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Ein Viertel weniger Beschäftigte als im Jahr 1995

Von ABZ

Berlin (ABZ). – Wer baut wo und in welchem Umfang unsere Straßen? Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie hat den Branchenreport 2023 "Straßenbau" veröffentlicht. Im Juni 2022 hatten 2970 Betriebe des Bauhauptgewerbes ihren Tätigkeitsschwerpunkt (mehr als 50 % ihres Umsatzes) im Bau von Straßen. Von diesen sitzen die meisten (482) in Nordrheinwestfalen, gefolgt von Bayern (463) und Niedersachsen (325).

Die Straßenbaubetriebe hatten im Juni 2022 94 310 Beschäftigte. Im Gesamtjahr 2022 haben die Betriebe des Bauhauptgewerbes einen Umsatz im Straßenbau von 18 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das waren nominal zwar 8,8 % mehr als 2021, aufgrund der Baupreissteigerungen ging der Umsatz aber real um 6,4 % zurück. Die Zahl der Betriebe lag im Juni 2022 um 7 %, die Anzahl der Beschäftigten um 25 % unter dem Niveau von 1995. Der nominale Umsatz im Gesamtjahr 2022 lag hingegen um 64 % höher. Real war dies allerdings ein Rückgang von 10 %. Der Umsatz je Beschäftigten ist in dem Zeitraum von 1995 bis 2021 um 105 % auf 171.000 Euro gestiegen.

Auf die Kleinbetriebe entfallen derzeit 66 % der Betriebe, sie erwirtschaften mit 16 % aller Beschäftigten aber nur 11 % des Umsatzes. Auf die größeren Betriebe mit 200 und mehr Beschäftigten entfallen zwar nur 2,6 % der Betriebe, sie erwirtschaften mit 27 % der Beschäftigten, aber 31 % des Umsatzes. Im Durchschnitt des Bauhauptgewerbes entfallen auf die Großen 0,4 % der Betriebe. Mit 13 % der Beschäftigten erwirtschaften sie 20 % des Umsatzes.

Nach einem deutlichen Mitarbeiterabbau von 1995 bis 2008 um 40 % und einer darauf folgenden Seitwärtsbewegung haben die Straßenbaubetriebe seit 2017 ihre Kapazitäten – aufgrund der Ausweitung der Bundesmittel – aufgebaut und die Zahl der Beschäftigten erhöht. Der Aufbau erfolgte überwiegend bei den größeren Betrieben. Die Straßenbaubetriebe sind im Durchschnitt größer als die Betriebe des Bauhauptgewerbes: Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl je Betrieb liegt bei 32, das ist einer mehr als im Bauhauptgewerbe.

Die Straßenbau-Branche steuert auf einen Fachkräfteengpass zu: Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen, die älter als 55 Jahre sind, liegt bei 26 %. Die Betriebe haben zwar die Zahl ihrer neuen auszubildenden Straßenbauer seit 2017 wieder erhöht, von 1650 auf 1960 in 2021. 2021 haben aber 564 Auszubildende ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig aufgelöst, davon 15 % im 3. Lehrjahr. Hinzu kommt, dass der Anteil nicht-bestandener Prüfungen 2021 bei 21 % lag. Das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial ist im Trend gesunken: Die Zahl der Arbeitslosen Straßenbauer ist von 2344 im April 2011 auf 1175 im April 2023 gesunken.

Für den Straßenverkehr (Stand 1. Januar 2021) stehen in Deutschland insgesamt rund 230.000 km überörtliche Straßen zur Verfügung. Davon befinden sich 42.000 allein in Bayern. Die Länge des Streckennetzes hat sich seit 25 Jahren kaum verändert. Das Streckennetz teilt sich wie folgt auf: 40 % entfallen auf Kreis-, 38 % auf Landes-, 17 % auf Bundesstraßen und 6 % auf Autobahnen.

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