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Bosch meldet erstmals seit Finanzkrise Verlust

Von dpa

Renningen (dpa). – Der Technologiekonzern Bosch hat 2025 erstmals seit der Finanzkrise 2009 wieder einen Verlust verzeichnet. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 363 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von gut 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet worden war.

Als wesentlichen Grund für den Einbruch nennt das Unternehmen die Kosten für den Stellenabbau. Diese hätten das Ergebnis mit 2,7 Milliarden Euro belastet, maßgeblich in Form von Rückstellungen für Abfindungen. Die tatsächlichen Auszahlungen erfolgen nach Unternehmensangaben erst schrittweise in den kommenden Jahren. Zusätzlich wirkten Wechselkurseffekte, hohe Kosten und zusätzliche US-Zölle belastend.
Vor Steuern lag der Gewinn laut Bosch bei gut 500 Millionen Euro. Dass dennoch ein Nachsteuerverlust entstand, erklärt Finanzchef Markus Forschner mit dem Ergebnismix: "Es gibt Einheiten, die Gewinn machen und normal Steuern bezahlen. Es gibt aber Einheiten mit negativem Ergebnis. Diese bekommen keine Steuern zurück, sondern die Verluste werden in der Zukunft verrechnet."

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,8 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 42 Prozent entspricht. Der Umsatz stieg leicht auf rund 91,0 Milliarden Euro.

Die schwierige Wirtschaftslage hat nach Unternehmensangaben nicht nur im Kernbereich der Autozulieferung durchgeschlagen, sondern auch in fast allen anderen Geschäftsfeldern. Viele Verbraucher halten sich demnach beim Kauf von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Backöfen, Waschmaschinen sowie Elektrowerkzeugen und Gartengeräten zurück.

Nach eigenen Angaben ist Bosch in vielen Bereichen mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig. Um das zu ändern, plant das Management um Konzernchef Stefan Hartung umfangreiche Sparmaßnahmen. Allein im Zulieferbereich will der Konzern in den kommenden Jahren bis zu 22.000 Stellen streichen. Abbaupläne gibt es auch in anderen Bereichen, unter anderem bei der Hausgerätetochter BSH und der Sparte für Elektrowerkzeuge.

Ende 2025 beschäftigte die Gruppe etwa 412.774 Menschen weltweit – 5.085 weniger als ein Jahr zuvor. Dabei zeigte sich eine Verschiebung von Europa in andere Weltregionen. Überproportional betroffen war Deutschland, wo knapp 30 Prozent der Beschäftigten arbeiten. Hier waren es zuletzt etwa 123.803 Menschen und damit 6.681 oder fünf Prozent weniger als zum Ende des Vorjahres.

Die Gespräche im Mobility-Bereich über den Personalabbau sind laut Bosch inzwischen abgeschlossen. "Und auch wenn es noch etwas dauern wird, bis die Maßnahmen die volle Wirksamkeit erreichen, müssen wir sie jetzt umsetzen: so schnell und konsequent wie nötig, aber auch so sozialverträglich wie möglich", sagte Hartung.

Für eine Entwarnung sei es zu früh, so Hartung. Die Herausforderungen seien weiterhin vorhanden und noch immer erheblich. Das Management geht davon aus, dass die hohe globale Unsicherheit – vor allem die nicht abschätzbaren Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten – die Inflation und Wirtschaftsleistung beeinträchtigen werden.

Im laufenden Jahr rechnet Bosch dennoch mit etwas besseren Geschäften. Für das Gesamtjahr peilen die Manager ein Umsatzwachstum von zwei bis fünf Prozent an. "Für 2026 gehen wir von einer erheblichen Ergebnisverbesserung aus", sagte Finanzchef Forschner. Ein Grund dafür sei, dass Sondereffekte nicht mehr im Maße des Vorjahres belasteten. Statt einer operativen Umsatzrendite von zwei Prozent wie 2025 rechnet der Finanzchef mit vier bis sechs Prozent.

dpa

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