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Betonage über 400 Meter Rohrleitung

Der Industriehafen Stade wurde einer Frischzellenkur unterzogen. Mit von der Partie war Heidelberg Materials.

Von ABZ
Bei laufendem Schiffsbetrieb
Der Schlepperhafen Stade wurde im laufenden Schiffsbetrieb erweitert. | Foto: Heidelberg Materials / Sebastian Engels

Stade (ABZ). – Im Industriehafen Stade wurde der Schlepperhafen bei laufendem Schiffsbetrieb erweitert. Heidelberg Materials lieferte rund 5000 m³ Ortbeton über eine 400 m lange Rohrleitung und mithilfe einer Autofähre.

Die Erweiterung schafft zusätzliche Liegeplätze für Schlepper, die für den sicheren Schiffsbetrieb im Industriehafen erforderlich sind. Zur Realisierung der logistisch anspruchsvollen Bauaufgabe schlossen sich die Depenbrock Ingenieurwasserbau GmbH, die Nordsee Nassbagger- und Tiefbau GmbH und die Tagu Tiefbau GmbH Unterweser zur Arge AVG Stade zusammen.

Vor der Hafenerweiterung waren zunächst umfangreiche Abbrucharbeiten der alten Hafenanlage notwendig. Gründungselemente, alte Betonpoller und der Molenkopf mussten zurückgebaut werden. Anschließend erfolgten die Rammarbeiten für die Erweiterung des bestehenden Löschkopfes 1 bis zum neuen Löschkopf 2.

Um während der Bauarbeiten den Schiffsbetrieb am Löschkopf 1 weitgehend ohne Einschränkungen aufrechtzuerhalten, entschied sich die Bauleitung für eine Umsetzung mit Betonhalbfertigteilen. Dadurch konnten laut ARGE erhebliche Ein- und Ausschalarbeiten entfallen und die Einsätze des Schwimmkrans am Löschkopf 1 deutlich reduziert werden. Parallel zu den Rammarbeiten hoben die Spezialisten die großen Betonhalbfertigteile für die Sohle und die Wände mittels 650-Tonnen-Schwimmkran vor Ort ein. Nach dem Einbringen der Gründungsrohre für den neuen Löschkopf 2 begann der Bau der neuen 147 m langen Leitwand mit abschließendem Molenkopf. Eine klassische Betonage war aufgrund der Unzugänglichkeit des Einbauortes durch Mischfahrzeuge oder Betonpumpen ausgeschlossen. Deshalb wurde eine Betonierrohrleitung mit einem Durchmesser von 125 mm vom Anfang der Zufahrtsbrücke bis zum Einbauort aufgebaut und entsprechend des Baufortschritts verlängert.

Der über eine am Anfang der Rohrleitung installierte Betonpumpe durch die Leitung gepumpte Beton wurde an deren Ende mittels Betonrundverteiler eingebaut. Bis zum Ende des Löschkopfes 2 erreichte die Rohrleitung eine Länge von nahezu 400 m. Zur Ortbetonergänzung der Leitwand und des Molenkopfes entschied sich die Bauleitung zur Anmietung einer Autofähre. Auf dieser befanden sich Fahrmischer sowie eine Mastpumpe. Die Betonmischer wurden in unmittelbarer Nähe zur Baustelle wieder befüllt, wodurch die Fahrzeiten der Fähre auf ein Minimum reduziert werden konnten.

Die erforderlichen Frischbetone wurden von Heidelberg Materials im Transportbetonwerk Stade gemischt. Neben den normativen Vorgaben galten für die Baumaßnahmen auch die Regelungen der ZTV-W. Diese schreiben vor, dass massive Bauteile von Wasserbauwerken der Expositionsklasse XF3/XF4 zwingend mit LP-Beton herzustellen sind, um die Frostbeständigkeit zu gewährleisten.

Verbaut wurden Betone der Güte C35/45 XC4, XD3, XS3 und XF4, XA2 nach ZTV-W LB 125 in den Konsistenzen F3 und F4. Als Bindemittel kamen CO2-reduzierte evoBuild-Zemente zum Einsatz. Um den geforderten Luftporengehalt auch nach der Förderung durch die knapp 400 m lange Rohrleitung zu gewährleisten, kamen bei der Betonage Mikrohohlkugeln zum Einsatz. Diese sehr kleinen, vorgefertigten und mit Luft gefüllten Poren sind von einer elastischen Kunststoffhülle umschlossen und werden anstelle eines üblichen Luftporenbildners der Betonmischung zugegeben. Für einen optimalen Ablauf der geplanten Betonagen arbeitete die ARGE AVG Stade eng mit dem Transportbetonwerk und dem Fuhrparkmanagement von Heidelberg Materials zusammen. Ein Großteil der Bauarbeiten ist inzwischen abgeschlossen, wodurch die Erweiterung des Schlepperhafens im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden kann.

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