Berlin (ABZ). – Das deutsche Bauhauptgewerbe hat 2025 erstmals seit fünf Jahren wieder ein reales Umsatzplus verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die preisbereinigten Umsätze um 2,5 Prozent. Auch die Beschäftigung legte zu.
Im Dezember 2025 meldete das Statistische Bundesamt für das Bauhauptgewerbe einen realen Umsatzanstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für das Gesamtjahr 2025 ergab sich bei allen Betrieben ein preisbereinigtes Umsatzplus von 2,5 Prozent.
"Damit ist die lange Zeit der Baurezession endlich vorbei. Um die Rückgänge der vergangenen Jahre auszugleichen, reicht es allerdings noch nicht, aber der Anfang ist gemacht", kommentiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), die Konjunkturindikatoren. Für 2026 rechnet der Verband ebenfalls mit einem realen Umsatzplus von 2,5 Prozent.
Die Auftragseingänge lagen 2025 real um 6,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis, der Auftragsbestand zum Jahresende sogar um 10,2 Prozent. Laut Bauindustrie profitierte die Branche von diversen Großprojekten der Bahn, aber auch im Leitungstiefbau und von Rechenzentren.
"Bis diese Projekte aber umsatzwirksam werden, das dauert. Außerdem profitieren hiervon erst einmal nur wenige Unternehmen, bevor die Aufträge bei einer breiteren Unternehmerschaft ankommen", erklärt Müller. Aus diesem Grund sei die Stimmung laut aktuellen Umfragen von ifo und DIHK im Branchendurchschnitt weiterhin verhalten.
Der Wohnungsbau setzte seine Talfahrt auch 2025 fort. Der Umsatz ging real um 1,5 Prozent zurück. Zwar zog der Auftragseingang um real 10 Prozent an, jedoch auf sehr niedrigem Niveau. Die Unternehmen klagen weiterhin über Auftragsmangel. Für 2026 erwartet die Bauindustrie nur ein leichtes Umsatzplus von real 2 Prozent.
Der Wirtschaftsbau profitierte bereits länger von Aufträgen der Bahn und verbuchte 2025 ein Umsatzplus von real 6,5 Prozent. Aufgrund der zunehmenden Nachfrage nach Rechenzentren soll auch der Wirtschaftshochbau anziehen. Für 2026 rechnet die Bauindustrie mit plus 4 Prozent.
Der Öffentliche Bau verzeichnete 2025 eine unterdurchschnittliche Entwicklung mit einem realen Plus von 2 Prozent. Die zurückhaltende Auftragsvergabe der Autobahn GmbH wirkte sich negativ aus. Der Auftragseingang im Straßenbau ging im Gesamtjahr um real 5 Prozent zurück. Auch der Turnaround im Dezember mit plus 35 Prozent konnte daran nichts ändern. Für 2026 wird ein leichtes Plus von 1,5 Prozent erwartet.
Die Bauunternehmen bauten im vergangenen Jahr wieder Personal auf - um 6.600 Personen beziehungsweise 0,7 Prozent auf 923.000 Beschäftigte. Dies kann den ersten Rückgang seit 16 Jahren im Jahr 2024 von minus 1,2 Prozent zwar nicht ausgleichen, die Bauindustrie erwartet für 2026 aber eine Fortsetzung des Anstiegs um 10.000 beziehungsweise 1 Prozent auf 933.000.
"Damit geht die Branche angesichts der Herausforderungen in Vorleistung und baut Kapazitäten auf. Wir hoffen, dass uns die Politik nicht enttäuscht und ihre Versprechen wahrmacht, dass jedes baureife Projekt auch gebaut wird", so Müller.