Berlin (ABZ). – Bauprojekte an Bundesautobahnen sind technisch und organisatorisch komplex. Damit alle Projektbeteiligten Bauprozesse vorausschauend und im Interesse einer wirtschaftlichen und effizienten Bauabwicklung bestmöglich bewältigen können, ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Bauunternehmen wichtig.
Vor Kurzem haben sich Bundesminister Dr. Volker Wissing hierzu im Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit Vertretern der Autobahn GmbH des Bundes, des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes und der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen ausgetauscht.
Im Beisein des Bundesministers wurde hierzu eine Charta für die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Baustellen an Bundesautobahnen unterzeichnet, teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) mit.
"Wir brauchen eine zukunftssichere Infrastruktur und wollen die Modernisierung unserer Bundesautobahnen gemeinsam vorantreiben. Die heute zwischen der Autobahn GmbH des Bundes und den Bauverbänden unterzeichnete Charta ist ein klares Signal für die Stärkung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit", sagte Dr. Michael Güntner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH des Bundes. Die Charta sei ein weiterer Baustein, um die Zusammenarbeit für die Modernisierung der Autobahnen zu verbessern. So könnten Herausforderungen gemeinsam gemeistert, effizienter gebaut und gleichzeitig die Verkehrsflüsse rund um die Baustellen optimiert werden.
Peter Hübner, Präsident des HDB, ergänzte: "Bauen statt Streiten, das ist der Leitsatz der Bauindustrie. Die Charta ist in diesem Sinn ein wichtiger Schritt hin zu einem neuen, lösungsorientierten Bauen, bei dem nicht länger das Austauschen von Schriftsätzen, sondern die Bewältigung der zunehmend anspruchsvolleren Aufgaben im Mittelpunkt steht. Wenn wir dies mit kooperativen Vertragsmodellen und agilen Entscheidungsprozessen flankieren, können wir einen echten Paradigmenwechsel für die gesamte Branche einläuten."
Das deutsche Autobahnnetz sei eine der Lebensadern der Wirtschaft und Gesellschaft, sagte Wolfgang Schubert-Raab, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und führte aus: "Zur Erhaltung und zum Ausbau ist deshalb jede Anstrengung gerechtfertigt. Es ist daher im Sinne aller Beteiligten, verlässliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit auf Baustellen an Bundesautobahnen festzulegen." Die Artikel der Charta würden insofern Grundregeln für die handelnden Beteiligten aufstellen, um ein Gelingen zu garantieren.
"Die Partnerschaftscharta bildet Werte sowie eine Kultur der Zusammenarbeit der Wertschöpfungspartner ab und gibt damit einen weiteren Anstoß zu einem Kulturwandel – hierfür stehen wir als Mittelstand ein.
Die Grundlage für die Herausforderungen der Zukunft besteht in Kooperation und nicht in Konfrontation", meinte Jürgen Faupel, stellvertretender Präsident der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB).
Bereits im Jahr 2020 wurde gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur der Runde Tisch Baumanagement gegründet. Dem Runden Tisch gehören Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden an. Konkrete Ergebnisse sind laut Verband bereits erzielt worden.