London/Großbritannien (ABZ). – Die Ergebnisse des "RICS Global Construction Monitor" für das dritte Quartal 2025 zeigen eine moderate Verbesserung der allgemeinen Marktdynamik. Der Gesamtindex der von dem international aktiven Berufsverband für Immobilienfachleute RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) vorgelegten Studie für die Baukonjunktur (Construction Sentiment Index, CSI) weist weltweit einen Wert von + 12 nach + 5 im Vorquartal aus – das sei das stärkste Ergebnis des Jahres.
Unterstützend für diesen positiveren Ausblick erwarten die Befragten laut dem Verband, dass die Baukosten in den kommenden 12 Monaten etwas langsamer steigen werden, wobei die Prognosen in allen Regionen im Vergleich zu Jahresbeginn leicht nach unten korrigiert wurden. "Der globale Construction Index zeigt eine moderate Verbesserung der allgemeinen Marktdynamik und auch der europäische Index kann weiter zulegen. Auf Länderebene weisen Spanien und Deutschland weiterhin den ausgewogensten Ausblick für Bauaufträge auf, mit soliden Erwartungen in allen Segmenten", sagt Susanne Eickermann-Riepe, Vorsitzende des European World Regional Board (EWRB).
Der RICS repräsentiert nach eigenen Angaben 13.0000 Immobilienfachleute weltweit in über 150 Ländern. Die Ergebnisse in Europa zeigten erneut, dass sich die Erholung der Bautätigkeit weiter – wenn auch nur schrittweise – festige. "Darüber verdeutlichen die vorrausschauenden Indikatoren, dass sich diese Verbesserung im kommenden Jahr fortsetzen dürfte. Trendgeber ist weiterhin die Infrastruktur, aber die Erwartungen im Wohnungsbau wurden nach oben revidiert und erreichten ein Drei-Jahres-Hoch. Auch im Gewerbebau hat sich die Stimmung deutlich aufgehellt", schließt die Vorsitzende.
Wie bereits in den vergangenen Jahren bleibe die Stimmung im Nahen Osten und Afrika (MEA) sowie in Amerika am stärksten, wo die Befragten weiterhin über solides Wachstum der Gesamtaktivität berichten – auch wenn sich das Momentum in Amerika im Vergleich zum Vorjahr etwas abgeschwächt habe, so RICS.
Bemerkenswert sei, dass der CSI in Europa jetzt auf + 18 gestiegen sei, was eine stetige Verbesserung über die letzten drei Quartale hinweg darstelle. Das Ergebnis für Q3 2025 markiert demnach zugleich den positivsten Wert seit Anfang 2022. Im Gegensatz dazu hinke die Region Asien-Pazifik (APAC) dem globalen Trend weiterhin hinterher, mit einem CSI von null im aktuellen Befragungszeitraum. Zwar sei dies ein weniger negatives Bild als in den letzten beiden Quartalen, dennoch deute es eher auf eine stagnierende Entwicklung als auf eine echte Erholung hin. Hinter den Gesamtzahlen verbergen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, so der Verband.
Beim Construction Sentiment Index auf Länderebene wird das Wachstum von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Indien, Saudi-Arabien, den Niederlanden und Nigeria angeführt, die alle im dritten Quartal ein kräftiges Plus verzeichneten. Ebenfalls solide, wenn auch etwas moderater, war das Wachstum in Oman, Sri Lanka, Spanien und Singapur, wo eine Zunahme der Gesamtbauleistungen gemeldet wurde. Am unteren Ende der Skala bleibt die Bauaktivität in China und Hongkong rückläufig – laut aktueller Umfrage ohne nennenswerte Verbesserung in einem Umfeld, das schon seit Jahren herausfordernd ist.
Ähnlich sind die Marktbedingungen in Neuseeland und Katar, wo die Befragten einen weiteren Rückgang meldeten. Auch in den USA hat sich das Wachstum abgeschwächt – die Zahlen für Q3 zeigen nur einen leichten Anstieg der Arbeitsvolumina (deutlich langsamer als im Jahr 2024). Frankreich, Großbritannien und Kanada befinden sich derzeit in weitgehend stagnierenden Verhältnissen. Deutschland bleibt konstant und erreicht einen CSI-Wert von + 32 (Q2: + 33). Im Sektorvergleich übertreffe der Infrastrukturbereich weiterhin andere Marktsegmente in vielen Regionen. So liegen die aktuellen Werte für Infrastruktur in etwa 70 Prozent der erfassten Länder über denen des Wohn- und Gewerbebaus. Es gibt Ausnahmen – etwa Südafrika, Mauritius und Frankreich –, doch insgesamt ist die Infrastrukturaktivität in vielen Ländern ein entscheidender Wachstumstreiber des Bausektors geworden.