinag eine Premiere dar und galt als außergewöhnliche technische Herausforderung.
Zwei Tage nach Abschluss dieser Verschubarbeiten begann die Josef Seidl Betonbohr- und Sägedienst GmbH mit dem Rückbau der provisorischen Bauwerke. Dazu gehörten die fünf bis zu 50 m hohen und 10,5 x 4,5 m großen Pfeiler sowie die 10 x 4,5 x 2 m großen Verschubträger, welche die Verbindung zwischen den Pfeilern gebildet hatten.
Zunächst wurden die Verschubträger in jeweils vier rund 30 t schwere Segmente zerteilt, anschließend die Pfeiler in ähnlich dimensionierte Betonblöcke geschnitten. Die Arbeiten in dieser Höhe stellten besondere Anforderungen an Logistik und Arbeitssicherheit. Von Mitte Mai bis Ende Juli 2025 wurden so mit der Seilsäge insgesamt 1300 m2 Schnittfläche massiv bewehrten Stahlbetons getrennt sowie rund 300 laufende Meter Kernbohrungen mit 150 mm Durchmesser für das Anhängen der Betonteile erstellt.
Als Partner für den Rückbau mit Diamanttrenntechnik leistete die Josef Seidl Betonbohr- und Sägedienst GmbH nach eigenen Angaben einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen Neuerrichtung der Aurachbrücke. Die Arbeiten in bis zu 50 m Arbeitshöhe, das Arbeiten im beengten Brückenauflager und auch bei tiefwinterlichen Wetterbedingungen verdeutlichen laut Unternehmen die Möglichkeiten der Bohr- und Schneidetechnik im Brückenbau.