Duisburg (ABZ). – Die Autobahn 40 verbindet das Ruhrgebiet mit dem Niederrhein und den Niederlanden. Zwischen den beiden Duisburger Stadtteilen Homberg und Neuenkamp führt die Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp die A 40 über den Rhein..
Die bisherige Brücke, im Jahr 1970 erbaut und ursprünglich für die Nutzung von 30.000 Fahrzeugen geplant, stieß zunehmend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Rund 100.000 Fahrzeuge befuhren die Brücke mittlerweile täglich und besonders die Belastung durch den Schwerlastverkehr fügten der Brücke dauerhafte Schäden zu. Damit der Verkehr auch in den kommenden Jahrzehnten sicher fließen kann, wird die A 40 zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen nun achtstreifig ausgebaut und es werden zwei neue Stahlbrücken errichtet.
Die neue Rheinbrücke, bestehend aus zwei unabhängigen Teilbauwerken, einem pro Fahrtrichtung, wird 75 m hoch, 802 m lang und 68 m breit werden.
Effiziente Zugangstechnik
Die Arge Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp, bestehend aus der MCE GmbH und der Hochtief AG, beauftragte die Teupe Gruppe für dieses Großprojekt mit der Zugangstechnik. Der Auftrag umfasst für die beauftragten Baubehelfe erstens alle Leistungen der Planung und Konstruktion, inklusive der kompletten technischen Bearbeitung, Erstellung der statischen Berechnungen sowie die Anfertigung von Ausführungszeichnungen im technischen Büro von Teupe.
Zweitens umfasst er die Montage, Umbau und Anpassungsarbeiten in den einzelnen Bauabschnitten sowie das mehrmalige Versetzen der Gerüste und Wetterschutzdächer und die Demontage.
Der Ausbau der Strecke soll so gestaltet werden, dass der Verkehr durch die Bauarbeiten möglichst wenig eingeschränkt wird. Das Bauprojekt startete bereits im Frühjahr 2021 mit dem Bau des südlichen Brückenüberbaus direkt neben der alten Brücke. Nach der Fertigstellung wurde der Verkehr über diesen Brückenteil umgeleitet und die alte Brücke abgerissen.
Die Teupe Gruppe hatte nach der Fertigstellung des ersten Teilbauwerkes auch die Spezial-Gerüstkonstruktionen für den Abbruch der alten Rheinbrücke konstruiert, geliefert, montiert und betrieben sowie sukzessive an die Rückbauanforderungen angepasst. Im Frühjahr 2025 begann der Bau des nördlichen Brückenüberbaus an der Stelle der alten Brücke.
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Der Brückenüberbau Nord wird, ebenso wie bereits der südliche Überbau, zunächst im Taktschiebeverfahren sowie später im Freivorbau hergestellt. Dabei wird gleichzeitig von der westlichen und östlichen Rheinseite in Richtung Strommitte gearbeitet, wobei der Lückenschluss dann im Freivorbau erfolgt. In jeweils vier Taktkellern an Land werden die Schubtakte vormontiert. Dafür liefert Teupe mehrere Wetterschutzdächer von 20 bis 30 m Breite, die für die Arbeiten zwischen den Taktkellern verfahren werden.
Die Wetterschutzdächer können zum Teil oben geöffnet werden, sodass die fertigen Schubtakte per Kran durch die Öffnung gehoben werden können. Für die Montage- und Korrosionsschutzarbeiten in den einzelnen Taktkellern liefert Teupe auch Gerüste in und um die Hohlkästen der Schubtakte, welche passgenau ummontiert werden.
Die Schubtakte der Brücke werden über die Brückenpfeiler mit den darauf montierten Verschubbahnen lanciert. Dann wird die Strombrücke im Freivorbau montiert, bei dem die jeweiligen Stahlschüsse über die Vorlandbrücke Richtung Strommitte transportiert, mit dem vorherigen Stahlschuss verbunden und über Tragseile mit den beidseitig errichteten Pylonen verspannt werden. Für diese Arbeiten liefert Teupe Hängegerüste, welche an der Unterseite der bereits montierten Brückenteile für Schlosser-, Schweißer- und Korrosionsschutzarbeiten an den Fahrschienen horizontal verfahren werden können.
Stück für Stück nach oben
Parallel zur horizontalen Erweiterung der Brücke werden die Pylone Stück für Stück nach oben gebaut. Hierfür liefert Teupe Innen- sowie eingehauste Außengerüste an den Pylonen für Schlosser- und Schweißerarbeiten. Diese werden im nächsten Schritt zum Teil wieder geöffnet, um Arbeiten an den Seilabspannungen zu ermöglichen, dann erweitert, um Korrosionsschutzarbeiten zu ermöglichen. Parallel wird ein Bau- und Personenaufzug bis 70 m in die Höhe gebaut. Die insgesamt sieben Pfeiler und zwei Widerlager wurden seitens Teupe ebenfalls mit Gerüsten versehen.
"Die großen Herausforderungen des Projektes, wie der Antransport des Materials just in time, die Koordination mit Auftraggebern und Gewerken sowie die Konstruktion der fahrbaren Wetterschutzdächer konnten wir dank unserer Erfahrung mit großen Infrastrukturprojekten, unserem technischen Know-how und der guten Zusammenarbeit unserer Teams lösen", stellt Michél Tennstedt, der zuständige Projektleiter bei der Teupe Gruppe, fest.
Die Teupe Gruppe ist laut eigener Aussage seit dem Baubeginn täglich mit bis zu 15 Mitarbeitenden vor Ort auf der Baustelle. Die Fertigstellung des Bauprojektes, ist für August 2026 vorgesehen.