Berlin (dpa). – Die Verzögerungen bei den Bauarbeiten an der Bahnstrecke Hamburg-Berlin sorgen für Empörung und Unverständnis in der Politik. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) forderte die Bahn auf, "so schnell wie möglich" ein belastbares Konzept vorzulegen, "damit die wichtige Verbindung zwischen Berlin und Hamburg wieder in Betrieb gehen kann".
Die Bahn hatte jüngst kurzfristig mitgeteilt, dass sie aufgrund des Winterwetters mit Frost und Schnee den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann. Erst am 13. März will der bundeseigene Konzern mitteilen, wann auf der Strecke wieder Züge fahren können. Kurze Zeit später hieß es, es gehe um eine Verzögerung von "wenigen Wochen, nicht von Monaten". Die Lage habe in den vergangenen Tagen neu bewertet werden müssen, die Öffentlichkeit sei "umgehend" informiert worden.
Die Arbeiten sind der DB zufolge seit sechs Wochen in Verzug, weil Frost und Schnee Kabeltiefbauarbeiten für die Signal- und Stellwerksanlagen nahezu unmöglich machten. Schwierig gestalten sich der Bahn zufolge aufgrund der Kälte auch Arbeiten an den Oberleitungen.
Eigentlich sollten die Generalsanierungen von rund 40 Strecken der Befreiungsschlag der Bahn im Kampf gegen die marode Infrastruktur und dadurch unpünktliche Züge sein. Die Grundidee: Die wichtigsten Strecken werden rund ein halbes Jahr lang voll gesperrt und grundlegend saniert. Dabei war klar: Die langen Vollsperrungen sind für die Bahnfahrer ärgerlich. Die Aussichten auf reibungslosen Verkehr nach den Bauarbeiten sollten diesen Ärger aber stets lindern.
Allerdings hat das einst verheißungsvolle Konzept inzwischen einige Risse bekommen: Ursprünglich war geplant, die etwas mehr als 40 Generalsanierungen bis 2031 zu erledigen. Inzwischen wurde der Zeitplan bis 2036 gestreckt, damit nicht zu viele Sanierungen gleichzeitig das Netz belasten. In der Bahn-Branche kam die zeitliche Streckung gut an.