Wiesbaden (ABZ). – Anlässlich der Jahresauftaktveranstaltung 2025 der Hessischen Bauindustrie erklärte in diesen Tagen Jochen Wachenfeld-Teschner, Präsident des Bauindustrieverbandes Hessen-Thüringen: "Die hessische Bauwirtschaft ist ein verlässlicher Arbeitgeber für gut 33.000 Beschäftigte und mit einem Umsatz von etwa 6 Milliarden Euro jährlich ein Grundpfeiler der Volkswirtschaft im Land."
Die Unternehmen der Bauwirtschaft realisierten mit ihrer bewährten Leistungsfähigkeit einen attraktiven Industrie- und Wirtschaftsstandort Hessen. Aber die Bauproduktion sei real rückläufig.
Die geleisteten Arbeitsstunden hätten demnach in den ersten zehn Monaten 2024 3,5 Prozent unter dem bereits sehr niedrigen Vergleichszeitraum 2023 gelegen. Der Umsatz im hessischen Wohnungsbau ging von Januar bis Oktober noch einmal um 11 Prozent im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahr zurück. Nur der öffentliche Hochbau und vor allem der Straßenbau hätten ein negatives Gesamtergebnis der Auftragsentwicklung verhindert.
Wachenfeld-Teschner: "Gestiegene Zinsen und Baukosten haben vor allem zu einem eklatanten Einbruch im Wohnungsbau geführt. Wir sind weit hinter dem Bedarf und den ambitionierten Zielstellungen der Politik zurück. Viele Private schrecken längst vor dem Eigenheimbau zurück." Aber auch größere Investoren könnten den Neubau trotz staatlicher Förderung für Sozialwohnungen nicht mehr finanzieren. Um eine spürbare Trendwende zu organisieren, sollten auch die Kriterien, die für den sozialen Wohnungsbau gelten, auf den Prüfstand gestellt werden, da sie den Neubau von Wohnungen hemmten. Die schwache Gesamtkonjunktur bremse zudem den Bau von Fabrik- und Bürogebäuden. Nur Infrastrukturmaßnahmen im Tiefbau stützten das Bauvolumen in Hessen noch. Die Kapazitäten bei den Bauunternehmen seien zwar noch da, aber die politischen und administrativen Spielräume, dem negativen Trend etwas entgegenzusetzen, schwänden sichtbar.
"Wir benötigen eine völlig neue Baupolitik, die entschlossen Bürokratie abbaut, Genehmigungsverfahren beschleunigt, langfristig belastbare Regularien und stabile Förderszenarien entwickelt sowie Digitalisierung in den Verwaltungen vorantreibt. Und die Branche erwartet von der Politik ein eindeutiges und finanziell untersetztes Bekenntnis für Investitionen", schloß Wachenfeld-Teschner.